Darf ich als normaler Apothekenverkäufer fahrten mit dem Firmenauto verweigern?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kenne die Deutsche Apothekenlandschaft ziemlich gut:

Zunächst zu den harten tariflichen Fakten - PTAs werden bundesweit gewerkschaftlich von der ADEXA vertreten, bei den Apothekenleitern gibt es eine Tarifgemeinschaft bis auf Nordrhein. Hier ist die TGL autonom. Aber überall gibt es einen Tarifvertrag, der die Jahressonderzahlung vorsieht.(cave bei Vergütung von mehr als 15% über Tarif, dann entfällt das Jahressonderentgeld) Das Problem ist, dass beide Seiten Mitglied in ihrer Organisation sein müssen, damit ein einklagbarer Anspruch entsteht. Deshalb mein dringender Rat - du solltest schnellstens der ADEXA beitreten.

Weiterer Vorteil ist die individuelle Rechtsberatung, die im Beitrag enthalten ist und die Vertretung vor dem Arbeitsgericht.

Zur Abgeltung der km des Privatfahrzeuges: Da hast du leider nur eine mündliche Zusage, die nicht eingehalten wird. Da kann man dir nur dringend empfehlen solche Fahrten nicht mit deinem privaten KfZ. zu machen, dein Chef kann darauf auch nicht bestehen. Übrigens er trägt das wirtschaftliche Risiko - wenn Kunden wegen eines nicht vorhandenen Lieferdienstes die Apotheke wechseln, oder im Internet bestellen, er hat den Nichtumsatz. Eigentlich kann es sich keine Apotheke leisten, keinen Lieferservice zu haben und dein Chef kann zur Zeit eine Sonderziffer für den Botendienst von 2,79€ auf die GKV Rezepte aufdrucken, die bezahlt werden.

Im Klartext, dich loszuschicken und womöglich aufzudrucken, und dir nichts zu vergüten ist verwerflich, und für dich sogar eine gewichtiger Kündigungsgrund.

Solche PTAs wie dich, werden dringend gesucht- der Arbeitsmarkt ist leer. Das ist wirklich glasklar, du solltest dir eine neue Stelle suchen, es gibt genügend freie Stellen für PTAs!!!

Danke für die Antwort. Die Lage ist derzeit ein wenig kompliziert, weil sich die Apotheke im Verkauf befindet. Vielleicht ist es meinem AG deshalb so egal, ob er Mitarbeiter vergrault.

Einen Tarifvertrag habe ich nicht. Bei uns ist niemand in der Gewerkschaft. Habe immer etwas Angst, dass es vielleicht mit Misstrauen (auch bei zukünftigen AGs) betrachtet wird, wenn ich da Teil habe. Aber ja, ich spiele auch mit dem Gedanken, dort ggf. einzutreten, vorallem wegen rechtlicher Unterstützung etc. Denn wir man vielleicht unschwer erkennt, bin ich was die Sache angeht ein gebranntes Kind. :'(

Nur um nochmal etwas klarzustellen.. ich fahre (zum Glück) nicht mit meinem eigenen Auto, der Wagen gehört der Apotheke.

Trotzdem stellt sich mir die Frage, ob es im Rahmen des Weisungsrechtes meines AGs ist, mich autofahren zu lassen. In meinem Vertrag sind keine Klauseln betreffend meiner Einsatzgebiete. Dort steht lediglich "abgestellt als PTA".

Ich suche nur nach einer Möglichkeit, doch noch irgendwie am längeren Hebel zu sitzen und in Verhandlung ein Argument zu haben, dass er mir doch noch die Prämie nachzahlt.

Ich bleibe derzeit im Betrieb, weil ich meine Kollegen sehr mag und das Betriebsklima könnte besser garnicht sein. Trotzdem sind wirnalle stinksauer und wenn es unter dem neuen Besitzer der Apo keinen ordentlichen Arbeitsvertrag gibt, so bin ich auch ziemlich sicher, dass ich mich nach einer neuen Stelle umsehen werde.. :)

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@pierrot420

Botenfahrten für PTA sind nicht üblich und du solltest diese ablehnen. Ob die Apotheke zum Verkauf steht, sollte dir ziemlich egal sein. Bei einer Betriebsübernahme muss dich die neue Apothekenleitung für 1 Jahr weiter beschäftigen.

Es könnte sein, dass die Methode ist, dich selbst zur Kündigung zu drängen, Das ist nur gut, wenn du schon einen neuen Arbeitsvertrag woanders unterschrieben hast. Übrigens bei DAB oder GOVI Verlag gibt es Vordrucke für einen Arbeitsvertrag- das ist ein must have bei jedem Arbeitsverhältnis. Also bitte niemals mündlich oder mit einem Dreizeiler einen arbeitsvertrag unterschreiben.

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und im Betrieb müssen wir auch noch Knöllchen zahlen, wenn wir uns mal kurz als Lieferwagen abgestellt haben.

