Autohändler will Auto zurück vom Käufer, weil die Anzahlung noch fehlt! Geht das einfach so???

4 Antworten

1. Eindeutig hat der Verkäufer einen Fehler gemacht, denn das Du die Anzahlung an den Händler zu leisten hattest war eigentlich klar. Ersatzweise bei Gewerbeleasing die Leasingsonderzahlung an die VW/Audi Leasing.

2. Aber auch Du hast einen Fehler gemacht. Wenn Du wusstest, dass Du für den Wagen 10.000,,- euro schuldest, warum hast Du das Geld fremd verwendet? Dem Finanzamt hättest Du sagen können, ich kann die Steuernachzahlung nur in zwei Raten zahlen. Bitte stundet mir die Hälfte auf 1 Monat (respektive drei Raten im abstand von je einem Monat).

3. Natürlich können die das Auto wegholen, denn erstens hat die VW Bank den Brief und zweitens steht im Kaufvertrag, dass das Fahrzeug bis zur vollständigen Zahlung dem Eigentumsvorbehalt unterliegt.

4. Wichtig dabei der Unterschied zwischen Eigentumsvorbehalt und Sicherungsübereignung. 

5. Um eine Sicherungsübereignung (z. B. an die Bank) geltend zu machen, braucht man einen Gerichtsvollzieher. Die Forderung muss fällig gestellt werden. ist nicht gezahlt, läßt man das Fahrzeug pfänden und der Gerichtsvollzieher verwertet/läßt verwerten.

6. Nach Vereinbarung eines Eigentumsvorbehalts kann man aber nicht jederzeit die Herausgabe des Eigentums verlangen. Dieser dient ja nur zur Sicherung Ihrer Kaufpreisforderung. Das Autohaus muss also gem. § 449 Abs. 2 BGB erst wirksam von dem Vertrag zurückgetreten sein.

Ich habe heute nochmal  mit dem Verkaufsleiter gesprochen, ich werde wöchentlich einen Betrag überweisen und ihm nach Überweisung immer den Zahlungsbeleg zumailen, so das ich es schaffen kann innerhalb eines oder zwei Monaten die 10000,00 Euro zu zahlen. 

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@MaikP24

Gute Lösung. Erhält denen das Geschäft und spart allen Seiten einen Haufen Kosten.

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Seltsam ist das nicht.

Es ist doch völlig unerheblich, an wen die Anzahlung zu leisten ist und ob nun sofort oder in ein paar Wochen: es war Dir doch bereits vor Vertragsabschluß klar, daß zeitnah eine "Anzahlung" (= definitiv Zahlung vor laufenden Ratenzahlungen) in der genannten Höhe zu leisten war. Du hättest ohnehin diesen Betrag, dessen Höhe und Fälligkeit Dir bekannt war, zurücklegen müssen.

Das hast Du nicht getan und Du hast in den letzten drei Monaten auch nicht dafür gesorgt, diesen Betrag in irgendeiner Form vorzuhalten. Die Nachzahlung ans Finanzamt ist leider dazwischen gekommen, aber auch das wäre in grober Höhe mit etwas Planung oder vielleicht einem Steuerberater abzusehen gewesen. Spätestens dann hätte Dir klar sein müssen, daß nun 10.000 EUR fehlen und Du für diesen Betrag sorgen musst. Zwei weitere Monate sind verstrichen.

Die aktuelle Lage ist eindeutig Dein Verschulden und daher kann das Audi-Zentrum logischerweise das Fahrzeug zurückfordern, einschließlich Restwertminderung gegenüber dem Neufahrzeug, da Du Deinen vertraglichen Pflichten nicht nachgekommen bist. Die Einräumung weiterer zwei Wochen ist ja sogar noch eine zusätzliche Kulanz des Audi-Zentrums Dir gegenüber.

Daher: wundere Dich nun nicht über irgendwelche Dinge und sitze nicht weiter untätig in einer Ecke, sondern besorge den Anzahlungsbetrag und kläre die Sache. Beginne JETZT SOFORT damit. Rücklagen, Familie, Banken... viele Optionen.

PS: abgesehen davon scheint mir die Höhe des Anzahlungsbetrags recht deutlich zu hoch. Wenn Du das Fahrzeug primär beruflich nutzt, wäre  angesichts historisch niedriger Zinsen ein Modell mit einer geringeren Anzahlung und dafür höheren monatlichen Raten sehr wahrscheinlich vorteilhafter gewesen.

Sofort nehmen sie dir den Wagen nicht weg, die müssten es auf dem gerichtlichen Weg klären und ggf. pfänden, wie es üblich ist.

Ich sehe da aber keinen Ausweg, du müsstest das Geld mit einem Mal zahlen. Versuche ein Kredit zu bekommen bei deiner oder einer Bank, offensichtlich scheinst du ja sonst solvent zu sein, dürfte kein Problem sein.

Gebrauchtwagen mit partiellem DEKRA-Siegel, nun ist der Zylinderkopf defekt. Haftet der Händler?

Liebe Community,

Habe mir vor 2 Wochen einen 5 Jahre alten Skota Octavia mit 73.000 km für knapp 9000,- € bei einem Autohändler in meiner Umgebung gekauft. Vor Vertragsabschluss meinte der Händler, er würde noch ein DEKRA-Siegel in beidseitigem Interesse machen, händigte mir Fahrzeugschein und Brief aus, damit ich dann in 2 Tagen das Auto abholen kann. Ging also am Tag darauf zur Zulassungstelle, meldete den Wagen an. Als ich dann mit meinen neuen Nummerschildern und dem Kaufbetrag zu dem Händler ging zeigte er mir das DEKRA-Siegel. Unter dem Punkt "Motor, Getriebe, Abgasanlage" stand dann folgendes:

"Motorölstand normal. Motor hat keinen Ölverlust. Das Getriebe und der Achsantrieb sind ohne Ölverlust. Abgasanlage in gutem Zustand.

Mängel am Kühlsystem vorhanden oder Kühlflüssigkeitsstand unter Minimum oder Frostschutz schlechter als -20°C."

Der Händler wies mich sofort darauf hin und meinte der Gutachter hätte ihm gesagt, "das sei halb so wild, da muss man nur ein bisschen Kühlerfrostschutz nachfüllen". Meine Freundin war dabei und kann dies auch bezeugen. Dachte mir nichts böses, vertraute der Aussage des Händlers und schloss den Handel ab.

Nach 2 Wochen blinkte nun plötzlich die Kühlwasseranzeige im Auto auf. Füllte Wasser nach und fuhr in die Werkstatt. In der Werkstatt wurde die Dichtigkeit der Kühlanlage geprüft: alles ok. Der Frostschutz war bei nur -10°C und wurde durch Nachfüllen von Frostschutz auf -35°C korrigiert.

Nach einigen Recherchen in diversen Internetforen und einem Gespräch mit meiner Werkstatt scheint es nun sehr wahrscheinlich das der Zylinderkopf defekt ist und demnächst getauscht werden muss. Kostenpunkt ca. 2000,- €.

Nun die eigentliche Frage: Wer kommt für dies Summe auf. Soll ich es reparieren lassen, das Auto dem Händler wieder zurück bringen, oder noch 5 Monate warten bis sich dann vielleicht der ganze Motor in Rauch auflöst?

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