Brauche dringend Tipps: Wie kann ich meine verspätet begonnene Altersversorgung angehen ohne Angst haben zu müssen?

...komplette Frage anzeigen Mein bescheidenes Depot ... . - (Rente, Altersvorsorge)

3 Antworten

Hallo Nando01,

Sie schreiben unter anderem:

Brauche dringend Tips ... Weis nicht, wie es finanziell mit mir weiter gehen soll und habe große Angst ums älter werden. Bitte dringend um Hilfe ! ... ?

Ich bin seit Jan. 2016 im Krankenstand und werde dies auch noch mindestens bis nach meiner Reha, zu Anfang August noch sein.

Ich bin 43/mDie Liste meiner Vorerkrankungen ist lang, deswegen habe ich auf Grund der Gesundheitsfragen weder eine BU-Vers, noch eine Rentenvers, Pflegevers. (außer Pflege-bahr), noch Risiko - oder Lebensversicherung.

Gleiches bei meiner Frau. Eine Erwerbsminderungsrente kann ich mir nicht leisten und erlauben.

Oder aber ich beziehe dann gleich Arbeitslosengeld 1 für ein Jahr. Ich bin schwer vermittelbar, darf keine Schicht mehr arbeiten und bin für den Arbeitsmarkt eigentlich schon fast zu alt.

Antwort:

Mit aktuell 43 Jahren sind Sie nach dem 1.1.1961 geboren und haben in  der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

====

Grundvoraussetzung für die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente ist die Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen!

Auf Ihrem DRV Rentenkonto müßen mindestens
60 Beitragsmonate (5 Jahre)-
davon in den letzten 5 Jahren
mindestens 36 Beitragsmonate (3 Jahre)
nachgewiesen werden!
Fehlt da auch nur ein Monats - Beitrag,
besteht in der Regel keine Chance auf Erwerbsminderungsrente!

Im nächsten Schritt geht es
um den Nachweis der medizinischen Voraussetzungen!

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist,
hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

Für die Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente
muß an Hand der eigenen Krankenakte glasklar
und sehr detailliert nachgewiesen werden,
daß die Leistungsfähigkeit auch für leichte Tätigkeiten
am allgemeinen Arbeitsmarkt
dauerhaft auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag,
auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt,
abgesunken ist!
(Leichte Tätigkeiten
= zum Beispiel Pförtner, Museumswärter, Nachtportier, usw.)

====

Ihren Zeilen ist zu entnehmen, daß Sie derzeit keiner versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen und Krankengeld beziehen!

Krankengeld ist in der Regel auf maximal 78 Wochen, einschließlich Lohnfortzahlung begrenzt! 

An das Krankengeld schließt in der Regel das ebenfalls zeitlich individuell befristete ALG 1!

Die zeitliche Befristung des ALG 1 kann ggf. im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer des Antragsverfahrens ausgedehnt werden!

Stichwort: "Nahtlosigkeitsregelung!"

====

Was das ALG 1 anbelangt, so muß Ihre Leistungsfähigkeit über 3 Stunden pro Arbeitstag- und Sie müßen vermittelbar sein!

Ansonsten wird Ihnen die Agentur früher oder später zur Auflage machen, daß Sie bei der DRV einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente einreichen!

====

Da Ihre Frau beruftstätig ist und Einkommen hat, welches ggf. diverse Freibeträge des zulässigen Haushaltseinkommens überschreitet, wird es ggf. keine Sozialleistungen wir Grundsicherung/Hilfe zu Lebensunterhalt vom Sozialamt geben!

====

Außer der DRV=Erwerbsminderungsrente dürfte die Luft ziemlich dünn werden!

====

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Wow, danke für die ausführliche Antwort :-)
Nun, ich denke, vieles davon erfülle ich.

Ich bekam von meiner Krankenversicherung die Pistole auf die Brust gesetzt und konnte entscheiden, ob ich Erwerbsminderungsrente, oder alternativ eine Reha beantrage.

Natürlich entschied ich eine Reha. Die Beantragung kommt in meinem Fall überhaupt nicht in Frage, da ich dafür noch viel zu jung dafür bin, hab ja noch nicht lange ein-bezahlt, und das bissel Rente reicht nicht zum leben und nicht zum sterben.

