Bekommt man, die Einzahlungen von einem Minderjährigem im Sportwettenbereich, wieder?

3 Antworten

3000 T€ verzockt kein 17-Jähriger so einfach. Die Zockerbude könnte einen auf Verletzung der elterlichen Aufsichtspflicht machen und man muss feststellen, zurecht oder? Wie kam Sohenmann denn an soviel Knete über einen langen Zeitraum? Das kann doch gar nicht sein eigenes gewesen sein, sondern Eures. Zweifelsfreie Kriminelle Energie, der Kleine. Ein Fall für die therapeutische Couch wegen seines immensen Suchtpotentials. Na dann - ab zum Anwalt - der bekommt die Knete dann bestimmt ganz fix auf sein RA-Konto zur Erstattung des Honorars...

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit_(Deutschland)#Minderj%C3%A4hrige_ab_7_Jahren

Beschränkte Geschäftsfähigkeit

Beschränkt geschäftsfähig sind Minderjährige vom vollendeten 7. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (§ 106 BGB). Die meisten Rechtsgeschäfte, die beschränkt Geschäftsfähige schließen, sind schwebend unwirksam, wenn sie nicht mit Einwilligung des gesetzlichen Vertreters (in der Regel die Eltern) geschlossen werden. Die Eltern können dem Rechtsgeschäft jedoch auch nachträglich zustimmen, d. h. genehmigen (§ 183, § 184 BGB). Fordert der Vertragspartner den Zustimmungsberechtigten zur Erklärung über die Genehmigung auf, kann diese nur innerhalb von 2 Wochen erteilt werden, andernfalls gilt sie als verweigert (§ 108 Abs. 2 BGB).

Nach § 165 BGB kann ein beschränkt geschäftsfähiger Minderjähriger dennoch im vollen Umfang geschäftsfähig sein, wenn er dazu von einem gesetzlichen Vertreter bevollmächtigt wird. Er kann nach § 165 BGB auch für Erwachsene z. B. für seine Eltern als voll geschäftsfähiger Vertreter auftreten.

Vorteilhafte Rechtsgeschäfte

Von dem Grundsatz der Erforderlichkeit der Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters gibt es jedoch einige Ausnahmen. So sind z. B. Willenserklärungen, die rechtlich lediglich vorteilhaft sind (§ 107 BGB), wie beispielsweise die Annahme von bestimmten Schenkungen, auch ohne Zustimmung wirksam.

Ferner können beschränkt geschäftsfähige Minderjährige wirksam Rechtsgeschäfte eingehen, die sie mit Mitteln bewirken, die ihnen zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung vom gesetzlichen Vertreter oder mit dessen Zustimmung von Dritten überlassen worden sind („Taschengeldparagraph“, § 110). Bei einer Einwilligung durch den gesetzlichen Vertreter darf der Minderjährige eigene Verträge abschließen (§ 107 BGB).

Einseitige Willenserklärungen

Einseitige Willenserklärungen (zum Beispiel eine Kündigung), die ohne vorherige Zustimmung (= Einwilligung) des gesetzlichen Vertreters erklärt werden, sind immer unwirksam und können auch nicht durch Genehmigung wirksam werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Erklärung nur rechtliche Vorteile bringt, wie zum Beispiel die Mahnung, die als geschäftsähnliche Handlung den gleichen Regeln unterliegt.

Die Aufsichtspflichtverletzung sehe ich hier nur sehr begrenzt. Es geht btw. um 3.000 €, nicht um 3.000.000 € (3.000 T €). Ein 17-Jähriger kann durchaus schon Zugriff auf sein Konto haben. Und ich hatte in dem Alter deutlich mehr auf dem Konto.

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Eine Aufsichtspflichtverletzung sehe ich hier nur sehr begrenzt. Es geht btw. um 3.000 €, nicht um 3.000.000 € (3.000 T €). Ein 17-Jähriger kann durchaus schon umfassenden Zugriff auf sein Konto haben. Und ich hatte in dem Alter deutlich mehr auf dem Konto.

Unter den Taschengeldparagraphen fällt das jedoch eindeutig nicht mehr. Das Geschäft wäre daher mangels Zustimmung der Erziehungsberechtigten nichtig und rückabzuwickeln.

Faktisch wäre selbst ein Gerichtsverfahren zur Eintreibung des bereits bezahlten Betrages kaum erfolgversprechend. Ggf. sieht ein Anwalt noch weitere Möglichkeiten, aber vermutlich kann man die 3.000 € nur noch abschreiben.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

Tipico ist ein Unternehmen mit Sitz auf Malta, das aber eine Niederlassung in Deutschland hat. Gerichtsstand ist Wiesbaden.

Das ist schon mal deswegen wichtig, weil eine Rechtsverfolgung im Ausland so teuer wäre, dass man sie besser unterlassen sollte.

Es ist zutreffend, dass ein Minderjähriger keine Sportwetten abschließen darf. Das Geld muss zurück erstattet werden.

Allerdings bezweifele ich, dass Tipico freiwillig zahlen wird. Da bleibt wohl nur der Gang zum Gericht.

Wo hat die Tipico Co. Ltd. in Deutschland eine Niederlassung?

Habe nichts hierzu im Bundesanzeiger oder im Unternehmensregister gefunden.

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Ich finde auch keine deutsche Niederlassung. Alle Verträge werden anscheinend mit der Tipico Co. Ltd mit SItz in Malta geschlossen.

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