Bleibt die Vor-2009-Regelung erhalten (Steuerfreiheit für Kursgewinne nach einem Jahr Haltezeit)?

2 Antworten

Die neue Steuergesetzgebung nennt sich "Investmentsteuergesetz". Schon daraus kann man schließen, dass nur Investmentfonds betroffen sind.

Diese neue Schweinerei (Wortbruch) unserer Regierung benachteiligt vor allem die kleinen Privatanleger die ihr Geld in Publikumsfonds anlegen. Ziel der Übung ist es, bei dem künftig zu erwartenden starken Anstieg der Inflation auch die inflationären Scheingewinne der Aktien- und Mischfonds versteuern zu können. Da Scheingewinne keine reale Vermögensmehrung sind, ist dies eine perfide Teilenteignung und im Grunde auch ein Verstoß gegen Art. 14  Grundgesetz, der das Eigentum schützen soll. Aber um Versprechen und Gesetze schert sich unsere Regierung schon lange nicht mehr.

Für die Spezial-Investmentfonds der Großanleger wird unter den gleichen Voraussetzungen wie bisher, das heutige Besteuerungsverfahren fortgeführt.

Da Aktien keine Investmentanteile sind, sind diese von der Gesetzesänderung nicht betroffen. Kursgewinne von vor 2009 gekauften Aktien bleiben weiterhin steuerfrei. Diese Steuerfreiheit bleibt auch erhalten, wenn die Aktien vererbt oder verschenkt werden.

Das ist mal wieder eine Begünstigung für reiche Unternehmerfamilien, die nur in Aktien anlegen und diese jahrzehntelang behalten.

 

Dass Aktien bisher nicht betroffen sind ist richtig. Inwieweit "reiche Unternehmerfamilien" an Unternehmen unwesentlich (also unter 1 %) beteiligt sind, kann ich nicht abschätzen. Es dürfte aber eher seltener vorkommen als eine wesentliche Beteiligung, und für die gilt § 17 EStG.

Ich verstehe deinen (ja auch bei mir oft abgelassenen) Ärger über die Gesetzesänderung zum 1.1.2018. Ich sehe aber auch, dass relativ wenige von der Altregelung relativ hoch profitierten und in Zukunft noch deutlich höher profitieren würden. Gleichheit der Besteuerung geht anders. 100.000 € je Person (also bei Paaren das doppelte) ist wie so viele Änderungen ein Kompromiss. 

Klar muss auch sein, dass dein Selbständiger, der 3.000 € im Monat entnimmt, steuerlich auch nach der Änderung nicht schlechter gestellt ist als der Pensionär oder Rentner mit vergleichbarem Einkommen. 

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@Rat2010

Die Lücke mit den Aktien wird sicherlich noch "nachgebessert";-)

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Die Altregelung wird ab dem 1.1.2018 durch einen Freibetrag von 100.000 € Kursgewinn ab 1.1.2018 auf die Altbestände abgelöst, was die Idee vor allem für kleinere Vermögen interessant macht.

Sie ist aber interessant. Eine Schenkung ist kein Kauf, also haben die Erben auf die Kursgewinne (ab 1.1.2018) jeweils die 100.000 € Freibetrag (wenn nicht schon anderweitig verbraucht).

Aus logischen Gründen wesentlich üblicher ist es, dass der Schenker die Anteile in die Depots der Beschenkten schenkt. Du kommst auf eine Vierer-GbR mit einigen Themen (Erklärung der Einkünfte, Freibetag ...), die sich vermeiden lassen.

Naürlich ist nicht der Freibetrag sondern der Freistellungsauftrag ein Problem bei der GbR. Bei Altbeständen sind ja nur die Kursgewinne steuerfrei. Ausschüttungen oder thesaurierte Erträge aber steuerpflchtig.

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Wenn ein Selbständiger sich mit Aktien- und Mischfonds eine eigene Altersvorsorge aufbauen will, die etwa der Pension eines mittleren Beamten von 3.000 € mtl. entspricht, dann muss dieser Freiberufler ein Vermögen von 1.000.000 € ansparen.

Der alberne Freibetrag, den es ja nur einmal gibt, ist dann bei einem inflationären Scheingewinn 10% schon in einem Jahr verbraten.

 

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Im übrigen ist der 100.000 € Freibetrag auch für kleine Vermögen nicht interessant, sondern höchstens weniger schlimm als für große Vermögen.

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