azubi bekommt Abmahnung, nach regulärer Arbeitszeit, ist das rechtens?

5 Antworten

Ob der Tonfall oder die Aussage des/der Auszubildenden in sich unangemessen lasse ich jetzt einmal außen vor - ich war nicht dabei ......

Die Abmahnung ist bereits durch die Art der nach Arbeitsende geforderten Tätigkeit nicht berechtigt :

https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__14.html

(1) Ausbildende haben

  1. dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, und die Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann,

(3) Auszubildenden dürfen nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind.

Ist der Azubi minderjährig ????

https://www.arbeitsrechte.de/azubi-ueberstunden/

Nur bei „vorübergehenden und unaufschiebbaren Arbeiten in Notfällen, soweit erwachsene Beschäftigte nicht zur Verfügung stehen“, darf ein minderjähriger Azubi Überstunden im Betrieb machen.

https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__17.html

(7) Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten oder durch die Gewährung entsprechender Freizeit auszugleichen.

Ich kann nur raten .... diese Abmahnung nicht einfach so hinzunehmen, sondern dagegen anzugehen.

Die abmahnung bekam er wegen frecher widerworte

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@Impact

Wir waren nicht dabei.

Und der Widerspruch gegen die geforderte Überstundenzeit war berechtigt.

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Ich kann nur raten .... diese Abmahnung nicht einfach so hinzunehmen, sondern dagegen anzugehen.

Es reicht bereits aus, die Abmahnung nicht gegenzuzeichnen. Abmahnungen sind KEINE einseitigen Willenserklärungen, sie müssen stets von beiden Parteien unterschrieben werden, um irgend eine Art von Gültigkeit zu besitzen.

Wie soll man denn mitten im Ausbildungsverhältnis gegen eine nicht unterschriebene Abmahnung angehen??? Geht nicht. Kommt gleich wieder der Fachanwalt für Arbeitsrecht um die Ecke? Nein, sicherlich nicht!

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@Maerz2019
sie müssen stets von beiden Parteien unterschrieben werden, um irgend eine Art von Gültigkeit zu besitzen.

Sorry - falsch.... es ist vollkommen schnuppe ob der Abgemahnte die Abmahnung via Unterschrift bestätigt oder nicht. Der AG muss nur im Falle X nachweisen können, dass die Abmahnung zugegangen ist.

http://www.arbeitsrecht-ratgeber.de/arbeitsrecht/abwicklung/wirksame-abmahnung.html

Der Arbeitgeber muss im Streitfall weiter auch den Zugang der Abmahnung beweisen können. Am sichersten ist hier die Übergabe des Schreibens unter Zeugen. Der Arbeitnehmer muss vom Inhalt der Abmahnung nachweisbar Kenntnis nehmen.

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@wilees

@NMAFFM: was sagst Du denn dazu? Als HR-Experte? Reicht für die Kenntnisnahme das blosse Lesen der Abmahnung aus oder muss sie unterschrieben werden?

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@Maerz2019

der Azubi war nicht frech, er ließ sich nur nicht die Behandlung vom Chef gefallen und versuchte sich zur Wehr zu setzen...

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Gut, die Abmahnung ist nicht rechtens, aber betrachten wir uns doch derzeit mal alle die Situation, in der wir uns befinden. Auch wir haben, nach Absprache und deren Zustimmung, unsere Azubis Aufgaben außerhalb des Lehrplans zugeteilt. Wenn wir jetzt nicht alle an einem Strang ziehen, dann schaffen wir es kaum. Als Azubi würde ich das Gespräch mit dem VG suchen und ihn fragen, warum es zur Abmahnung kam. Vergessen wir an dieser Stelle bitte nicht, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber, ich will nicht nur den AG in Schutz nehmen, denn dieser sollte über die Situation seines Azubis informiert sein, wenn es um den Heimweg geht. Hilft :-). Es ist sicherlich in Familienbetrieben, oder kleineren Unternehmen ein wenig anders. Ich erinnere mich noch an meine Ausbildung, vor Jahren. Da habe ich auch Dinge erledigen müssen, gegen die ich mich erst gesträubt habe. Im Nachhinein kann ich dafür nur Danke sagen. Danke, dass ich auch dies lernen durfte.....Also, Langer Text ohne Sinn, Ausbilder/Chef ansprechen, denn rechtens ist die Abmahnung nicht standhaft, dafür nach den wahren Gründen Fragen. Vielleicht klärt sich so Einiges mit.

