Belegschaftsaktien in der Schweiz

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zu Frage 1:

Ich vermute, dass der deutsche Fiskus davon ausgeht, dass der Aktionär die über 15 % hinausgehende CH-Quellensteuer ordnungsgemäß zurückgerufen wird. Demzufolge wird er die fehlende Abgeltungsteuer von 10 % (plus Soli etc.) nachfordern. Die Bequemlichkeit des Aktionärs, die Schweizerische Steuererstattung nicht einzufordern, wird somit zu einer insgesamt höheren Belastung führen.

Zu Frage 2:

Ich nehme an, dass die Belegschaftsaktien in einem Schweizer Bankdepot verwahrt werden. Müßte man das bei einem Aktiensparplan nicht als "auf Dauer angelegte Geschäftsbeziehung zu Finanzinstituten im Ausland" ansehen und entsprechend Ziff. 106 im Mantelbogen der Steuererklärung 2012 deklarieren? Diese Frage taucht seit 2010 im Mantelbogen auf.

Deine Antwort zu 1. war der entscheidende Hinweis. Es ist eben aus deutscher Sicht Steuerverkürzung, auch wenn er insgesamt weniger zahlt.

Also den mühsamen Weg gehen, der dadurch noch deutlich erschwert wird, dass er von vor 2009 nichts mehr hat und der Belegschaftssparplan damals in den USA geführt wurde. "extrapoliert" lagen die Einkünfte 2008 und noch mehr 2007 im zweistelligen Bereich, nur wird sich gerade da wegen der höheren Grenzsteuer eine Nachzahlung (und Zinsen) ergeben. Wenn auch nur wenige Euro.

Wenn man an den Aufwand denkt, den nicht nur der Jemand sondern auch der Fiskus hat, kommt einem das kalte Grausen.

0

Die Schweizer Steuer, die über 15% hinausgeht, kann er sich vom Fiskus dort wieder zurückholen. Das Formular findet man hier: http://www.estv.admin.ch/verrechnungssteuer/dienstleistungen/00253/00626/index.html?lang=de

Man kann das für mehrere Jahre bündeln.

In Deutschland ist Abgeltungssteuer auf die Dividenden zu zahlen. Dies wäre nach der Regelung bis incl. 2008 das Halbeinkünfteverfahren, ab 2009 dann die Differenz zwischen 15% (Quellensteuer) und dem relevanten Abgeltungssteuersatz zzgl. SolZ und ggf. Kirchensteuer. Der Steuerpflichtige hätte erstens erklären müssen, daß eine "nachhaltige Geschäftsbeziehung zu einem ausländischen Finanzinstitut" besteht und zweitens die Dividenden als Einkünfte erklären müssen. Sie wurden ja nur teilweise versteuert. Durch das Steuerabkommen mit der Schweiz von 2011 (Link siehe unten) ist allerdings eine Regelung gefunden worden, die die bisherigen und zukünftigen Besteuerungen regelt und abgeltend wirkt, falls nicht bereits ein schwebendes Steuerstrafverfahren besteht.

Zu versteuern sind nicht die Positionen selbst, sondern die Dividenden und Verkaufserlöse. Ein Wertzuwachs ist nicht zu erklären. Nur zugeflossene Dividenden sind zu versteuern. Werden Anteile verkauft, ist der Gewinn entsprechend zu versteuern, wenn die Anteile vor dem 01.01.2009 gekauft wurden. Ansonsten muß der frühere Anschaffungszeitpunkt nachgewiesen werden.

Ich glaube, die Veranlagungsverjährung in der Schweiz beträgt fünf Jahre, d.h. es sollte möglich sein, rückwirkend 2013, 2012, 2011, 2010, 2009 und 2008 zu erklären.

Für die Zukunft sind die Dividenden und ggf. Verkaufserlöse in der deutschen Steuererklärung anzugeben. Weiterhin wird auf die Besteuerung in der Schweiz hingewiesen. Mit den unten dargestellten Steuerabkommen mit der Schweiz kann nämlich eine Regelbesteuerung deutscher Anleger bereits in der Schweiz erfolgen. Damit fällt das umständliche Erstattungsverfahren weg.

@gandalf94305

Dieses Gesetz dürfte ja das im letzten Jahr endgültig gescheiterte sein.

Der Jemand hat noch anderweitig "nachhaltige Geschäftsbeziehung zu einem ausländischen Finanzinstitut" und das und die Einkünfte auch immer angegeben.

Ich überlege eine praktikable Lösung für im Jahr unter 1.000 Franken Dividende und unter 350 Franken einbehaltener Steuer.

Wie praktikabel ist es, eine Selbstanzeige zu machen, bei der aber in Summe eine Erstattung vom Finanzamt entsteht? Das sieht der deutsche Fiskus (bisher hat nur der schweizer Fiskus etwas bekommen) anders und deshalb ist die Sache wahrscheinlich wesentlich schwieriger.

Ist es trotzdem praktikabler, abzuwarten?

Es geht um einen Lohnempfänger, der bei einer auch noch so intensive Nachforschung der Steuerfahndung nichts zu befürchten hätte. Diese Teile sind ausschließlich weil da schon 35 % abgezogen wurden und nichts für die Steuer dabei war (er sieht nur am Kontoauszug den Abzug), nicht erklärt. Dazu kommt auch, dass die Beträge - also die Differenz zwischen der schon gezahlten und der tatsächlichen Steuer - für ihn in Bereiche gehen, die er vernachlässigbar findet.

Wie findet jemand, der sich damit auskennt die Idee, bis zum Verkauf der Anteile alles so laufen zu lassen? Erst dann fallen - so sich nichts ändert - Erträge an, die nicht ausreichend hoch besteuert wurden.

0

Was möchtest Du wissen?