Besteuerung thesaurierende/ausschüttende ETFs?

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Nach dem 01.01.2018 werden alle Fonds in gleicher Art und Weise besteuert. Es greift das Verfahren der Vorabpauschale zum Jahreswechsel, wobei Ausschüttungen im Verlauf des Jahres berücksichtigt werden. Der große Vorteil gegenüber dem bisherigen Verfahren liegt darin, dass dafür deutlich weniger an publizierten Kennzahlen erforderlich sind, d.h. eine einfachere Besteuerung stattfindet. Das Domizil hat für die Besteuerung auf Anlegerebene keine Wirkung.

Wie die Vorabpauschale funktioniert und diese dann bei Veräußerungen von Anteilen berücksichtigt wird, kannst Du auf einschlägigen Seiten bei Banken, Brokern und dem BVI nachlesen.

Das Domizilland eines Fonds ist dann wichtig, wenn eine grenzüberschreitende Redomizilierung (z.B. ISIN von GB nach LU) stattfindet. Solche Fälle werden als Kauf und Wiedererwerb behandelt, d.h. Steuern werden i.d.R. durch Veräußerung von Fondsanteilen im Vorgang der Übertragung zu begleichen sein.

Die Besteuerung von Ausschüttungen erfolgt unmittelbar mit diesen. Einzig zu beachten ist hier, dass in manchen Ländern bereits eine Quellensteuer angewandt wird (z.B. in NL), so dass nur 85% von Ausschüttungen beim deutschen Anleger ankommen.

Willst Du also eine jährliche Minimalbesteuerung erreichen und die tatsächliche Besteuerung erst bei Veräußerung durchführen, wären thesaurierende Fonds (egal aus welchem Domizilland) das Mittel der Wahl. Nutzt Du Ausschüttungen für ein Rebalancing oder als laufendes Einkommen, so wären ausschüttende Fonds das Mittel der Wahl.

Vielen Dank!

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