Bankbürgschaft statt selbstschuldnerischer Bürgschaft?

5 Antworten

Ich kann nur eine Erfahrung als Mutter eines damaligen Azubis in einer beliebten Großstadt berichten. Eine selbstschuldnerische Bürgschaft war Bedingung (für diese eine Wohnung eines privaten Vermieters, die außerdem auch noch viel günstiger war als die von Dir angegebenen Beträge).

Eine auf 2.000,-€ begrenzte Bürgschaft ist bei der Miethöhe ja nicht mehr wert als eine Kaution. Ich glaube ja eher nicht, dass das so klappen kann.

Offengestanden sind Deine Chancen eher schlecht:

Eine Bürgschaft in Höhe von 2000 Euro deckt bei der von Dir ins Auge gefaßten Miethöhe von bis zu 700 Euro in ungefähr die geforderte Mietkaution von bis zu 3 Kaltmieten ab.

Jeder Vermieter wird Dich dann aber fragen, wovon Du die laufende Miete zahlen willst.

Üblich ist, ein festes Einkommen in Höhe der dreifachen Miete sehen zu wollen. Das ist natürlich nicht festgezurrt, aber auch der nachsichtigste Vermieter würde es ungern sehen, wenn Du mehr als die Hälfte des verfügbaren Einkommens für die Miete ausgeben mußt.

Bei Dir ist es ja noch schlimmer: Du hast überhaupt keine feste Vollzeitstelle.

Derzeit herrschen auf dem Wohnungsmarkt chaotische Verhältnisse. Ich las gerade von einer Vermietung in Berlin, wo über 1600 Interessenten zur Besichtigung Schlange standen. Ich selber habe in Köln auf eine Wohnungsanzeige 500 Anfragen bekommen. Dann rechne Dir mal aus, wie gering Deine Chancen bei der Ausgangslage sind.

Mein Einkommen beträgt ab Dezember mit Trinkgeldern ca. 1400€. Das Bafoeg kommt ja auch noch nach. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann ich bei Bedarf auch vorweisen. Ich versuche natürlich eher, eine Wohnung für 500 warm zu finden... ;/

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@shellie

Mich würde vor allem der Ablauf bei dieser Bankbürgschaft interessieren. Und außerdem würde ich diese zusätzlich zur Kaution anbieten - ich weiß, vom Gesetzgeber sind Sicherheiten auf 3KM begrenzt, aber in dem Fall wäre das ja freiwillig zur Erhöhung meiner Aussichten.

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@shellie

Einkommen aus Trinkgeldern ist leider nicht nachweisbar und wird wohl nicht anerkannt.

Und der Ablauf ist, die zusätzliche Sicherheit anzubieten.

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@shellie

Nur mal nebenbei: Was soll denn da an Bafög nachkommen, wenn Du so ein hohes Einkommen hast? Auch ohne Trinkgelder wird es ja vermutlich zu hoch sein. Sieh mal nach bei studis-online. Und natürlich immer alle Bezüge dorthin mitteilen

Ansonsten sind unsere Ansichten natürlich nicht gegen Dich gerichtet. Aber Du fragtest ja nach Deinen Chancen. Und die sind eher mau.

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Ich meine echt ganz basal, wie eine Bankbürgschaft eingerichtet wird und wie sie genau funktioniert. Ich habe dazu via Google nur Informationen für Gewerbskunden oder à la Kautionsversicherung gefunden, aber das meinte er nicht. Deshalb frage ich. Vielen Dank für Eure Mühe.

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@shellie

Noch einmal: Der VM muss keine Bankbürgschaft akzeptieren, die nur mit Zustimmung des Bürgen leistet, was im Streitfall für ihn zweckfrei wäre. Da macht es wenig Sinn, wein dein Onkel eine einrichtet, eine gesamtschuldnerische Bürgschaft auf erste Anforderung will er hingegen nicht abgeben. Deine 1400 EUR Einkommen sind eine Schätzung, Bafög-Bezug eine hoffnungsfrohe Aussicht, die den künftigen VM nicht überzeugen muss, ohne Barkaution nicht umstimmen wird. Was soll man dir dazu sonst erklären?

