Behandlung von Umsatzsteuer (reverse charge; Leistung aus EU-Ausland) in der Einnahmenüberschussrechnung als umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer?

2 Antworten

Da hat jemand das Prinzip der Umsatzsteuer nicht verstanden.

muss ich trotz der generellen Umsatzsteuerbefreiung

Nein, es gibt keine generellt Umsatzsteuerbefreiung. Zum einen ist es keine Steuerbefreiung, sondern die eigentlich entstandene Umsatzsteuer wird nur nicht erhoben.

Zum andern erstreckt sich die Nichterhebung nur die Umsatzsteuer, die auf
Umsätze im Sinne des § 1 (1) Nr. 1 UStG geschuldet werden.

Die Umsatzsteuer, die ebay "erzeugt", weden nach § 13b (5) UStG geschuldet und sind damit nicht Gegenstand der KU-Regelung.

Aber diese Feinheiten können dir wirtschaftlich wuppe sein, denn der Effekt isz doch derselbe. Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten.

  • Entweder du identifizierst dich gegenüber ebay als Unternehmer, dann kommt eine Nettorechnung und du führst die darauf entfallende Umsatzsteuer ans Fibabzamt ab.
  • Oder du trittst nicht als Unternehmer gegenüber ebay auf und bekommst eine Rechnung, die die Umsatzsteuer enthält und bezahlst den Betrag halt an ebay statt ans Finanzamt.

Ein Bekannter von mir meinte hingegen, dass die Umsatzsteuer nicht in
der EÜR angesetzt werden dürfen und die Zahlung ergebnisneutral ist und
sozusagen mein "Privatpech" ist.

Das ist Unfug. Wo soll denn da die Logik sein? Die Umsatzsteuerb, die du als KU ja auch ansonsten nicht als Vorsteuer abziehen kannst, sind doch ebenfalls Aufwand oder zu aktivieren. Warum sollte das hier anders sein?

Aber auch als bilanzierender Kleinunternehmer wäre das nicht anders, da durch die Umsatzsteuer das ergebnis ja endgültig belastet wird.

Ergebnisneutral ist die Umsatzsteuer (gegebenenfalls mit Zeitverschiebung) nur beim Nicht-KU.

Also, die gezahlten Umsatzsteuern sind Betriebsausgaben und mindern den Gewinn.

(muss keine Voranmeldung machen)

Dann kann es ja eh nicht viel sein, jedenfalls weniger als 1.000 Euro.

Super, vielen Dank für Deine ausführliche und verständliche Antwort. Du hast mir sehr weitergeholfen!  

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Interessant wäre in dem Zusammenhang ja noch, wie die gezahlte Umsatzsteuer in dem Fall in der EÜR deklariert wird. Unter welcher Sparte kann die Steuer als Betriebsausgabe geltend gemacht werden?

Kleinunternehmer trotz 430.000€ Umsatz im aktuellem Jahr oder doch Regelbesteuerung?

Riesen dank schonmal im vorraus, für das Durchlesen, des Romans. :)

Anfang 2017, Einzelunternehmen mit der Kleinunternehmerregelung gegründet. Aber keinen Umsatz im Jahr 2017 generiert. Januar 2018, Dropshipping (Streckengeschäft), von China in die USA begonnen. (Ich besitze keinen Nexus in den USA.)

Im Januar 2018 schon über 17.500€ Umsatz generiert und bis zum heutigen Zeitpunkte beträgt mein aktueller Umsatz von Dollar nach Euro umgerechnet ungefähr 430.000€, wobei der Gewinn sich auf nur ungefähr 40.000€ beläuft.

Mein Hauptproblem ist, dass ich bisher immer noch keine Umsatzsteuernummer besitze und ich nicht weiß wie es mit den Rechnungen für die Facebook Werbung aussieht, meinen Gesamtumsatz habe ich nämlich komplett durch Facebook Werbung generiert.

Da ich keine Umsatzsteuernummer besitze und der europäische Hauptsitz von Facebook in Irland liegt, besitze ich nur Nettorechnungen der Werbeanzeigen, die mich bisher umgerechnet ungefähr 215.000€ gekostet haben.

Nun ist meine Angst, dass ich durch das Reverse-Charge-Verfahren die komplette UmSt für die bisherigen Werbeanzeigen an das Finanzamt nachzahlen muss, weil ich bei der Gründung Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung gemacht habe und keine Umsatzsteuernummer besitze/benutzt habe.

Ich habe einen Steuerberater kontaktiert und treffe mich kommende Woche mit ihm, vorab am Telefon hat er mir gesagt, dass ich nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen werde.

Ich habe dem Finanzamt weder 2017 noch 2018 bescheid gegeben, dass ich vorrausichtlich die Umsatzgrenze von 50.000€ überschreiten werde.

Im Prinzip möchte ich einfach nur für das komplette Jahr 2018 regelbesteuert werden und nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen, damit ich nicht durch das Reverse-Charge-Verfahren die UmSt der Werbeanzeigen Rechnungen nachzahlen muss, da Sie unter der Regelbesteuerung ein durchlaufender Posten wären.

Falle ich nun unter die Regelbesteuerung oder gelte ich doch noch als KU?

Falls ich doch unter die KU falle, gibt es eine Möglichkeit rückwirkend für das ganze Jahr 2018 unter die Regelbesteuerung zu fallen?

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