Darf der neue Vermieter das?

5 Antworten

Muss ich dem persönlichem gespräch zu sagen oder kann ich darauf bestehen das er mir sein Anliegen auch schriftlich zusendet?

Wie sollte Dich der neue Eigentümer zu einem "persönlichen" Gespräch zwingen können.

Weiterhin eine Mitteilung via Whatsapp mit der Mitteilung eines Eigentümerüberganges Deiner Wohnung halte ich rechtlich für nicht haltbar.

Eine neuen / geänderten Mietvertrag musst Du bei Eigentumsübergang ehedem nicht unterschreiben - Dein bisheriger Vertrag hat Bestand.

Selbst wenn eine "neuer" Vertrag bis auf die Angaben zum Vermieter mit dem bisherigen Vertrag wortwörtlich identisch wäre ..... Du würdest Deine verlängerte Kündigungsfrist .... wenn Du dort bereits länger als 5 Jahre lebst verlieren.

https://www.merkur.de/leben/wohnen/wenn-vermieter-wechselt-darf-neue-eigentuemer-zr-874227.html

Strenge Auflagen für Mieterhöhungen

Die Miete darf der neue Vermieter bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete erhöhen – "allerdings nur unter zwei Voraussetzungen", sagt Ropertz. Zum einen müsse die letzte Mieterhöhung mindestens zwölf Monate zurückliegen. Zum anderen dürfe die Miete innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 20 Prozent heraufgesetzt werden.

In vielen Kommunen sogar nur 15 %!

Ansonsten ..... beim Verhalten dieses neuen Eigentümers kann ich nur raten .... alles zwecks Nachweisbarkeit auf dem Schriftweg zu kommunizieren.

Sollte der neue Eigentümer eine Wohnungsbegehung anstreben ... darf er nur mit konkretem Grund! --- würde ich diese nur in Anwesenheit eines neutralen - kompetenten Zeugen "hinnehmen"..... oder mich gar dabei vertreten lassen.

https://www.berliner-mieterverein.de/recht/infoblaetter/info-164-das-besichtigungsrecht-des-vermieters.htm

Volle Vermieterrechte erst nach Grundbucheintragung

https://www.bmgev.de/mietrecht/tipps-a-z/artikel/eigentuemerwechsel/

Solange der Erwerber nicht im Grundbuch eingetragen ist, hat er im Haus nichts zu sagen. Er darf weder die Wohnungen betreten noch Schlösser auswechseln oder mit Bau- bzw. Abrissarbeiten beginnen. Nur wenn er nachweislich im Auftrag Ihres Vermieters handelt, kann er schon vor erfolgter Grundbucheintragung tätig werden.

Eine SMS ist für mich kein Nachweis.

Achtung: Die Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags oder die sogenannte Auflassungsvormerkung im Grundbuch machen den Erwerber noch nicht zum Eigentümer. Vom Kaufvertrag bis zur Eintragung im Grundbuch können Monate vergehen. Der Zeitpunkt der Grundbucheintragung ist deswegen so wichtig, weil der neue Eigentümer vor seiner Eintragung z. B. keine Mieterhöhungserklärung oder Modernisierungsankündigung verschicken darf. Tut er es trotzdem, können diese unwirksam sein. Lassen Sie sich in solchem Fall die Berechtigung schriftlich nachweisen.

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@wilees

Danke das ist sehr hilfreich und gut zu wissen, den es kommt laut seinem Mietvetrag dazu das die Miete knapp um die hälfte steigen soll und dazu noch 3 Monatsmieten Kaution, wo ich mir doch bitte dafür ein Darlehen bei meine Bank holen soll. Deswegen bin ich da auch so skeptisch.

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@Lena3658

Zusätzlicher Tipp ..... schaue nach, ob es für Deinen Wohnort einen Mietenspiegel gibt - kläre ab wo die Kappungsgrenze liegt ... sprich darf um 15 oder um 20 % erhöht werden. Die Erhöhung kann nur auf Basis der Nettokaltmiete erfolgen.

Ohne Deinen Wohnort zu kennen ... kann ich Dir nichts näheres mehr sagen.

Anspruch auf eine nachträgliche Kaution hat diese obskure neue Eigentümer ganz sicherlich nicht.

Wann wurde Deine Miete das letzte Mal erhöht?

Auch muss der Vermieter bei einem Mieterhöhungsbegehren Fristen einhalten:

Möchte ein Vermieter die Miete anheben, so muss die Mieterhöhung schriftlich und begründet erfolgen. Das Gesetz sieht vor, dass die erhöhte Miete mit Beginn des dritten Kalendermonats nach Zugang des Schreibens fällig wird, falls der Mieter der Mieterhöhung zustimmt.