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@Andri ich gehe jetzt arbeiten, weil mir nichts anderes übrig bleibt, wenn ich nicht auf der Straße landen möchte und trete damit quasi in Vorleistung. Das wird mir von meiner Zuverdienstgrenze für den laufenden Bewilligungszeitraum abgezogen. Meine Eltern können für mich keinen Unterhalt zahlen. Ich habe mein Fachabi über den 2. Bildungsweg nachgeholt, mein Studium erst mit 28 aufgenommen, aber schon seit meinem 17. Lebensjahr u. A. Depressionen - welche leider dazu geführt haben, dass ich meinen Leistungsnachweis nicht zeitig vorlegen kann. Ich bin grundsätzlich noch Bafoegberechtigt (war bei einer Beratungsstelle), was das betrifft und habe bis Ende des 4. Semesters den vollen Satz erhalten. Aber solange ich noch nicht gut auf die neuen Medis eingestellt bin, schaffe ich es nicht ewig mit der 45h-Woche und der Doppelbelastung aus Studium und Arbeit.

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@shellie

@Andri123 Und ich bin mir auch bewusst darüber, dass Eure Ansichten nichts mit mir zu tun haben oder gegen mich gerichtet sind. Bin - wie Ihr wahrscheinlich seht - neu hier und einfach ziemlich verzweifelt. Sollte sich irgendwas schnippisch gelesen haben, lag das hoffentlich nicht an meiner Wortwahl ;-)

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Dein Onkel möchte nicht für Dich (bzw. Deine Zahlungspflichten) gegenüber dem Vermieter bürgen, sondern er beauftragt seine Bank, eine selbstschuldnerische Bankbürgschaft für Deine Zahlungsverpflichtungen aus dem Mietvertrag bis zu Höhe von maximal € 2.000 zu übernehmen, also eine selbstschuldnerische Höchstbetragsbürgschaft (das ist der Fachjargon).

Die Bank verzichtet zudem üblicherweise auch auf die Einrede der Vorausklage gemäß § 771 BGB. Wenn die Bank die Zahlungsaufforderung vom Vermieter bekommt, kann sie also nicht verlangen, dass der Vermieter erst gegen Dich (durch)klagt, sondern muss i.d.R. auf erste schriftliche Anforderung zahlen, dass Du Deine Miete nicht gezahlt hast.

Im letzteren Fall holt sich dann die Bank das gezahlte Geld von Deinem Onkel wieder.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Die Form der Kaution bestimmt der Vermieter. Gerade Privatvermieter akzeptieren meist nur Barkautionen, über die sie jederzeit voll verfügen können.

Und M, die die geforderte Miete regelmäßig bezahlen können: Wovon willst du leben, wenn dein TZ-Job für die Miete draufgeht? Wo machst du zuerst Schulden, wenn du Hunger hast?

Dieser Job geht nicht drauf, war dort schon einmal saisonal angestellt (saisonal, weil ich es so wollte und in den Sommermonaten einen besser entlohnten Job habe). Die Bankbürgschaft soll zusätzlich zur Barkaution angeboten werden.

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Ich glaube, hier herrscht ein wenig Verwirrung: nahezu jede Bürgschaft gegenüber einer Bank ist eine selbstschuldnerische Bürgschaft. Auf eine andere Bürgschaftsart wird sich, insbesondere wegen des relativ geringen Betrages, wohl keine Bank einlassen, weil sie sonst - je nach Ausgestaltung - erstmal ein Klageverfahren durchziehen müsste. Viel zu aufwändig.

Also: für eine Bürgschaft zur Sicherung eines Kredites der Bank gilt: immer selbstschuldnerisch. Es sei denn, Du findest eine ganz besonders extrem freundliche Bank, die sich auf (für sie) eine große Ausnahme für einen vergleichsweise kleinen Kredit einlässt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung
nahezu jede Bürgschaft gegenüber einer Bank ist eine selbstschuldnerische Bürgschaft.

In der Fragestellung geht es um eine Bankbürgschaft, also eine Bürgschaft, von der Bank - in diesem Fall - zugunsten des Vermieters ausgestellt wird.

erstmal ein Klageverfahren durchziehen müsste

... und üblicherweise enthält die Bankbürgschaft den Verzicht auf die Einrede der Vorausklage gemäß § 771 BGB.

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