Bearbeitungsgebühr aber ohne Zinsen

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6 Antworten

Abgesehen von dem Bearbeitungsentgelt haben Sie gemäß § 818 Abs. 1 BGB Anspruch auf Zinsen als Nutzungsersatz. In dem Verfahren aus dem Mai 2014 vor dem BGH hatten die Parteien noch den gesetzlichen Zinssatz von vier Prozent als Nutzungsersatz für unstreitig erklärt. Unter Berufung auf die neuen Urteile des BGH können Sie aber sogar fünf Prozentpunkte über dem jeweiligen Basiszinssatz seit der Bezahlung verlangen. Sie sollten immer den tatsächlichen Euro-Betrag an Zinsen einfordern, den Sie sich ganz leicht vom Zinsrechner der Website basiszinssatz.de berechnen lassen können.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/kreditgebuehren/#ixzz3K0TOWd8A

Nille 25.11.2014, 16:12

Vielen Dank für die Antwort,

ich habe das eben ausgerechnet. Die Zinsen belaufen sich auf knapp 170 €. Also nehme ich jetzt das gleiche Musterschreiben und wandle das nur auf die fehlenden Zinsen um?

Hat jemand schon so ein Schreiben auf gesetzt und wie reagiert die Bank darauf?

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engelchen1701 15.01.2015, 20:59
@Nille

Hallo, wollte mal wissen, ob das zweite Schreiben was gebracht hat und ob du weitere Schritte eingeleitet hast. Wir haben dasselbe durch. Gebühren + Zinsen angefordert, Gebühren bekommen, zweites Schreiben wegen den Zinsen, dann kam keine Antwort mehr. Es handelt sich um drei Kredite, zwischen 2006 und 2008. Also denke ich lohnt sich das schon. LG

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An Deiner Stelle würde ich schnellstmöglich einen Brief aufsetzen in dem ich unter Fristsetzung auf die Auszahlung der Zinsen hinweisen würde. Das ist Dein gutes Recht!

EnnoBecker 24.11.2014, 17:20

Wie? Die Kreditzinsen?

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Primus 24.11.2014, 18:36
@EnnoBecker

Nö, die Zinsen für die unberechtigte Bearbeitungsgebühr.

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Mahlzeit,

hab das gleiche Problem mit der Santander-Bank. Innerhalb einer Woche wurden die Bearbeitungsgebühren von ca. 600 EUR zurücküberwiesen, die Zinsen von mehr als 200 EUR blieben bislang unberücksichtigt.

Deshalb habe ich die Telefonnummer, die auf dem Schreiben genannt wurde, angerufen. Nach 20 Minuten Warteschleife habe ich - Entschuldigung - eine total arrogante Schnepfe an der Strippe, die mich als Kunden (!) blöd anmacht. Wenn ich ein anderes Schreiben haben will, müsse ich halt nochmal schreiben usw. usw. Dann wünscht mir die Tante noch einen schönen Tag und legt auf! Hallo? Unverschämter geht es nicht! Aber es passt wunderbar in das Bild, das ich von dieser Bank habe!

Da ich aber mit meinem ursprünglichen Schreiben (Mustertext der Stiftung Warentest) sowohl die Bearbeitungsgebühr als auch die darauf entfallenen Zinsen zurückgefordert habe, sehe ich überhaupt nicht ein, deshalb jetzt nochmal zu schreiben. Wenn diese Bank kundenfreundlich wäre, dann würde man den Wunsch telefonisch aufnehmen und ein vernünftiges Schreiben, in dem explizit steht "Wir verzichten auf den Einwand der Verjährung bis zum ".

Dies hätte für die Bank nur Vorteile: zum einen gibt man sich selbst mehr Zeit (aber die Zinsen laufen weiter), zum anderen vermeidet man, dass die Kunden zum Anwalt rennen. Das müssen die Kunden fast zwangsläufig tun, wenn sie die Verjährung der Ansprüche zum 31.12.2014 verhindern wollen. Die Anwalts- und Gerichtsgebühren müssen von der Bank getragen werden.

Ihr solltet Euch die Zinsberechnung mal genauer ansehen. Wie gesagt - bei mir waren es 600 EUR Bearbeitungsgebühr, worauf ich rund 200 EUR Zinsen erhalten muss. Das ist kein Kleckerbetrag, finde ich.

Wer vermeiden möchte, dass seine Ansprüche zum Jahresende verjähren, MUSS die Verjährung unterbrechen. Der einfachste Weg ist der über einen Anwalt, der entweder einen Mahnbescheid erstellt (dabei kann man als Laie viel falsch machen!) oder Klage erhebt. Alternativ wird häufig das Verfahren über den Ombudsmann der Bank erwähnt, in den letzten Tagen wird aber von verschiedenen Stellen angezweifelt, dass dessen Einschaltung die Verjährung hemmt.

