Bauzinsen geringer Inflation - Immobiliengewinne ohne Kapitaleinsatz möglich?

2 Antworten

großen Reibach

Das klingt alles wie die letzten Worte des Schuldners vor Abgabe der eidesstattlichen Versicherung. Auf die grandiose Idee, Dinge mit Kredit zu kaufen und dann auf die Wertsteigerung zu spekulieren sind schon viele gekommen. Nur, was ist, wenn die Wertsteigerung ausbleibt? Nur völlig arglose Naturen glauben, die Immobilienpreise gingen immerfort steil bergauf. In ländlichen Regionen kann man zum Teil billiger kaufen als vor 20 Jahren: Es will eben niemand da hinziehen. Und selbst in Großstädten vermiesen die Macken mancher Käufer die ausgeklügelte Musterrechnung. Nur in wenigen Lagen lassen sich gebrauchte Häuser zum selber Preis veräußern wie Neubauten. Erst mal geht der Preis nach dem Erstbezug bergab und braucht dann eine Weile um sich zu erholen. Was ist, wenn man genau da veräußern muß?

Privatier: Es fehlt nur noch der Überzeugungsversuch des Interessenten, ein mehr oder minder großes Belastungs-Defizit mit künftigen (unsicheren) Gehaltserhöhungen auszugleichen zu wollen..

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@Franzl0503

...ich habe schon Fälle gesehen, wo man Omas Rente mit in die Finanzierung eingerechnet hatte und ganz erstaunt war, dass die nicht in glückliche Familienheim mit einziehen wollte. Und solche Dinge passieren nicht nur Dummköpfen. Bei dem mir da konkret erinnerlichen Fall war der Ehemann Diplomkaufmann.

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@Privatier59

Omas Rente ... ganz erstaunt war, dass die nicht in glückliche Familienheim mit einziehen wollte.

Schlimmer ist, wenn sie die Frechheit besitzt, einfach wegzusterben, wie das bei alten Leuten ab und zu mal vorkommt.

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DH - passt. Man spürt, dass Du auch konkrete Immobilienerfahrungen hast.

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@GAFIB

Und ob, nur ein Beispiel: Meine Mutter versucht seit 24 Jahren Baugrundstücke in der Eifel zu verkaufen (Erbstücke). Trotz Preisvorstellungen die bei 15 Euro den qm liegen (und seit 24 Jahren unverändert geblieben sind) findet sich kein Interessent. So viel zu "Wertsteigerung" im Immobilienbereich.

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Das muss nicht mal vor 20 Jahren gewesen sein. Enige kriegen hier im Ost nicht im Verkauf wieder, was sie vor 10-15 Jahren investiert haben bzw. haben bei einer Neubewertung plötzlich massive Probleme mit Beleihung.

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Dieses Prinzip ist genau das, was zur Subprime-Krise in USA geführt hat. Man führt nur steigende Bewertungen von Sicherheiten in weitere Darlehen fort und steigert damit die Gesamtverschuldung. Das Kartenhaus fällt zusammen, wenn entweder die Zinsen steigen oder aber die Immobilienbewertungen fallen. Letzteres passiert beispielsweise, wenn die Immobilie nicht einfach vermietbar ist und damit laufende Zusatzkosten sich anhäufen, die auch gedeckt werden müssen.

Sorry, "recht risikofrei" kann ich nicht unterschreiben.

Man kann aber dieses Modell als Leverage auf kurzfristige Finanzierungen von unterbewerteten Immobilien anwenden. Eine meiner Beteiligungen machte dies mit Foreclosures in USA recht erfolgreich. Der Zug dürfte inzwischen abgefahren sein und auf Sicht von 2-3 Jahren rechnen inzwischen ja alle mit steigenden Zinsen.

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