Zum anderen würde ich auch gerne einer interessanten Tätigkeit nachgehen, der ich auf Grund meines GdB 40 gewachsen bin. Als hoffnungslosen Fall sehe ich mich jetzt nicht.

Vielleicht komme ich in den Genuss einer Umschulung oder Weiterbildung und finde entsprechend das richtige, bis zur normalen Rente, das wäre mir am liebsten.

0
@Nando01

Vielleicht komme ich in den Genuss einer Umschulung oder Weiterbildung und finde entsprechend das richtige, bis zur normalen Rente, das wäre mir am liebsten.

Antwort:

Umschulung/Weiterbildung setzt aber in der entsprechende Belastbarkeit voraus!

Mit fortgeschrittenem Alter dürfte die DRV gründlich checken, ob sich der Aufwand für eine Umschulung/Weiterbildung überhaupt rechnet, zumal ja auch ein passender Arbeitsplatz verfügbar sein müßte!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

1

Mit 43 hast Du noch 22 Jahre + X bis zum Rentenalter. 

Da lasse Dich nicht auf Abenteuer ein, sondern konsultiere einen Finanzmakler und lasse Dich beraten.

Deine Zockerei kannst Du mit einem kleinen Betrag trotzdem betreiben.

@wfwbinder:

Danke für Deine/Ihre Antwort :-)
Naja, Zockerei finde ich das Traden jetzt nicht, wenn man es professionell machen will und nicht "auf den schnellen Gewinn ohne zu arbeiten" aus ist ;-) . 

Mit dem Traden ist das so eine Sache;
Entweder man liebt es oder man hasst es. heißt: man findet es gut und befürwortet es oder aber man hält eben gar nichts davon (Zockerei). Aber es ist ja völlig legitim, da seine eigene Meinung drüber zu vertreten.

Ja, so ein Finanzmakler wäre in meinem Fall, schon nicht schlecht. Leider kosten Die auch Ihr Geld, wenn sie wirklich unabhängig vermitteln und beraten und Ihre Provisionen nicht von den Versicherungen und Finanzinstituten beziehen.

Geld, das mir derzeit noch fehlt. Aber ich werde es als Ziel im Auge behalten. Nochmals Danke für Deinen Rat !

0
@Nando01

Mein Lieblingsspekulant (Kostolany) hat mal gesagt:

"Wer viel hat, darf spekulieren, wer wenig hat darf nicht spekulieren, wer nichts hat, muss spekulieren."

Zocken sollte auch nicht negativ sein, aber darauf kann man keine Altersversorgung aufbauen, sondern es nutzen, um zu Geld zu kommen, mit dem man dann solide Möglichkeiten nutzen kann.

Es gibt auch Finanzmakler, die von den Anbietern bezahlt werden, aber diese Dinge aufdecken (auch hier im Forum).

4
@wfwbinder

"Wer viel hat, darf spekulieren, wer wenig hat darf nicht spekulieren, wer nichts hat, muss spekulieren. ... "

Guter Satz! :-)

"Zocken .... darauf kann man keine Altersversorgung aufbauen, sondern es nutzen, um zu Geld zu kommen, mit dem man dann solide Möglichkeiten nutzen kann."

Dem stimme ich voll und ganz zu. Genau aus dem Grund nur trade ich. Ich hab das in meiner Frage auch nicht einer Altersvorsorge oder alleinigem Vermögensaufbau gleichgesetzt.

"Es gibt auch Finanzmakler, die von den Anbietern bezahlt werden, aber diese Dinge aufdecken (auch hier im Forum). ... "

Deshalb habe ich mich auch hier vor kurzem angemeldet, um die Meinung von solchen Personen und Leuten wie Dir/Ihnen zu lesen, Antworten zum Thema Finanzen und Vorsorge zu bekommen und von deren Rat und Erfahrung zu profitieren. 

Wissen und Orientierung die mir zu diesem wichtigen Thema leider etwas fehlt, um so mehr und schneller würde ich gerne darüber Bescheid wissen und dazu lernen.