Wer also auf Nummer Sicher gehen will, macht ganz flott nen Termin beim Anwalt. Die Erstberatung ist i. d. R. kostenlos und Ihr erfahrt, wie die Erfolgsaussichten sind.

Just my 2 cents...

Grüssings Frickelmaster

NicoW 20.12.2014, 22:26

In deinem Fall würde ich keine Verjährung befürchten, denn durch die Rückerstattung der Bearbeitungsgebühren, hier die 600€, hat die Bank deinen Anspruch anerkannt. Die Verzugszinsen, hier die 200€, beanstandest du ja jetzt separat, hier greift die Verjährung der Bearbeitungsgebühren nicht. Sollte die Santander sich jetzt quer stellen würde ich einfach dem Ombudsmann der Privaten Banken schreiben, in dem Bankenverband befindet sich auch die Santander, kostet dich nichts und der Ombudsmann kommuniziert nicht mit der untersten Ebene der Bank, der kommuniziert mit denen ganz oben, da geht dann alles auf einmal ganz schnell.

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Unbedingt. Wie hoch war die Bearbeitungsgebühr? Und wieviel Zinsen gibt das bei 1,5% oder was man heute so bekommt. Da musst Du unbedingt noch einen Brief hinterher schicken, dass Du das Geld auch noch bekomst!

Vermutlich hast Du sogar Anspruch auf die Zinsen, aber lohnt den Aufwand doch gar nicht.

gammoncrack 24.11.2014, 18:53

Hallo??????????????

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Sobeyda 24.11.2014, 19:04
@gammoncrack

In der Zeit, wo ich den Brief geschrieben habe, ihn zum Breifkasten getragen habe und mich über das Verhalten der Bank geärgert habe, habe ich vielleicht 20% dessen verdient was ich bekommen würde, wenn ich mich meiner eigentlichen Arbeit widmen würde. Also für mich lohnt sich das definitiv nicht - jedenfalls bei einer üblichen Kreditsumme.

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gammoncrack 24.11.2014, 20:35
@Sobeyda

Also, dann rechnen wir einfach einmal:

In 5.2005 Kredit über 20.000.- Euro mit 3% Bearbeitungsgebühr

Somit 600.- Euro Bearbeitungsgebühr

Verzinsung muss erfolgen mit 4,23%

Ergebnis für 1.5.2005 bis 1.12.2014: 300.- Euro!!

Dafür laufe ich auch 10 x zum Briefkasten! Ist nicht weit weg.

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gammoncrack 24.11.2014, 23:40
@gammoncrack

Und ergänzend noch: Rechnet man mit den jeweils gültigen Basiszinsen ab Fälligkeit, ist der Betrag noch um einiges höher.

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Das Porto für einen Standardbrief liegt bei 60 Cent. Rechne Dir mal fix aus, ob der ausstehende Zinsbetrag signifikant höher ist. Falls ja, dann schreib den Brief, falls nein, dann laß es sein!

Ich würde mal ausrechnen - wie bereits erwähnt - was du so an Zinsen bekommen würdest. Also wegen 1-2 Euro würde ich die Sache dann auf sich beruhen lassen...

Die Zinsen werden ja nur auf den Betrag der Bearbeitungsgebühr berechnet, nicht von der Kreditsumme. Und dann auch nur anteilig, der Betrag wiird wahrscheinlich sehr gering ausfallen

So viel wird das ja wohl kaum sein, dass es sich lohnt darum zu "kämpfen" oder?

Ansonsten kannst du natürlich gern die santander nochmals auffordern, dir auch die Zinsen zurück zu erstatten.

Viele Grüße

gammoncrack 25.11.2014, 11:49
So viel wird das ja wohl kaum sein, dass es sich lohnt darum zu "kämpfen" oder?

Das ist doch echtes Kaffeesatzlesen.

Außerdem sieht man genügend Leute auf der Straße, die für 0,25 Euro einen ganzen Mülleimer nach einer Pfandflasche durchwühlen!

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Ruwu135 25.11.2014, 12:06
@gammoncrack

Bei mir war derselbe Fall. Es hätte sich um wenige Euros gehandelt. Da mach ich mich nicht verrückt...

Aber klar, es kann sich um mehr handeln, zum Bsp. um mehrere Hundert Euro -> wie bei Ihrem fiktivem Bsp, dass jemand 20.000,-€ über mehr als 9 Jahre finanziert.

Dann kann er ja gern zur Tat schreiten. Ist doch gar kein Thema!

Nur wegen 10,-€ geh ICH nicht zum Anwalt.

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gammoncrack 25.11.2014, 12:35
@Ruwu135
Nur wegen 10,-€ geh ICH nicht zum Anwalt.

Dafür öffnet der auch nicht die Tür!

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