Das einzige was passieren kann, wenn ein Projekt schiefgeht, dass man Privatinsolvent ist oder? UG oder GmbH noch sicherer?

1 Antwort

Im Prinzip hast Du recht, aber...

Wenn der Geschäftsführer einer UG/GmbH seine Sorgfaltspflichten verletzt, kann er durchaus auch mit seinem Privatvermögen in Pflicht genommen werden.

Straftaten sind nicht die einzigen Handlungen mit Konsequenzen. Es gibt auch gesetzliche Auflagen und Ordungswidrigkeiten, die nicht als Straftat gelten, wohl aber mit empfindlichen Bußgeldern, Schadensersatzforderungen oder Nachzahlungen belegt sind und im Falle von Pflichtverletzungen des Geschäftsführers auch eine Haftung mit dem Privatvermögen bedeuten können.

Weiterhin kann das in den Sand gesetzte Projekt natürlich Deinen Ruf ruinieren, so dass in Folge auch ein von Dir neu gegründetes Unternehmen Probleme bekommen wird.

Man sollte daher niemals von Anfang an auf die Schutzwirkung der UG/GmbH vertrauen, sondern auf eine Sorgfalt und Pflichtbewusstheit bei der Ausführung von Geschäften achten. Verträge mit wesentlichen Risiken sollten nicht ohne Absicherung eingegangen werden. Es lohnt sich, steuerliche, gesetzlich geforderte/regulatorische und vertragliche Aspekte des Geschäfts von erfahrenen Personen führen zu lassen (intern oder extern). Zu den prominenten regulatorischen Auflagen, die in 2018 in der Presse waren, gehören u.a. die neuen Fassungen der GoBD und des BDSG.

Es gibt weiterhin für Geschäftsführer die Möglichkeit, verschiedene Haftungsformen über eine Directors & Officers Versicherung abzudecken.

Welche Schritte muss ich bei einer GmbH-Auflösung in chronologischer Reihenfolge vornehmen?

Ich beabsichtige, meine GmbH aus Altersgründen aufzulösen.

Könnt ihr mir bitte stichwortartig die erforderlichen Schritte in chronologischer Reihenfolgen nennen?

Ich habe noch einige zusätzliche Fragen:

Wie sieht es mit der Abschlussbilanz aus. Welches Datum ist dafür maßgebend, Datum des Gesellschafterbeschlusses oder Datum der Löschung im Handelsregister oder ein anderes Datum? Mein Geschäftsjahr läuft am 30. Juni ab. Würde es sich deshalb nicht ganz besonders anbieten, die Firma zu diesem Datum aufzulösen?

Ist es richtig, dass man das Firmenkonto erst nach einem Jahr schließen darf, um noch die letzten Geschäfte endgültig abzuwickeln? Welches Datum gilt hierfür?

Ab wann darf ich keine Geschäfte mehr tätigen? Es könnte der Fall eintreten, dass während der Auflösungssphase noch Aufträge auf mich zukommen. Darf ich sie noch annehmen, obwohl die Firma sich bereits in Auflösung befindet?

Beantragt der Notar die handelsregisterliche Löschung sofort nach Gesellschafterbeschluß oder erst nach Ablauf 1 Jahres?

Selbstverständlich habe ich einen Steuerberater. Aber mir ist es wichtig, schon vorab informiert zu sein, damit ich meine Planung entsprechend vornehmen kann.

Ich bedanke mich schon im Voraus für eure Antworten und bitte euch, diese so zu formulieren, dass auch ich als "Dummer" sie verstehe. :-)

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