Beispiel .... Dein Vermieter ist als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen, und Dein vorheriger Vermieter hat Deine Miete zuletzt vor 15 Monaten um 15 % erhöht .... Kappungsgrenze wären 15 % .... dann könnte der neue Eigentümer die Miete frühestens in 1,75 Jahren erneut erhöhen.

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@wilees

leider hat mein damaliger Vermieter in den letzten 5 Jahren nicht einmal die Miete erhöht, daher denke ich das der neue Eigentümer damit kommen wird, da ich ja den Mietvertrag nicht Unterzeichen werde.

Wenn der neue Vermieter die Miete erhöht darf er sie grundsätzlich nur 15-20% erhöhen oder gleich knallhart dem Ortsüblichen Mieten direkt anpassen?

Mit dem Mietspiegel werde ich mich aber mal schlau machen, danke.

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@Lena3658

werden Mängel da auch mit bedacht oder sind die in dem sinne egal?

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@Lena3658
darf er sie grundsätzlich nur 15-20% erhöhen

genau so ..... siehe Kappungsgrenze in Deiner Kommune . Die Erhöhung kann nur auf Basis der Nettokaltmiete erfolgen.

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@Lena3658

Mein Rat ..... soweit Du keine Rechtschutzversicherung hast, werde schnellstens Mitglied in einem Mieterschutzbund.

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@wilees

Danke für die Hilfe jetzt bin ich um einige Schlauer ;)

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@Lena3658

Wenn Du weitere Fragen hast .... erweitere gerne ... auch zu einem späteren Zeitpunkt.

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@wilees

Danke, auf das Angebot werde ich bestimmt nochmal zurück kommen.

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Der neue Vermieter kann Dir keinen neuen Vertrag aufzwingen. In den meisten Fällen wäre es für den Mieter auch nachteilig, denn wäre es andersrum würde der neue Vermieter schön die Füße still halten. Zur Sicherheit: https://dejure.org/gesetze/BGB/566.html

Der neue Vermieter kann aber von allen Rechten die ein Vermieter so hat Gebrauch machen. Nur weil sein Vorgänger das nicht getan hat, hat das ja nix zu sagen. Ob und wie er die Miete erhöhen darf, wäre dann zu klären. Ich würde in einen Mieterschutzbund eintreten.

Die Verweigerung eines persönlichen Gesprächs ändert nichts an Deinen Rechten oder Pflichten, sondern schafft nur schlechte Stimmung von Anfang an. Der Vermieter hat auch das Recht auf Begehung des Objekts um sich einen Überblick über dessen Zustand zu verschaffen. Und wenn er das will, dann einmal im Jahr. Unters Bett gucken inklusive.
Sollte er dabei versuchen Dich in Deinen Rechten einzuschränken oder unter Druck zu setzen kannst Du es immer noch verweigern. (die Begehung allerdings nicht).

Ist ja schön, dass er dir ein Mail geschrieben hat. Da kannst du ihm zurück schreiben, dass sich durch den Kauf für dich nichts ändert, dass es keinen neuen Mietvertrag geben wird und dass du ein persönliches Gespräch nicht gut findest, weil das gesagte so viel schlechter zu dokumentieren ist wie ein Mailverkehr.

Bestehe also darauf, dass ihr alles per Post oder Mail macht. Wenn das Risiko einer Eigenbedarfskündigung aus deiner sicht nicht hoch ist, kanns du ja hinzufügen, dass sich schriftliche Sachen viel, viel besser mit dem Mieterveren oder deinem Anwalt besprechen lassen als ein Gespräch.

Zu anderen Themen (Grundbucheintrag, Erhöhungsmöglichkeiten) haben sich anders schon geäußert.

Wir haben Vertragsfreiheit - das was der neue Vermieter fordert ist legal. Bert Brecht hat einmal geschrieben: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Es ist absolut deine Entscheidung, ob du weiterhin Interesse hast oder dich nach einem anderem Objekt umsehen möchtest. Alle mündlichen Zusagen vom ursprünglichen Wohnungseigentümer gelten natürlich nicht mehr - natürlich kann man als Vermieter bei einer Neuvermietung mehr Mietzins fordern, die einzige Bremse ist der Mietspiegel.

natürlich weiss ich das er die Miete erhöhen darf, dass ist mir schon klar. Nur das muss er mir ja eh schriftlich Ankündigen und einen neuen Mietvertrag kann er mir zusenden aber ich muss ihn nicht akzeptieren. Daher meine Frage.

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nur das problem ist das er mich unbedingt zu diesen Gespräch drängt und ich wissen möchte ob ich mich darauf einlassen muss?

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@Lena3658

das persönliche Gespräch zählt hier zu den üblichen Umgangsformen im privaten als auch im geschäftlichen Bereich. Es abzulehnen wäre schlicht unhöflich.

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