Carsharing als Trend und in entsprechende Aktien investieren?

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Carsharing ist zwar interessant, aber da gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Das Geschäft ist aufgrund der Finanzierungs- und Auslastungsrisiken nicht mit üppigen Margen versehen.

  • Im Vergleich zum Flottengeschäft und selbst den Mietwagenanbietern ist Carsharing ein ziemlich kleines Pflänzchen. Der Markt ist recht zersplittert und es gibt keine wirklich großen Anbieter.

  • Da Carsharing die physische Verfügbarkeit von Fahrzeugen voraussetzt, gibt es im wesentlichen lokale bis regionale Anbieter, die momentan den Markt dominieren. Mit einem Konsolidierungsdruck dürften dann aber auch nochmals die Margen leiden.

  • Initiativen der Automobilhersteller (z.B. Car2Go) sind umsatz- und ergebnismäßig verschwindend gering im Vergleich zum Hauptgeschäft. Das läuft dann wohl noch zum Teil als Imagekampagne und nicht als ernstzunehmendes Geschäft mit signifikantem Ergebnisbeitrag für die Konzerne.

Daher würde ich dieses Segment in Deutschland als nicht über Aktien investierbar betrachten. Der naheliegene Wert, ZIPCAR, wird nicht mehr gehandelt, da Avis das Unternehmen übernommen hat.

ich kenne keinen Anbieter, an den du als Kleinanleger direkt investieren könntest. Die meisten sind über Private Equity finanziert oder in der Hand von Sixt, BMW, der Dt. Bahn etc. Damit könnte man die entsprechenden Aktien kaufen, kommt jedoch nicht direkt an die Dynamik des Carsharing-Geschäftes.

Ist es moralisch verwerflich mit Aktien von Nestlé, der Rüstungsindustrie, etc. zu handeln?

Viele Unternehmen handeln moralisch verwerflich. Menschen zu erschießen, Menschen das Wasser abzudrehen gehört für mich dazu. Ich frage mich jetzt, ob es moralisch verwerflich ist, Aktien solcher Unternehmen zu kaufen und verkaufen.

Der eigentliche Hintergrundgedanke von Aktien ist es ja, möglichst vielen möglichst einfach zu ermöglichen in ein Unternehmen zu investieren, damit dieses zukünftige Projekte, usw. zu finanzieren kann. Wenn ich jetzt aber eine Aktie von bspw. Nestlé kaufe, kaufe ich diese ja nicht von Nestlé sondern von einem anderen Privatanleger der eine Nestlé Aktie verkaufen möchte. Nestlé hat also direkt rein gar nichts von einem guten Aktienkurs. Außer, Nestlé möchte jetzt weitere Aktien herausgeben um das nächste Projekt zu finanzieren, was aber eher selten der Fall sein wird, das Nestlé vermögend genug ist, sich selber zu finanzieren (?).

Also ist es vollkommen vertretbar mit Aktien von moralisch bedenklichen Firmen zu handeln, da das Unternehmen ja sowieso nichts von einem guten Aktienkurs hätte. Liege ich da mit meiner Überlegung richtig?

Dislaimer: Ich habe Nestlé nur als Beispiel genommen, weil die allgemein einen eher schlechten Ruf und auch einen Skandal nach dem anderen haben. Vielleicht ist Nestlé auch die Wohlfahrt, ich weiß es nicht, ich hab' mich damit nicht beschäftigt. Mir ist des Weiteren klar, dass es weitaus schwerwiegendere Parteien gibt als den privaten Aktieninvestor, wie dem Konsumenten zum Beispiel. Meine Frage bezieht sich aber ausschließlich auf den Privatinvestor.

Danke :)

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