BGFI Bank S.A. kündigt vorzeitig Festgeldgeldanlagen ohne Schadenersatzzahlung - rechtmäßig?

1 Antwort

Das könnte insgesamt schwierig werden. Erstmal stellt sich die Frage, werde gerade stehen muss? Zinspilot oder BGFI Bank S.A. Europe. Wäre es letztere verlagert sich alles nach Frankreich. Da es sich um eine französische Bank handelt, wird die "Aktion" bestimmt eingehend geprüft worden sein und rechtens sein (siehe AGBs etc.), denn der Verbraucherschutz in FR ist um einiges strenger, als der in D und somit wird bei einem solchen Schritt garantiert einiges geprüft, damit es nicht zu Problemen kommt. Zinspilot wird wohl kaum dafür gerade stehen, da sie wohl nur als Abwicklungsplattform agieren, falls eine Beratung von Zinspilot erfolgt ist, könnte mn es eventuell darüber versuchen, dass ein Beratungsfehler vorliegt, doch das müsstest Du nachweisen.

Fraglich ist hier auch, ob sich eine (Sammel-)klage tatsächlich lohnt oder ob die Kosten dafür am Ende eventuell sogar höher sind, als der entgangene Zins. Dies hängt halt vom Anlagevolumen ab, aber auf diesen Streitwert beziehen sich dann auch die Anwaltskosten, umso höher also der Anlagebetrag und die entgangenen Zinsen, umso höher sind auch die Anwaltskosten und ob in dem Fall die mögliche Rechtsschutzversicherung zahlt, sollte vorab auch geklärt werden.

Insgesamt zeigt mir das wieder, dass man sich doch eher an echte europäische Banken halten sollte und nicht wegen ein paar zehntel mehr Zins sein Geld einer vermeintlich europäischen Bank, aber wohl eher einer afrikanischen Bank anvertraut. Denn eins ist klar, warum eine solche Bank hier in Europa eine eigene Bank betreibt. Hier bekommt sie zu niedrigen Zinsen Anlagegelder rein, also Kapital, mit dem sie arbeiten kann und das zu einem Zins, den sie in Afrika nicht bekommen würde. Denn die Gelder werden wohl nicht komplett beim französchischen Ableger bleiben, sondern nach Afrika zur Mutter fließen. So haben das auch schon die ganzen russischen Banken gemacht, denn die europäischen Ableger dieser Banken, holen Geld zu niedrigen Zinsen rein und können somit den ausländischen Mutterkonzern billig finanzieren. Über den Weg konnten die europäischen Ableger der Ostblockbanken sogar die Russlandsanktionen umgehen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Vielen Dank schonmal. Diese Bank wurde von Finanztest emofohlen und als seriös eingestuft. In Afrika hätte ich mein Geld niemals angelegt, aber in Frankreich schon. Seltsam dass nicht alle Festgelder vorzeitig gekündigt wurden und schade dass Zinspilot nicht weiterhilft. Unglaublich was mit uns Anlegern passiert... gibts kein kostenloses Ombudsverfahren für ausländische Banken?

0
@5551008

Kostenlos? Im Finanzbusiness? Eher weniger ;)

Ich gehe davon aus, dass Zinspilot nichts anderes als ein Abwickler ist, deshalb haben die im Grunde nichts damit zu tun.Wenn die tatsächlich beraten würden, dann könnte man die eventuell in die Haftung nehmen. Doch es wird eh schwierig, denn ein wirklich Schaden ist nicht entstanden, wenn das Geld zurückfließt. Man hat nur erwartet Erträge nicht erhalten, aber ein wirklich Verlust ist nicht entstanden, sondern lediglich ein größerer Ertrag ist einem entgangen.

Warum nur ein Teil der FG gekündigt wurde, liegt wohl an den Vorgaben, die von Seiten der französischen Bankenaufsicht gemacht wurden. Leider fehlen dazu genauere Einzelheiten, um dies genauer beurteilen zu können. Wenn es zB alle FG von in Deutschland wohnhaften Personen betrifft, könnte ein regulatorischer Verstoß von Seiten der BGFI bestehen und deshalb wurde die Bank gezwungen, die Verbindungen aufzulösen.

Der französische Ableger ist sicherlich seriös, auch wenn er nicht besonders groß ist, aber grundsätzlich muss man sich in der aktuellen Zinssituation schon fragen, warum eine Bank 1,5% Zinsen zahlt. Und da greift dann meine schon angedeutete Vermutung, dass die Europäische Tochter dazu dient, billig Gelder reinzuholen, damit diese dann die Mutter-Gesellschaft finanziell unterstützen kann. So haben die russischen Banken sich vor einigen Jahren finanziert, denn die Russischen Banken war durch die Ukraine-Sanktionen untersagt worden, Kredite und Anleihen in Europa zu begeben, da die großen Banken aber alle europäische Tochterbanken haben, konnten diese die Gelder zu günstigen Zinsen (aus Sicht der russischen Bank) aufnehmen, die dann intern an die Mütter weitergeleitet wurden.

0
@heinuun

Vielen Dank für die Einschätzung. Was bleibt somit? Sich damit abfinden und nicht über die entgangenen Zinsen ärgern und ggf. nie wieder über ZINSPILOT anlegen und mit seinen Anlagen in Deutschland bleiben? Schade, dass es aktuell keine vergleichbare Fortsetzungsanlage bei einer seriösen/sicheren Bank gibt. Trotzdem empfinde ich die vorzeitige Rückzahlung als einseitigen Vertragsbruch. Mir als Anleger stünde nicht das Recht zu eine Festgeldanlage vorzeitig zu kündigen, selbst wenn ich in finanzielle Not gerate. Hier kommt man sich vor wie bei "David gegen Goliath".

0
@5551008

Ein Festgeld kann von beiden Seiten nicht einfach so gekündigt werden, aber es gibt wie immer Schlupflöcher (für beide Seiten): BGB „Wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beidseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.“
Somit musst Du Dich wohl oder übel damit abfinden, aber ärgern darf man sich trotzdem ein wenig darüber.

Ich denke, Zinspilot kann da nicht so viel dafür, die sind ja nur Vermittler. Bei dem aktuellen Zinsniveau ist es halt sehr schwierig was vernünftiges zu finden und da locken 1,5% etwas. Um etwas mehr Rendite zu erzielen muss man heute leider etwas mehr Risiko eingehen als früher.

0

Was möchtest Du wissen?