Betrifft eine Geldentwertung die Schulden?

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4 Antworten

Die Infaltion betrifft natürlich alle Geldwerte. Dabei bleibt betragsmäßig (=nominal) alles gleich, nur der Wert ändert sich bei einer Inflation. Beispiel:

  • Hauskauf Wert 200.000€
  • Hypothek 80% = 160.000€ (Schulden)
  • Rate = 933€ (5% Soll + 2% Tilgung)
  • und Rücklagen auf Tageskonten in Höhe von 10.000€

Wenn nun der Wert des Geldes um 10% sinkt, so:

  • bleibt der Wert des Hauses als Sachwert identisch, aber in Euro ausgedrückt wird er mehr: 220.000€
  • die Hypothekt bleibt bei nominal 160.000€ (und sinkt damit real)
  • die Rate (bei Zinsfestschreibung) auch bei 933€
  • das Tagesgeld bleibt nominal bei 10.000€, jedoch kann man sich dafür nun weniger kaufen (wobei die Tagesgeldzinsen das zumindest zum großteil wieder reinholen sollten)
  • und hoffentlich wird die Geldwentwertung auch durch eine Lohnerhöhung kompensiert, so dass die raten von 933€ einfacher zu schulter sind - auch wenn alles andere wie Lebensmittel auch um 10% steigen

jeder Wert ist davon betroffen.

Bei Inflation verringert Guthaben seinen Wert, wenn die Verzinsung nicht entsprechend hoch ist, und die Schulden werden "weniger" bzw. sie haben durch die Inflation einen geringeren Wert.

Entscheidend ist bei der Betrachtung jedoch auch, dass sich die Einnahmen wie Gehalt entsprechend erhöhen und die Inflation ausgeglichen wird.

Immer mit zu rechnen, dass die Bank die Zinsen dann noch anpasst.

Wenn das Geld weniger wert wird, werden natürlich auch deine Schulden geringer!

Vielleicht ein Grund, warum manche Regierungen gesteigertes Interesse an höherer Inflationsrate haben...

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