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@NMAFFM

Thanks a lot. A peaceful answer and a reasonable solution. :-))

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@NMAFFM

Sorry ..... aber Vorgesetzte bzw. "Ausbildende" haben nun einmal keinen Freibrief .... und wenn ich von Auszubildenden korrektes Verhalten erwarte , dann muss ich mich erst einmal selbst an Recht und Ordnung halten. Und dabei ist hier der Auszubildende eindeutig im Recht.

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@wilees

Ich weiss, Azubis haben heute wesentlich mehr Rechte als wir damals. Frag mich nur, wie man da was Lernen soll :-) Unterm Strich reden wir hier von 30 Minuten, in den ich, bzw. für die ich mir den Rest der Ausbildung das Leben schwer machen kann und auf eine Einstellung im Anschluss verzichten müsste.

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@NMAFFM

Wir reden hier bereits von den zweiten 30 Minuten ! Azubi wurde eine halbe Stunde nach Dienstschluss zur weiteren Leistung aufgefordert - und dann auch noch zu Reinigungsarbeiten. Und da ist für mich dann irgendwo "Schluss".

Frag mich nur, wie man da was Lernen soll

Indem der Ausbildungsbetrieb die Arbeitszeit des Auszubildenden sinnvoll nutzt, anstatt diesem ausbildungsfremde Arbeiten zu oktroyieren.

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@wilees

aja, da haben wir anscheinend anere ansichten

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@NMAFFM

Mag sein - nur ich habe meine Auszubildenden schon vor mehr als 30 Jahren fair behandelt und ausbildungsfremde Arbeiten weitestgehend vermieden.

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@wilees

mag sein, aber derzeit ist die situation fuer niemanden scboen.es herrscht ausnahmezustand,da sollten alle anpacken, um ihren arbeitsplatz zu sicher. auch ich mach grad dinge,die nicht in meinen bereich fallen.nicht,weil ich will,sondern weil ich damit meinen arbeitsplatz erhalte. bin ja nicht im oeffentlichen dienst,wo das so ohne weiteres geht

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@wilees

Hier geht es nicht ums arbeitsrecht

Warum liest denn hier keiner den sachverhalt

Der lehrling hat dumm daher geredet

Deswegen die rüge !!

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@Impact
Der lehrling hat dumm daher geredet

das wird ihm unterstellt - er hat sich aber berechtigt gewehrt. Und inwieweit der Ton / bzw. die Formulierung unangemessen war - wir ! waren nicht dabei.

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@Impact

ach..... woher willst du das denn so genau wissen, du bist wohl dabei gewesen 🤔❓

Ich denke " der Ton die Musik "‼️.... war es vom Chef eine Frage oder eher eine Anordnung, das wissen wir nicht.

Der Chef hätte auch eine Alternative für die Heimfahrt anbieten können, wenn die Reinigungsarbeiten sooo dringend waren. Passiert etwas auf dem Nachhauseweg, weil man den letzten Bus nicht erreicht .... dann wird schnell die Verantwortung von sich gewiesen 🤷‍♀️

Ich will den Azubi nicht in Schutz nehmen, es wird schon einen Grund gegeben haben.... evtl. hat er seinen Arbeitsplatz wiederholt unordentlich verlassen, das kann ein Chef auf Dauer auch nicht dulden, klar ! Selbst in dem Fall gäbe es andere, wirkungsvolle Erziehungsmaßnahmen ‼️

