Beerdigungskosten vom Konto des Verstorbenen bezahlen?

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3 Antworten

Was ihr da vorhabt ist Rosinenpickerei: Ihr habt den Bestatter beauftragt und dem schuldet ihr nun Geld. Das Geld wollt Ihr aber nicht selber zahlen, sondern dem Nachlaß entnehmen. Wie soll das gehen wenn Ihr das Erbe nicht antreten wollt? Kurzum: Es geht nicht.

Wie es weiter geht?

Gegenüber Euren Vertragspartnern, insbesondere dem Bestatter, seid Ihr vertraglich zur Zahlung verpflichtet. Da gibt es nichts zu deuten.

In erster Linie zur Zahlung der Beerdigungskosten verpflichtet ist aber der Erbe:

http://dejure.org/gesetze/BGB/1968.html

An den könnt Ihr Euch halten. Wenn sich zunächst niemand findet der den Nachlaß antreten will, beantragt Ihr beim Amtsgericht Nachlaßpflege. Ob Euch das allerdings Geld bringen wird, steht in den Sternen. Der Nachlaßpfleger kann nur verteilen was vorhanden ist. Wenn der Nachlaß insgesamt überschuldet sein sollte, gibt es für Euch auch kein Geld.

Hier werden ein paar Punkte vermischt.

Die Beerdigungskosten werden definitiv zunächst aus dem Nachlass zu bestreiten sein. Gibt es also Sparkonten, werden diese zuerst herangezogen. Wird Haus und Grund der Mutter versteigert, geht das als weitere Guthabenposition ein. Deckt das alles die Kosten nicht, geht die Pflicht auf Verwandte in gerader Linie über (im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit). Das ist alles unabhängig davon, wer nun tatsächlich ein Erbe oder ein Vermächtnis antritt oder nicht.

Wenn Ihr das Erbe ausschlagen wollt (ich gehe davon aus, daß es mehr als eine erbberechtigte Person gibt), dann ist das Euer gutes Recht. Ich hätte zwar vermutet, daß ein Grundstück und Haus (wenn auch sogar abrißreif) immer noch einen Wert > 0 aufweist, d.h. es sich in Abwesenheit von Schulden generell lohnt, das Erbe anzutreten, aber das ist Eure Sache. Wenn es jedoch keine Erben gibt, kann auch niemand einfach so über den Nachlaß verfügen.

Man könnte nun einen (z.B. von den Erbberechtigten unabhängigen) Nachlaßverwalter einsetzen, der die restlichen laufenden Kosten und Beerdigungskosten etc. aus dem Vermögen der verstorbenen Mutter bestreitet. Dieser Nachlaßverwalter könnte bei der Bank auch über das Sparbuch verfügen.

Das Erbe kann man antreten oder nicht. Teilweise geht nicht.

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