Darf der Arbeitgeber Teile des Lohns unter Umständen zurückbehalten?

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4 Antworten

darf er gar nicht. Er muss sich an den Arbeitsvertrag halten. Will er die Zahlungen kürzen, dann nur mit Vereinbarungen. Und die hat er in dem Falle wohl nicht.

Gar nicht außer es liegt vertragswidriges Verhalten des Arbeitnehmers vor (z.B. unentschuldigt fehlen).

Das ist nicht rechtens - du kannst deinen rückständigen Lohn sogar beim Arbeitsgericht einklagen. Solange keine Insolvenz angemeldet ist, muss der Arbeitgeber zahlen. Du hast ja auch Verpflichtungen und musst beispielsweise pünktlich Miete zahlen. In Betrieben mit einem Betriebsrat ist das eigentlich undenkabar, als ich vermute hier schon ein kleines Unternehmen. Sollte der Arbeitgeber wirklich in zahlungsschwierigkeiten stecken, empfiehlt sich dringend die Suche nach einem alternativen Arbeitsplatz, egal wie lange du dort schon beschäftigt bist.

Bei einem Insolvenzfall gibt es Insolvenzgeld vom Arbeitsamt, früher Konkursausfallgeld. Allerdings maximal nur 3 Monate. Wenn das Unternehmen abgewickelt wird, droht spätestens dann die Kündigung aus betrieblichen Gründen durch den Konkursverwalter.

Der Chef darf Gehälter nur dann kürzen, wenn der Arbeitgeber den Vertrag seinerseits nicht erfüllt hat. Also z. B. ohne Entschuldigung und Krankmeldung nicht aufgetaucht ist. Ansonsten sind regelmäßige Nichtbezahlung bzw. Kürzungen ein fristloser Kündigungsgrund.

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