Auswanderer kommt für temporären Aufenthalt nach D zurück - Krankenversicherung?

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3 Antworten

Nun, Du bist über 180 Tage im Inland. Das ist eine Grenze, die die Kasse gerne annimmt, obwohl Sie im SGB V nicht explizit festgeschrieben ist.

Dann würde § 193 VVG - Versicherungspflicht in Deutschland greifen. In dem Fall musst Du Dich für die Dauer Deines Aufenthaltes freiwillig bei der KSK (bzw. GKV) absichern, Deine Gattin und ggfs Kinder können ja über die kostenfreie Familienversicherung nach § 10 SGB V absichern.

Solltest Du hier im Inland keine Einkünfte haben, dränge bitte bei der Berechnung der Beiträge auf die Anwendung des § 240 SGB V. Dann ist auf das fiktive Einkommen von 2550€/3 ein Betrag von 15,5 % Kassenbeitrag zu zahlen.

Legt die Kasse die Grundsätze des GKV Spitzenverbandes zugrunde, so geht man gerne bei Selbständigen von 1990 € fiktives Einkommen aus und legt 15,5 % GKV Beitrag pro Monat zugrunde.

Sollte die KSK zu dem Entschluss kommen, dass die australische Krankenversicherung den Ansprüchen einer substitutiven Krankenversicherung entspricht, dann ist sogar gar nichts zu zahlen bzw. der australische Versicherungsschutz reicht aus. Ob die KSK dieses anerkennt, bedarf einer Prüfung.

Hierzu müsstest Du Dich mit der KSK in Wilhelmshafen in Verbindung setzten. (Wobei ich hier weniger Hoffnung machen will, denn um eine Absicherung als substitutive Krankenversicherung gelten zu lassen, ist ein Betrieb der Kasse im Inland nach § 12 VAG erforderlich sowie das Angebot eines Basistarifs. Doch ein eventuelles Sozialversicherungsabkommen kann das ggfs aushebeln.

Genug der Prosa: Ich gehe davon aus, dass die KSK eine Absicherung im Inland für die 9 Monate verlangt, ob es jetzt knapp 150 € oder knapp 300 € pro Monat sind, hängt davon ab, ob der § 240 SGB angewendet wird oder die Grundsätze des GKV Spitzenverbandes.

Hxylofon 02.04.2012, 10:51

Ganz frech gefragt: Kann ich den ganzen Aufwand umgehen, wenn ich vor dem Ablauf der 180 Tage jeweils für ein paar Tage ins Ausland gehe? Letztendlich wird unser Aufenthalt eher den Charakter eines Urlaubs haben, d.h. wir wohnen mietfrei bei Familie und mieten auch für die Ausübung unseres Berufes keine Räume an. Konkret: Wir nehmen nur einen Laptop mit, auf dem wir Kundenaufträge bearbeiten.

Oder wäre die von fmca24 erwähnte Versicherung eine Option?

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alfalfa 02.04.2012, 11:29
@Hxylofon

Nun, wo kein Kläger da kein Richter ;-). Machbar, aber mir wäre das zu "heiss". Weniger wegen der Kosten, eher aus dem Aspekt wenn wirklich mal etwas passiert. Das kann dann ganz schnell teuer werden.

Aber mal ein anderer Aspekt. Bei dem GKV Weg hast Du für Dich und Deine Familie eine Flat Rate von 150 € bis 300 €. Da musst Du ein wenig "fighten", um den niedrigeren Betrag zu bekommen. Muss auch nicht die KSK sein, jede andere GKV kannst Du wählen.

Die DKV Option ist auch machbar. Ist eine private Absicherung und zahlbar pro Person. Da musst Du mal den Bleistift nehmen und rechnen. Darstellbar ist das, doch teilweise unter GKV Niveau. Da muss man sich die Bedingungen genau ansehen, doch leistungstechnisch bist Du bei der GKV wohl besser aufgehoben. Zumal Du bei der privaten Lösung DKV erst einmal alle Rechnungen vorstrecken musst und die dann erstattet bekommst. Bei der GKV reicht es, das Kärtchen dem Arzt zu geben. Ich denke das ist bequemer.

Letztendlich musst Du entscheiden ob GKV oder PKV. Obwohl ich ein PKV Fan bin, tendiere ich in dem speziellen Fall eher zur GKV. (Kosten, Abdeckung, Rennerei im Schadensfall, Vorleistung der Kosten usw.)

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Da gibt es so genannte Krankenversicherungen für "Deutschlandreisende". Die DKV bietet da Tarife an,und viel Erfahrung. Sie dürften versicherbar sein mit den Eckdaten und eine Gesundheitsprüfung ist nicht erfordelich. Trotzdem mal die Bedingungen lesen.

Wir haben das für Au-Pair und Gäste von Unternehmen bereits gut einsetzen können. Die Preise sind sehr günstig, im Vergleich zu einer vollen KV der GKV.

Hallo,

für 9 Monate werdet Ihr ja eine Wohnung brauchen und müsst Euch damit anmelden. Dann seid Ihr versicherungspflichtig und könnte zu jeder Kasse gehen.

Die KSK ist keine Krankenkasse, sondern nur eine Inkassostelle und kommt auch nur in Frage, wenn Ihr in Deutschland wieder künstlerisch tätig sein wollt.

Wenn Ihr keinen Wohnsitz nehmen wollt, geht auch eine Reiseversicherung. Besser als eine australische wäre eine deutsche Reiseversicherung für Besucher.

Gruss

Barmer

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