CFD-Trading, Day-Trading..... Besteuerung ab 2015

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Das FG Berlin-Brandenburg hat entschieden, daß Daytrading im Rahmen des privaten Vermögensmanagements und nicht als Dienstleistung für andere nicht als gewerbliches Handeln einzustufen ist. Dies wurde vom BFH im Revisionsverfahren vom 24.06.2008, Az. X R 38/07 bestätigt.

Du solltest zunächst mal als Broker eine ausländische Institution wählen, da ansonsten die sofortige steuerliche Verrechnung für Dich insgesamt sehr ungünstig verläuft. Damit ist auch das Thema der Kirchensteuer (die ja nur einen minimalen Anteil hier ausmachen dürfte) erledigt. Das ist alles im Veranlagungsverfahren zu besteuern.

Die Einkommensteuererklärung könnte sich damit erübrigen, wenn Du bei einem deutschen Broker handeln würdest. Bei einem ausländischen Broker wird es jedoch notwendig sein, diese Einkommensteuererklärung abzugeben und nachträglich die Besteuerung vorzunehmen. Das ist letztendlich für Dich deutlich günstiger als das deutsche Verfahren.

Abgeltungssteuer von cfd-Gewinnen und day-trading Gewinnen sowieso schon automatisch an die Finanz abgeführt.

Auf diesen Aspekt gehe ich gerne ein. Als alleinlebender Steuerpflichtiger hast Du einen Sparerpauschbetrag von € 801 für Kapitalerträge. Den wirst Du sicherlich voll ausgeschöpft haben. Wenn unter Berücksichtigung keiner weiteren Einkünfte Deine über € 801 hinausgehenden Tradinggewinne nach Abzug von Sonderausgaben etc. ein steuerpflichtiges Einkommen von mehr als € 15.700 besteht, dann ist die Belastung mit Abgeltungsteuer niedriger als wenn eine Regelbesteuerung erfolgen würde. Eine Steuererklärung wäre dann nur wegen der Festsetzung der KiSt erforderlich, aber dies läßt ja durch den Auftrag zum KiSt-Einbehalt vermeiden.

Unterhalb dieses Schwellenbetrages käme - auf Antrag in Anlage KAP zur ESt-Erklärung - eine Günstigerprüfung in Frage, so dass ein Teil der Abgeltungsteuer zurückerstattet wird.

Faktorzertifikat - Dauer und mögliche Kündigung

Ich habe mal als relativer Neuling im Trading-Geschäft eine Frage zu Faktorzertifikaten. Vor allem natürlich zu denen, die einen Index 4-12fach hebeln, sowohl im Long-Bereich als auch im Short-Bereich. Ich höre immer, dass ein Totalverlust aufgrund eines Anpassungsmechanismusses unmöglich ist und es kein Laufzeitende gibt.

Um dies mit einem Beispiel zu belegen: ich kaufe heute bei Dax-Stand 8800 ein Faktorzertifikat von Vontobel mit 8fachen Hebel (WKN: VZ8LDX) für 10.000 Euro. Leider fällt der Dax in den nächste 12 Monaten auf 2000 Indexpunkte. Ist selbst dann mein Faktorzertifikat immer noch kein Totalverlust? Der Dax braucht bei seiner anschließenden Aufholjagd bis er wieder bei 8800 steht 5 lange traurige Jahre. Kann ich dann im Jahre 2019 mein Faktorzertifikat wieder zum Einstiegskurs von 10.000 Euro verlustfrei freikaufen? Oder ist irgendetwas passiert, wo ich als Neuling nicht dran denke?

Wie sieht es mit der Kündigung durch den Emittenten aus? Ich finde im Internet kein Faktorzertifikat, dass es schon knappe 10 Jahre am Markt gibt. Wird ein solches Faktorzertifikat eventuell eingestellt, wenn es wie in meinem Beispiel beschrieben eklatant mit mehreren hundert oder gar tausend Prozent zwischenzeitlich im Minus ist?

Kurzum: Könnte ich bei einem Faktorzertifikat mögliche Verluste einfach so lange aussitzen, bis sich ein Gewinn wieder einstellt - egal nach wievielen Jahren oder auch nach noch so großen zwischenzeitlichen Verlusten???

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