Beitrags- und Leistungsdynamik bei Versicherung: gibt es Grenzen?

 - (Versicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Dynamik)

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  1. Man kann jederzeit die Beitragsdynamik aussetzen oder herabsetzen
  2. Es ist verdammt schwer für 30 oder 40 Jahre im voraus die Preissteigerungsraten zu schätzen. Wenn man mal Dein Beispiel nimmt: Vor 35 Jahre hat ein Arbeitnehmer durchschnittlich 35.000 DM also etwa 17.500 Euro verdient - heute liegt der Verdienst bei 40.000 Euro. Aber man kann die Prämie auch in eine Maß Bier auf der Münchner Wiesn umrechnen. 1984= 2,95 Euro (5,90 DM) und 2019 = 11,30.
  3. Was einer Steigerung von etwa 2,4 % ( Durchschnittsengelt ) bzw. 2,9% (Maß Bier) entspricht. Und 2,5 bis 3% würde ich heute auch als Dynamik empfehlen sofern nicht noch Karrieresteigerungen mit einberechnet werden sollen.
  4. Weil ein Mensch der mit 20 eine Versicherung abschließt wird meist nicht nur die Inflationsrate (also den Durchschnittsverdienst) mehr verdienen sondern halt auch Karriere machen. Und ein 50 jähriger erfahrener Ingenieur wird im Normalfall halt auch mehr als mit 20 verdienen. Also wären auch 4% vorstellbar.
  5. Preis- und Leistungsdynamik bedeutet nicht, dass beide Teile (Preis + Leistung) gleichermaßen steigen. Also der Preis steigt schon aber die Rente nicht. Weil auf den Rentenbetrag wirken zwei entgegengesetzte Faktoren. Bei einer BU Rente hat man um es einfach auszudrücken mit einem Gesamtbetrag an Rente für die Restlaufzeit zu tun und mit dem zu erwartenden Gesundheitszustand und damit dem Risiko.
  6. Um das mal anhand beiden Ecken zu verdeutlichen: Wenn jemand mit 20 eine Rente von 1.000 Euro bis zum 67. vereinbart dann muss (bei einem guten Gesundheitszustand also geringem Risiko) die Versicherung schlimmstenfalls 12.000 mal 47 Jahre bezahlen (lassen wir mal Gewinnanteile beiseite). Sind 564.000 Euro. Mit 55 beträgt das Risiko der Versicherung noch 12.000 mal 12 Jahre also 144.000 Euro - aber der Gesundheitszustand ist schlechter (also die Wahrscheinlichkeit, dass die Summe gezahlt werden muss) ist deutlich höher. Die Versicherung erhöht also bei einer Dynamik die Prämie um den vereinbarten Betrag und berechnet dann anhand dieser Zusatzprämie das Teilrisiko eines durchschnittlich gesunden Versicherten. Weil sie bekommt ja keine neuen Daten über die Gesundheit. Der Versicherte kann inzwischen sehr krank sein oder auch sehr gesund.
  7. Eine gute Versicherung für BU sieht eine moderate Beitrags- und Leistungssteigerung von (ich denke so 2-3% sind ok) und die Möglichkeit der Höherversicherung bei bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung. Also Karrieresprüngen, Hauskauf, Heirat oder so. Da gibt es für jede Versicherung unterschiedliche Möglichkeiten.
  8. Und um auf Deine Frage zurück zu kommen: Ja die Prämie wäre bei 400 Euro. Aber das würde Dich nicht jucken weil Du halt deutlich mehr verdienst und Du würdest auch eine entsprechende Absicherung haben wollen. Ich denke das Bier auf der Wiesn ist eine gute Verdeutlichung weil die Besucher der Wiesn trinken seit Jahren die gleiche Anzahl an Bier pro Person und haben das gleiche Lock im Geldbeutel hinterher - nur 2020 wird wohl die Wiesn ausfallen.
Und 2,5 bis 3% würde ich heute auch als Dynamik empfehlen sofern nicht noch Karrieresteigerungen mit einberechnet werden sollen.

Wobei ich diese primär über eine Nachversicherungsgarantie einheziehen würde.

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Die Auszahlungen für 2054 und 2055 sind viel zu hoch angesetzt! Humbug!!! Kein Mensch bekommt 10T oder 11T € Rente pro Monat aufgrund von BU. Es gibt auch niemanden, der irgendwie 300 oder 400 € für eine Rente als 60-Jähriger an eine BU-Versicherung überweisen würde. *honk*

Deine Excel sieht hübsch aus, so Küchentischversicherungsmathematik. Frag mal beim Verbraucherschutz oder beim Versicherungsvertreter nach. Eine BU würde ich nicht einfach so online abschliessen, dafür ist die viel zu wichtig, weil Du viele Jahrzehnte Deines Berufslebens dort einzahlst. Auch die errechnete Rentengarantie der Anfangsjahre ist viel zu hoch, weil die Versicherung noch viel zu jung ist und nicht eingezahlt wurde.

Genau, dasselbe dachte ich mir auch. Die Tabelle ist von mir einfach anhand der 5% Beitragsdynamik weitergeführt. Ich fand das selbst unrealistisch - deshalb auch meine Frage hier 😄

Anhand deiner Reaktion müsste es dann aber eine Deckelung geben. Kannst Du hierzu Auskunft geben?

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@Ceeesy

Siehe oben: Versicherungsvertreter oder Verbraucherschutz. Es gibt gute Fairsicherungsläden, die versicherungsgesellschaftsübergreifend arbeiten.

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Kein Mensch bekommt 10T oder 11T € Rente pro Monat aufgrund von BU.

Wenn es vertraglich so festgelegt wäre und die Beiträge entsprechend gezahlt würden schon, immer vorausgesetzt der Versicherer zieht keine Deckelung ein.

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Verstehe ich das richtig, dass ab 2055 ein monatlicher Beitrag i.H.v. ca 321 EUR zu zahlen sind, um eine BU-Rente von ca. 11.000 EUR zu bekommen?

Da steht doch 414,05 €.

Und die 11.000,- € entsprechen auch einer Anpassung von 5% p.a. vorausgesetzt die Dynamik würde nie ausgesetzt.

Woher ich das weiß:Beruf – § 34d GewO vorhanden

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