Bei Inflation: wann werden die Gehälter angepasst.

2 Antworten

Als wir zuletzt hohe Preissteigerungsraten hatten, so Anfang der sieblzieger Jahre, da wurden die Tariverträge zeitweilig schneller gekündigt. aber selbst 10 % pro Jahr sind zwar unangenehm, aber dch nicht so dramatisch, das man jeden Monat die Löhne um 0,8 % anheben müßte.

Ausserdem, wenn die AMis inflation bekämen (also höhere Raten), dann würde das ja nciht automatisch auf die EU übergreifen. Als D und ein paar andere Länder Anfang der 20er Jahre die große Inflation haten, war das Pfund davon z. B. unbeeindruckt. Ebenso der Dollar.

Die Anpassung der Löhne/Gehälter erfolgt meistens im Nachhinein und nur auf Bruttolohnbasis. Die Anpassung hinkt daher der Preisentwicklung hinterher. Höhere Löhne können höhere Preise bewirken, so dass es zur Lohn-Preis-Spirale kommt. Problematisch ist die Feststellung der Ursache und Wirkung, daher spricht man von preis- oder nachfragebedingter Preissteigerung. Man kann sich auch noch andere Preissteigerungsauslöser vorstellen: z.B. Zins, Wechselkurs, Staatsausgaben (wird meistens der Nachfrage zugerechnet).

Ich möchte aber auch noch das derzeitige Einkommensteuersystem mit seinen progressiven Steuersätzen als Ursache erwähnen. Dies kann man selber schnell mit dem Abgabenrechner (https://www.abgabenrechner.de/ekst/?) ausprobieren, wenn man von einer Lohnerhöhung von 10 % ausgeht (vernachlässigen wir dabei die Mehrbelastung durch Soli, KiSt, Renten-, Pflege und Krankenversicherung oder auch nicht). Bei diesem Link sieht man auch schön, wie schnell der progressive Einkommensteuersatz ansteigt

Einige Politiker rufen sogar noch zu höherer Einkommenssteuerprogression mit höheren Spitzensätzen (die nur von ca. 5 % der Steuerzahler betreffen). Besser würden sie sich der Diätenangemessenheitsfrage und der Ausgabenkritik an den von ihren verantworteten Haushalte stellen.

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