Frage von Engelsgesicht, 87

Darf eine Bank mir, als Alleinerbe meiner verstorbenen Mutter, Auskünfte über ein Sonderkonto von ihr vorm Tod angelegt für ihre Nichte (tod), verweigern?

Meine Mutter war seit Jahren dement und hat sich von ihrer Familie abgewandt. Nur zu einer ihrer Nichten hatte sie Kontakt. Nun Jahre nach ihrem Tod ist ein Dokument von der mittlerweile ebenfalls verstorbenen Nichte aufgetaucht das besagt, dass wohl von meiner Mutter ein sogeanntes Sonderkonto eingerichtet wurde. Die Nichte hatte es damals beim Tod meiner Mutter nie erwähnt. Auf Nachfrage bei der Bank wird jegliche Auskunft verweigert da ich nicht erbberechtigter der Nichte bin. Aber von meiner Mutter schon. Ist die Bank dazu berrechtigt? Vielleicht hatte der Ein oder Andere einen solchen Fall auch mal. Danke schon mal vorab.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für erbrecht, 56

Vermutlich hat Deine Mutter der Nichte einen Betrag geschenkt, der auf deren Namen angelegt wurde.

Damit war es dann das Geld und das Konto der Nichte. Somit gibt es kein Anrecht von Dir, Auskunft zu verlangen.

Falls Du der Ansicht bist, dass die Nichte die Arglosigkeit und Hilflosigkeit Deiner Mutter ausgenutzt hat, dann müsstest Du mit einem Anwalt prüfen, ob diese Schenkung dann widerrufbar wäre. 

Wird aber sehr schwierig sein, weil beide beteiligte inzwischen nicht mehr leben.

Kommentar von Engelsgesicht ,

Danke schön für die Antworten. Ich hätte nur gerne gewußt, was sich hinter dem Begriff Sonderkonto verbirgt. Auch dies wollte die Bank nicht sagen. Der Name meiner Mutter war auf einem Kontoauszug der Nichte aufgetaucht. Ich werde es wohl nie erfahren. Die Geschwister haben es geerbt.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Definition lt. Google Suche:

"ein Sonderkonto ist ein für bestimmte (u. a. auch wohltätige) Zwecke eingerichtetes Konto." 

Eine andere Erklärung zu "Sonderkonto" wurde mit Geldwäsche verbunden.....was ich hier aber nun nicht unterstellen möchte. 

Kommentar von wfwbinder ,

ICh vermute (ist nur eine Idee) das Deine Mutter für die Nichte, aber auf deren Namen ein Konto eingerichtet hat, wo die nur an die Erträge kommt, aber nicht an das Kapital, bis zu einem bestimmten Lebensereignis (18. Geburtstag, Aufnahme eines Studiums, Heirat, etc.). Aber das Geld ist verschenkt. 

Kommentar von Brigi123 ,

Vielleicht war das “Sonderkonto“ für die Bestattungskosten der Mutter gedacht? Das wäre doch naheliegend.

Ein Sonderkonto kann ja mit einem bestimmten Zweck belegt werden. Falls ich das richtig verstanden habe.

Kommentar von wfwbinder ,

Wer macht denn ein Bestattungskonto  auf den Namen der Nichte. Da ist doch das eigene Kind, weil eben auch Erbe 1. Grades logischer.

Ausserdem hätte ja dann die Nichte die Beerdigung zahlen müssen.

Kommentar von Brigi123 ,

“Wer macht denn sowas?“ Eine demente Person z.B.. 

Die Mutter hatte sich aufgrund der Demenz von ihren Kindern abgewandt und offenbar nur noch ihrer Nichte vertraut.

Daher die Idee.

Kommentar von wfwbinder ,

Aber da sollten dann die Bankleute eingreifen. Aber zugegeben, könnte so sein. Eventuell kann ich in 10 Jahren aus eigener Erfahrung berichten, wenn ich dann evtl. selbst dement bin.

Kommentar von Brigi123 ,

Und die Nichte hätte dann die Bestattung bezahlen müssen.

Darauf könnte dann die Fragestellerin die Erben der Nichte verklagen, wenn ihr Spaß macht.

Mir würde sowas nicht gefallen.

Kommentar von wfwbinder ,

Na, also wenn mir Jemand Geld aufs Konto packt, damit ich seine Beerdigung zahle, dann mache ich das auch. So instinktlos kann doch kaum einer sein.

Zur Sicherheit werde ich keinem Neffen, oder Nichte Geld für meine Beerdigung überlassen. Geht zum Glück auch nicht, ich habe keine Nichten und Neffen.

Kommentar von Engelsgesicht ,

Auch dies war nicht der Fall. Die Nichte war bereits in Rente. Es ist weg daran wird sich wohl nichts ändern lassen. Doch Auskunft könnte die Bank doch geben. Danke trotzdem

Kommentar von Brigi123 ,

Die Bank darf keine Auskünfte geben, wenn Du nicht erbberechtigt bist. Mittelbar bist Du evtl.erbberechtigt, was Du kompliziert nachweisen müßtest.