Sorry - aber niemand kann von Dir verlangen entgegen geltendem Recht zu "Parken" / den Firmenwagen irgendwo abzustellen ...... und wenn sich dadurch die Lieferzeiten / die durch Auslieferungen verbrachte Arbeitszeit deutlich erweitert, dann muss der AG diese halt auch bezahlen. Also im Falle X ganz "gemäßigt ausliefern" ..... und wenn Du pro Kunden 10 Minuten auf Parkplatzsuche bist - dann ist das halt so.

Nungut, das ist mir schon bewusst. Ich würde mich auch nicht einfach so großspurig im Halteverbot plazieren. Allerdings ist davon auszugehen, dass das Ordnungsamt bei einem Botendienst tendenziell auch mal ein Auge zudrückt, wenn ich mal kurz eine Einfahrt für 1-3 Minuten versperre. Da mault beim DHL ja auch niemand rum.

Aber mir geht's auch garnicht darum, mich interessiert vielmehr die Frage, ob ich überhaupt fahren MUSS, wenn es nicht im Arbeitsvertrag steht.

Was wäre denn, wenn ich keinen Führerschein hätte? Im Vertrag steht, dass ich als PTA angestellt bin, sonst steht da nicht von etwaigen anderen Aufgabenbereichen.

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behaupte doch einfach mal du hast wegen zu schnellen fahrens ein fahrverbot aufgebrummt bekommen von der bußgeldstelle. mal bist du im kreis x zu schnell gefahren, fahrverbot von 2 monaten, mal im kreis z, nochmal fahrverbot von 2 monaten. dann hast du da erstmal ruhe. darfst natürlich nicht mit auto zur arbeit fahren dann, das wäre natürlich kontraproduktiv

https://www.bussgeldkatalog.de/geschwindigkeit/

Solange es alles innerhalb deiner Arbeitszeit ist, gehört auch die Auslieferung zu deiner Arbeit.

Was anderes währ es, wenn du laufend Überstunden dadurch machen müsstest, weil die Auslieferung erst nach Ladenschluss erfolgt.

Also nein, du kannst es nicht verweigern. Und wenn das Weihnachtsgeld nicht schriftlich vereinbart ist oder aus betrieblicher Übung entstanden ist(Es gab 3 Jahre hintereinander Weihnachtsgeld) dann hast du da eben keinen Anspruch drauf.

Mich interessiert halt, dsss man es für selbstverständlich halten kann, dass ich überhaupt einen Führerschrin habe? Es ist ja nichts vereinbart im Vertrag bezüglich Autofahren/Führerschein..

Wenn ich irgendwo als büroangestellter eingestellt wäre, dann könnte man mich ja auch nicht kündigen, weil ich beispielsweise meinen Führerschein verloren hätte...

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@pierrot420

Umgekehrte Frage.. wenn ich morgen meinen Führerschein verlieren würde, dürfte man mich dann als PTA kündigen?

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@pierrot420

Irgendwo in deinem Arbeitsvertrag steht mit sicherheit der Satz.

Der Mittarbeiter kann zu Artfremden Arbeiten aufgefordert werden solange diese dem Betriebserhalt dienen und er dafür geeignet ist.

So oder so ähnlich formuliert. Mit diesem Satz kannst du sogar zum Putzen deines Arbeitsplatzes verdonnert werden(nicht Toiletten). Ergo, wenn du nen Führerschein besitzt, kann man dich auch zum Ausliefern schicken. Du nimmst ja nicht mal dein eigenes AUto, das Auto wird dir ja zur verfügung gestellt.

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@pierrot420

Nein, dürfte sie nicht, weil du ja nicht mit der Bedingung des Führerscheines eingestellt wurdest.

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@berlina76

Nein dieser Satz steht nicht in meinem Arbeitsvertrag.

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Kannst du, die Frage ist nur, wie er darauf reagiert und wie er es an dir auslässt. Lass deine Vorgesetze das in die Hand nehmen, dafür hat sie schließlich eine Leitungsfunktion. Und wenn es gar nicht mehr geht, PTAs werden ja gesucht

Es ist ja nunmal so, dass der Botendienst wegen der Beratungspflicht sowieso von pharmazeutischem Personal gemacht werden muss, deshalb bin ich ein bisschen unsicher, ob es für eine pta nicht als zumutbare Aufgabe gilt, auch Auto zu fahren.

Auf die Reaktion wäre ich halt auch gespannt, bin da derzeit ein bisschen streitlustig :p immerhin meidet der AG seit der Sache mit dem Weihnachtsgeld scheinbar den Kontakt zunseinen Angestellten. Vielleicht kann ich was erzwingen, habe ich mir gedacht.

Wechseln will ich eigentlich nicht. Ich bin super zufrieden mit dem Betriebsklima und auch mit den Kollegen befreundet. All das ist aber nix wert angesichts der "technischen Lage"

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