Frage von DarkLevi, 34

Cashback und Mahngebühr in Anlage UR Umsatzsteuererklärung Zeile 47 - welcher Paragraph?

Hallo,

ich habe für wiederverkaufte Ware, welche über einen Großhändler bezogen wurde, seitens des Herstellers über eine Werbeagentur Summe X als Cashback bekommen. Dazu ein Schreiben in dem es heißt dass mangels vertraglicher Bindung direkt mit dem Hersteller der Cashback-Betrag als Nettobetrag zu sehen ist und ohne umsatzsteuerliche Würdigung verbucht werden soll. Somit habe ich das Cashback auf Konto "8100 - Steuerfreie Umsätze § 4 Nr. 8 ff UStG" verbucht. Wahrscheinlich hier schon falsch. ;-) Ebenso habe ich geringfügige Mahngebühren eingenommen.

Die Summe aus Cashback und Mahngebühren taucht nun natürlich in Zeile 47 der Anlage UR auf. In dieser Zeile muss man auch den Paragraphen angeben. Die Mahngebühren wären ja "§ 4 Nr. 8 a)" wenn ich richtig liege, wobei mich das Steuerprogramm hier auch nur "§ 4" eintragen lässt. Stimmt das für den Cashback dann auch und reicht hierbei die Angabe "§ 4" oder muss diese genauer erfolgen?

Vielen Dank für eure Mühe

Antwort
von wfwbinder, 21

Die Frage die sich mir bei Deiner Bucherei stellt ist, warum ist cashback ein Umsatz?

Hast Du dafür eine Rechnung erstellt, oder eine umsatzsteuerlich relevante Gutschrift bekommen? 

Bei einem Cashback, gezahlt von einem Unternehmen, mit dem Du keinen Vertrag über eine Lieferung, oder zu erbringende Leistung hast, stellt sich mir nämlich die Frage, welche Art von Leistung Du erbracht hast, die gegen Entgelt ausgeführt wurde.

Damit will ich jetzt nicht gesagt haben, das es sicher nicht steuerbar ist, aber man müsste m.E. genau prüfen, ob Umsatzsteuer anfällt, oder nicht.

Kommentar von DarkLevi ,

Hallo,

danke für deine Antwort.

Hast Du dafür eine Rechnung erstellt, oder eine umsatzsteuerlich relevante Gutschrift bekommen?

Rechnung gestellt habe ich keine und den Cashback einfach mit besagtem Schreiben überwiesen bekommen.

Bei einem Cashback, gezahlt von einem Unternehmen, mit dem Du keinen
Vertrag über eine Lieferung, oder zu erbringende Leistung hast, stellt
sich mir nämlich die Frage, welche Art von Leistung Du erbracht hast,
die gegen Entgelt ausgeführt wurde.

Ich würde behaupten Vermittlung....???

Um die Situation aufzuklären:

Ich habe über einen Distributor (Großhändler) mehrere Server eines Herstellers für diverse Kunden gekauft. Der Hersteller selber hat OEM-Software von Microsoft für die Server, welche günstiger ist als die am freien Markt. Für das mitbestellen der "gebrandeten" OEM-Software anstatt der "freien" hat mir der Hersteller über eine Werbeagentur einen entsprechenden Cashback zukommen lassen.

Hoffe die Situation ist nun klarer...

LG

Kommentar von wfwbinder ,

ich verstehe richtig:

Normaler Weise hättet Ihr die Software (vermutlich windows) als normale MS-Software kaufen müssen, sagen wir für 50.

Ihr habt vom Hersteller die gebrandete OEM Software für 40 genommen.

Um Euch die noch "schmackhafter" zu machen, hat der Hersteller ein drittes Unternehmen veranlasst Euch eine Prämie von  pro Stück zahlen lassen.

Ich kann hier keine Leistung von Euch an die Werbeagentur entdecken.

Das ist für mich ein a.o. betrieblicher Ertrag, der umsatzsteuerlich nicht steuerbar ist.

Kommentar von Valeskix ,
Kommentar von Valeskix ,

Anmerkung: Mahngebühren sind sog. "echter Schadenersatz" und als Betriebseinnahme anzusetzen - umsatzsteuerlich kein steuerbarer Umsatz.

Siehe A 1.3 Abs. 6 S.2 UStAE
https://www.jurion.de/gesetze/ustae/1.3./

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