Darf Arbeitgeber, anstelle den Urlaub zu gewähren, ihn abgelten, auch nur tageweise?

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4 Antworten

Der Erholungsurlaub kann nur bei Kündigung oder Arbeitsunfähigkeit abgegolten werden. Siehe z.B. hier:

http://www.info-arbeitsrecht.de/Urlaub/urlaub.html

Hat das Unternehmen ein Zeitkontomodell, in das Überstunden und ggf. auch Urlaubstage, die über den gesetzlichen Mindesturlaub im Jahr hinausgehen, eingebracht werden können, so kann auf diesem Wege auch eine Abgeltung erfolgen. Der gesetzliche Mindesturlaub pro Jahr ist davon jedoch ausgenommen.

"Dringende betriebliche Gründe" können allerdings dafür sorgen, daß Urlaub nicht genommen werden kann. Dann verschiebt sich der Anspruch ggf. bis auf das erste Quartal des Folgejahres.

Wird ein Urlaubsanspruch dann immer noch nicht wahrgenommen, so verfällt er. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Arbeitsgeber in solchen - ja betrieblich motivierten Fällen - einen einmaligen "Bonus" auszahlt, der zufällig einer Abgeltung des eigentlich nicht abgeltungsfähigen, verfallenen Urlaubs entspricht ;-)

Urlaubsabgeltung

Ersatz des nicht verbrauchten Erholungsurlaubs eines Arbeitnehmers durch eine Geldleistung. Urlaubsabgeltung ist grundsätzlich gesetzlich verboten.

Der Arbeitnehmer muss sich um die Gewährung des Urlaubs durch den Arbeitgeber bemühen und darf sich auch dann nicht einfach selbst beurlauben, wenn das Urlaubsjahr oder der Übertragungszeitraum abläuft. Verfällt der Urlaub dann, weil der Arbeitgeber den Urlaub nicht gewährt hat, so kann der Arbeitnehmer im Wege des Schadensersatzes nach §§ 280, 249 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches Ersatzurlaub verlangen.

Nur wenn der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden kann, lässt § 7 Absatz 4 des Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) eine Abgeltung zu. Voraussetzungen des Abgeltungsanspruches sind:

das wirksame Bestehen des Urlaubsanspruches bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Erfüllbarkeit des Abgeltungsanspruchs

Der Abgeltungsanspruch ist zum Ende des Kalenderjahres (bzw. bis zum 31.03. des Folgejahres) befristet - danach erlischt er.

Unter der Erfüllbarkeit versteht man, dass der Arbeitnehmer bei hypothetischer Weiterführung des Arbeitsverhältnisses den Urlaub tatsächlich hätte nehmen können, er also bis zum Ende des Urlaubsjahres (oder bis zum 31.03. des Folgejahres) nicht arbeitsunfähig krank ist.

Die Höhe der Abgeltung entspricht dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Überstundenvergütungen werden dabei ebenso wenig mitgerechnet wie momentane Verdienstkürzungen. Praxistipp:

Das Abgeltungsverbot kann nicht durch vertragliche Regelungen umgangen werden.

hier auch nachzulesen:

http://www.rechtslexikon-online.de/Urlaubsabgeltung.html

Eine Urlaubsageltung geht nur bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wenn der Urlaub durch Gewährung von Freizeit nicht mehr genommen werden kann. Also in deinem Fall kann auch nicht teilweise der Urlaub mit Geld abgegolten werden.

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