1
@Nando01

Um Irrtümern vorzubeugen, ich bin kein Anlageberater und kein Finanzmakler. Da gibt es Andere, die wirklich berufen sind. Ich bin nur einer von denen, die hinterher versuchen die Steuern zu mindern. ;-) :-)

1
@Nando01

Na klar, irgendwie muss ich ja finanzieren, dass ich hier viele Tipps gebe. ;-) :-)

1
@Nando01

Ja, so ein Finanzmakler wäre in meinem Fall, schon nicht schlecht.
Leider kosten Die auch Ihr Geld, wenn sie wirklich unabhängig vermitteln und beraten und Ihre Provisionen nicht von den Versicherungen und Finanzinstituten beziehen.

Wenn du kein Geld für Honorarberatung hast, bleibt dir nicht viel Alternative zum courtagebasierten Makler.

Die ganze Sache ist auch relativ müßig, da Makler zumeist über Pools ihr Geld beziehen und es daher überhaupt keinen Unterschied macht bei welchem Anbieter am Ende ein Vertrag entsteht, der Pool mittelt die Vergütungen, von daher ist durchaus Unabhängigkeit gegeben.

Beim Honorarberater kannst du theoretisch am Ende der Beratung, die du bezahlst auch da stehen und denken: Das bringt mir alles nichts. Geld ist weg, da Leistung erbracht.

Über die Art der Vergütung würde ich also weniger obzessieren als vielmehr darum zu schauen an welchen Stellschrauben man noch drehen kann und was für dich Sinn macht oder nicht.

2

Mit "Traden" kannst du keine sichere Zukunft aufbauen.

Das was ich gespart habe will ich zum traden verwenden (Forex, Devisen,
CFD's, Zertifikate, futures, etc...) , wenn ich irgendwann mir
ausreichend Erfahrung angeeignet habe um mit Echtgeldkonto zu Traden.
Bin dahingehend aber auf einem guten Weg.

Das ist Zockerei, die dir auch keine sichere finanzielle Lebensperspektive verspricht, sondern eher ein hohes Risiko darstellt. Du kannst ab und zu Gewinne generieren, aber gleichermaßen auch Verluste erleiden.

Denke lieber darüber nach, wie du einen Job finden kannst. Dann weißt du, was du verdienst und der Verdienst ist risikolos in deiner Tasche.

Danke fürs antworten.

Nun, ein Zocker bin ich ganz sicher nicht. Ich habe noch nie gespielt (gegen Geld) oder jemals in meinem Leben Lotto oder sonstige Glücksspiele gespielt.

Ich bin sehr Risikobewusst und versuche, mich nie in eine aussichtslose Lage zu bringen, brauche immer einen Plan B.

Was Gegner des Tradens allerdings oft nicht sehen ist, das man sich auch dort absichern kann ob größere Verlusste auszuschließen und Verluste zu minimieren (Bsp. Stop Loss, CRV).

Traden ist ein Beruf wie Banker. Ich werde es allerdings als Nebentätigkeit führen. Ich glaube nicht, das ich als Autodidakt es schaffen werde, damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Aber es gibt auch viele "Zocker" unter den Tradern, da hast Du Recht. Jedoch nicht alle sind das. Ich will es von der Picke auf lernen. 

Aus diesem Grund 'lerne' ich ja noch und handle noch nicht (und wie erwähnt auch sicher noch nicht die nächsten 2 Jahre) mit richtigem Geld auf dem Konto.

Und das ich trade schließt die Suche nach einem Job ja nicht aus. Ich tue natürlich beides!

Aber Du meinst es ja gut mit Deiner Warnung und daher vielen Dank, auch für Deine Antwort und Deinem Rat !

0
@Nando01

Für die meisten Menschen ist es wesentlich sinnvoller, ihr Geld z.B. im Forex von einem professionellen Trader handeln zu lassen, als das selber zu tun. Diese Profis tun den ganzen Tag nichts Anderes und haben ihr Lehrgeld auch schon bezahlt. :-)

Das geht auch schon ab ein paar hundert Euro.

Was für eine Art Arbeit könntest Du Dir denn vorstellen?

0

Was möchtest Du wissen?