Basistarif. Ist man verpflichtet, den 2,3-Fachen GÖZ-Satz zu zahlen?

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2 Antworten

Also. Zum einen ist es relevant, was Deine Mutter unterschrieben hat. Das ist relevant, weil es sich um einen privatwirtschaftlichen Vertrag handelt.

Sollte Sie das nicht getan haben, so gilt die Gebührenordnung der Zahnärzte. Da insbesonders § 5.

Leider ist mit Wirkung zum 1.1.2012 der § 5a der GOZ weggefallen, der für Personen im Standardtarif bzw. Basistarif die Faktoren gedeckelt hat. Somit gilt § 5 GOZ und der Zahnarzt darf die Mittelgebühr mit Faktor 2,3 in Rechnung stellen. Die Differenz zum Faktor 2,0 muss Deine Mutter leider selber tragen.

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alfalfa 25.09.2013, 08:34

Das Thema hat mir keine Ruhe gelassen. Was ich geschrieben habe ist für die GOZ und den Standardtarif zulässig. Im Basistarif wurden jedoch im SGB V andere Regelungen getroffen. Dort findet sich auch die Limitierung auf Faktor 2.0 für den Basistarif wieder.

Sofern Deine Mutter nichts unterschrieben hat, würde ich versuchen eine Änderung der Rechnung unter Bezug auf folgende Regelung erwirken.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__75.html

Ursache für das Kuddelmuddel war die neue GOZ in 2012.

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Die Frage ist, was Deine Mutter unterschrieben hat. Privatärztliche Behandlung mit Faktor 2,3? Dann wird sie um die Zahlung der Differenz nicht herumkommen. Hat Sie das nicht unterschrieben, würde ich die Differenz auch nicht zahlen.

Hier findest Du das Formular, dass Deine Mutter unterschrieben haben müsste:

Erklärung des Versicherten über erfolgte Aufklärung :

http://www.kzbv.de/basistarif.88.de.html

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alfalfa 24.09.2013, 18:29

Leider sind die Informationen in dem Link veraltet. Durch Abschaffung des § 5a GOZ ist die Deckelung auf den Faktor 2,0 entfallen. Sehr ärgerlich.

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hildefeuer 24.09.2013, 19:57
@alfalfa

Richtig Zahnärzte berechnen beliebige Sätze. Manchmal kann man auch den 12fachen Satz sehen....

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gammoncrack 25.09.2013, 22:15
@hildefeuer

Ich musste ein wenig nach der dann jetzt gültigen Regelung schauen. Ist das hier auch überholt? Zumindest ist es so bei Wikipedia aufgeführt und würde ja zur Frage passen:

Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen haben die Versorgung derjenigen Versicherten sicherzustellen, die im sog. Basistarif bei einer Privaten Krankenversicherung versichert sind. Diese Versicherten haben einen Anspruch auf eine Behandlung (und eine entsprechende Kostenerstattung), die derjenigen der gesetzlich Versicherten vergleichbar ist. Diese vergleichbaren Leistungen werden nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) mit einem limitierten Multiplikator (2,0-facher Satz) berechnet. Der 2,0-fache Satz der GOZ wurde im Rahmen der Gesundheitsreform 2007 namens GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz als gebührenadäquat zum Kassentarif, dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (BEMA), festgesetzt.

Wünscht der Patient höherwertige oder nicht im Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (Bema) enthaltene Leistungen, kann – wie beim Kassenpatienten – eine abweichende Vereinbarung nach § 2 GOZ mit dem Patienten getroffenen werden.

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alfalfa 25.09.2013, 22:41
@gammoncrack

Es ist geregelt. Schau mal unten in dem von mir geposteten Link. Und zwar in § 75 SGB V Abs. 3a.

Fazit: Badistarif gedeckelt auf Faktor 2.0.

  • außer, man hat eine Honorarvereinbarung unterzeichnet. Das ist dann eigene Schuld.
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gammoncrack 25.09.2013, 23:02
@alfalfa

Schon richtig. Ich meinte ja von Beginn an, dass der Zahnarzt ohne Vereinbarung nicht über 2,0 hinausgehen kann.

Die Frage ist, was Deine Mutter unterschrieben hat.

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