Darf der Arbeitsgeber einen 400,- Job ohne weiteres kündigen?

3 Antworten

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Eine geringfügige Beschäftigung unterliegt dem Arbeitsrecht genau so wie eine Vollzeitbeschäftigung.

Du hast zwar in dem Kleinbetrieb keinen Kündigungsschutz,aber der Arbeitgeber muss sich trotzdem an die Gesetze halten.

Eine fristlose Kündigung bedarf eines wichtigen Grundes,um rechtswirksam zu sein. Du müsstest zum Beispiel "silberne Löffel" geklaut haben.

Da kein schriftlicher Arbeitsvertrag besteht,gelten für die reguläre Kündigung die gesetzlichen Regelungen des § 622 BGB,danach kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

Und: Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform;die elektronische Form ist ausgeschlossen.(§ 623 BGB)

Und natürlich hast du Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub von vier Wochen,wobei natürlich nur die Tage vom Arbeitgeber zu bezahlen sind,an denen du zur Arbeit verpflichtet wärst,hättest du nicht in dieser Zeit Urlaub.

Weitere Hinweise findest du hier: www.minijob-zentrale.de

Für Kleinunternehmen gilt zusätzlich:

*Für Kleinunternehmen, die in der Regel nicht mehr als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der Auszubildenden beschäftigen, besteht die weitere Möglichkeit, die Grundkündigungsfrist einzelvertraglich auf vier Wochen festzulegen. Dies ist keine Verkürzung im eigentlichen Sinne. Der Vorteil für Kleinunternehmen besteht nur darin, daß hinsichtlich der Grundkündigungsfrist keine Kündigungstermine (zum 15. oder zum Monatsende) festgelegt sind. Die verlängerten Kündigungsfristen nach § 622 Abs. 2 BGB können nicht verkürzt werden, denn es wird ausdrücklich nur auf Absatz 1 Bezug genommen. Bei der Feststellung der Zahl der Beschäftigten sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als zehn Stunden mit 0,25, nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen (§ 622 Abs. 5 Satz 2 BGB).*** Quelle: http://www.felser.de/felser/RechtA-Z/Arbeitsrecht_von_Abberufung_bis_Zeugnis-Dateien/kuendigungsfristen.html

Geregelt ist der Kündigungsschutz hier: OR Art. 335b: Im ersten Dienstjahr beträgt die Kündigungsfrist einen Monat. Für die Kündigung ist in jedem Fall die Schriftform vorgeschrieben. Auf Verlangen ist dem Gekündigten eine schriftliche Begründung der Kündigung auszuhändigen (OR 335 Abs. 2) dazu BGE 116 II 145. Fristlos kann Dir der Arbeitgeber also nicht kündigen, ausser Du hast Dir etwas zu Schulden kommen lassen, z.B. Verletzung Betriebsgeheimnis oder andere grobe vergehen! Da es sich um ein sehr kleines Unternehmen handelt, wirst Du wenig Chancen haben der Kündigung zu widersprechen. Vielleicht gibt es ja die Auftragslage nicht mehr her, dass Du weiter beschäftigt wirst.

Danke für Eure Hilfe!

Ist es nicht so, dass es bei 400,- Jobs in kleinen Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten das Kündigungsschuzrecht keine Anwendung fidnet? In meinem Falle weiß der junge Arbeitgeber selber auch nicht viel vom deutschen Recht. Er ist mit mir sehr zu frieden, will aber nun einen Verwandten beschäftigen mit der Begründung,dieser brauche Geld! und denkt, so leicht mündlich ich gekommen bin, werde ich auch mündlich gegen!

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Kündigungsfrist gesetzlich: 4 Wochen zum 15. oder Ende des Monats !! Fristlose Kündigung nur möglich mit entsprechendem Grund !! Urlaub, der noch nicht genommen wurde, muss entweder gewährt oder abgegolten werden ... alles genauso wie bei Vollzeit-Arbeitnehmern!! Es ist allerdings nicht immer leicht, diese Ansprüche gegen sture Arbeitgeber durchzusetzen, aber wenn er dich eh loswerden will, brauchst du keine Hemmungen zu haben, dies ggf. auch juristisch durchzusetzen. ... Grüße vom Querkopf

Hi! Du kannst bei der Minijobzentrale nachfragen, denn über die bist Du auch gemeldet und über die zahlt Dein Arbeitgeber die Pauschalabgaben.

http://www.minijob-zentrale.de/DE/0__Home/navNode.html?__nnn=true

Mein Stand ist, dass die Kündigungsfristen auch bei Minijobs gelten (allerdings kenne ich mich nicht mit den Regelungen für kleinere Betriebe aus). Einie 100% richtige Antwort wirst Du jedoch garantiert bei der Minijobzentrale bekommnen.

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