Heutige Jugendliche gehen selbstbewusster mit Situationen um.... mit unserer Zeit einfach nicht zu vergleichen. Während unsere Generation sich zu keinen Widerworten hinreißen ließ, werden die Kinder dazu erzogen, sich im Leben durchzusetzen. Ok, manchmal etwas zu hitzköpfig, zugegeben, aber dass die " Kopf durch die Wand Taktik " nicht immer vorteilhaft ist, gehört auch zum erwachsen werden ‼️

Fakt ist für mich, eine sichere Heimfahrt muss schon gewährleistet werden, wenn Überstunden nötig sind.

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https://www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/azubis/ueberstunden-waehrend-der-ausbildung-nur-freiwillig-und-bezahlt/

Überstunden während der Ausbildung: Nur freiwillig und bezahlt

Sofern keine anderen tariflichen Regelungen bestehen, gilt für minderjährige Azubis eine Arbeitszeit von höchstens 40 Stunden wöchentlich und 8 Stunden täglich. An einzelnen Tagen sind auch bis zu 8,5 Stunden erlaubt, aber nur, wenn sie an einem anderen Tag der Woche entsprechend weniger arbeiten. Das heißt: Der Chef verstößt gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, wenn er von seinem Azubi verlangt, mehr als 8,5 Stunden zu arbeiten.

Für Volljährige beträgt die tägliche Höchstarbeitszeit acht Stunden. Die Ausbildungszeit darf auf maximal zehn Stunden nur verlängert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten im Schnitt acht Stunden täglich nicht überschreitet. Verlangt man von einem Volljährigen, mehr als zehn Stunden zu arbeiten, verstößt der Chef gegen das Arbeitszeitgesetz. 

Nur in absoluten Notfällen (zum Beispiel bei Überschwemmung) darf der Chef die Regelungen übergehen. Sind in diesem Fall keine erwachsenen Arbeitskräfte und Azubis da, dann müssen unter Umständen auch Minderjährige mit anpacken. Herrscht im Betrieb dagegen Personalknappheit, dann ist das kein Notfall.

Nur mit Zuschlag

Macht ein Azubi Überstunden, dann kann dies nur freiwillig geschehen. Auch die Überstunden müssen dem Ausbildungszweck dienen. Das heißt, man lernt etwas dabei und ein Ausbilder muss anwesend sein. Überstunden müssen mit Mehrarbeitszuschlag ausbezahlt oder mit Zeitzuschlag in Freizeit ausgeglichen werden. Wer länger arbeitet, sollte die Stunden genau aufschreiben und sich vom Vorgesetzten abzeichnen lassen. So lassen sich die Überstunden später besser nachweisen.

Das ist alles unerheblich

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sagt der threadersteller auch noch was dazu?

Fragezeichen vergessen? Ich vermisse die Frage

Guck mal zu Frage oben bei wilees nach: Deine Expertise ist gefragt. :-)

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Die Abmahnung sollte AUF KEINEN FALL VOM AZUBI UNTERSCHRIEBEN werden. Sie ist nichtig, denn der Anlass zur Abmahnung ist allein wegen diesen Umstands nicht gegeben.

Unsinn

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@Impact

Hast Du einen besseren Sinn? Dann immer raus damit, einzeiliger Impact. ;-)

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@Maerz2019

Hast du deine brille verlegt

Viellabernder monat

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@Impact

Ich schreibe mit Bildschirmarbeitsplatzbrille und ohne Maske. Aber bei Dir, lieber Impact, überlege mir gerne nochmal die Maske lieber aufzuziehen. Und das nicht nur wegen Corona-Schutz, sondern damit die Gläser besser beschlagen sind; um das Drama der Kulturgeschichte endlich nicht mehr sehen zu müssen. ;-)

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@Impact

Immerhin nicht so einfallslos und spröde wie Du. ;-))

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