Aber wenn Dir schon klar ist, dass da kein Geld mehr zu holen ist, ...???

Was von den Konten Deiner Mutter abgeflossen ist, kannst Du ja auf jeden Fall heraus bekommen, denn für die Konten Deiner Mutter hast Du ja eine Auskunftsberechtigung.

Jedenfalls Danke dafür, dass Du noch auf unsere ganzen Antworten kommentierst hast.

Antwort
von Brigi123, 36

Also, ich vermute fast, dass Deine Mutter ihre Bestattung durch das Sonderkonto regeln wollte.

Nach dem wenigen, was ich jetzt bei google gefunden habe, kann ein Sonderkonto sowohl zweckbestimmt sein als auch treuhänderisch.

Frag einfach Deine eigene Hausbank, wie das in so einem Fall mit einem Sonderkonto geregelt ist. 

Wie hoch ist denn die Summe auf dem gefundenen Auszug? Käme das hin mit Bestattungskosten? Hat denn die Nichte die Bestattung bezahlt?

Die eigentliche Frage war ja aber, ob die Bank auskunftspflichtig ist.

Das weiß ich nicht. Wie gesagt, würde ich mich bei meiner eigenen Bank erkundigen. Wenn der Name Deiner Mutter auch auf dem Kontoauszug stand, besteht zumindest eine Chance.

Das wird jedenfalls ein ziemlicher Aufriss werden, hier Auskünfte zu erhalten oder evtl. Geld von den Erben der Nichte zurück zu bekommen.

Also es wird viel Zeit und Nerven kosten und evtl. auch Geld für Anwalt etc.

Ob sich das lohnt?

Kommentar von Engelsgesicht ,

Hallo. Nein, hat nichts mit Beerdigungskosten zu tun. Es gab noch ein anderes Konto da. Es handelt sich um ein geheimes Konto das damals nirgendwo aufgetaucht ist. Mich hätte nur interessiert wieviel Geld da geflossen ist und über welche Zeit. Die Nichte hat zu Lebzeiten hierüber keine Angaben gemacht.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Zurück nochmals zur Ausgangsfrage:

 "darf die Bank das" ? 

Das Vorgehen dieser Bank hat sicher etwas mit dem " Bankgeheimnis" zu tun. Die Verschwiegenheitspflicht endet ( ggf. nachzulesen in den AgB einer Bank) nicht mit dem Tod, sondern geht auf den Erben über. Dieses Sonderkonto gehört nicht zu deinem Erbe.(wg. Schenkung zu Lebzeiten an die Nichte)

Die Geheimhaltungspflicht beschränkt sich nicht allein auf das reine Barvermögen sondern auch auf Privatangelegenheiten des Bankkunden.

Antwort
von Gaenseliesel, 64

Hallo,

ohne es genau zu wissen also rein hypothetisch tendiere ich zu folgender (evtl.vergleichbarer ?) Erklärung.

http://www.recht-finanzen.de/contents/1183-wer-erbt-die-lebensversicherung

Kommentar von Brigi123 ,

Gaenseliesel, Du hast also auch an die Zweckbestimmung “Bestattungskosten“ gedacht. Das wäre eben auch naheliegend. Hab es jetzt erst gesehen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

und verständlich irgendwie ! 

..........." Meine Mutter hat sich von ihrer Familie abgewandt. Nur zu einer ihrer Nichten hatte sie Kontakt. "

Vielleicht war die Mutter zu dem Zeitpunkt (Einrichtung Sonderkonto) noch gar nicht dement und wollte genau deshalb rechtzeitig vorsorgen. 

Meine Vermutung:

Zum Zeitpunkt als die Nichte verstarb, war die Mutter bereits so dement, dass eine Änderung dieses Kontos nicht mehr möglich war. 

Kommentar von Engelsgesicht ,

Meine Mutter starb vor ihr. Warum sie das Konto eröffnete war meiner Meinung nach, um sie wahrscheinlich zu ihrer Rente zu unterstützten. Aber warum hat sie ihr nicht monatlich etwas überwiesen? Warum taucht der Name meiner Mutter auf? Warum bekomme ich als Erbe keine Auskunft hierüber?  Kann es steuerliche Gründe haben? Hätte meine Mutter es dem Finanzamt melden müssen? Die haben auch keinerlei Unterlagen von den letzten 10 Jahren. Ich mache mich doch dann strafbar wenn da mehr dahintersteckt. Muss wohl doch einen Anwalt befragen. Danke an alle für eure Kommentare.

Kommentar von Gaenseliesel ,

die kontoführende Bank ist beim Tod des Kontoinhabers ohnehin verpflichtet, dem Finanzamt die Guthaben des Erblassers mitzuteilen, wenn diese bei der kontoführenden Bank über 2.500 Euro liegen. Abwarten ! 

Du bist nicht der Erbe dieses Sonderkontos, bekommst keine Infos von der Bank dazu......also was soll dir passieren ? 

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