Ausländische Thesaurierer Fonds auf Steuererklärung

2 Antworten

Verpflichtet ist man nicht die Daten aus dem Bundesanzeiger zusammenzusuchen. Aber rein aus den Angaben der Steuerbescheinigung könnten dir finanzielle Nachteile erwachsen.

Sind denn dann nur die 2 Zeilen Wichtig? Oder noch weitere?

  • b) Betrag der ausschüttungsgleichen Erträge
  • aa) nach § 4 Abs. 2 InvStG in Verbindung mit § 32d Abs. 5 oder § 34c Abs. 1 EStG oder einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung anrechenbar ist, wenn kein Abzug nach § 4 Abs. 4 InvStG vorgenommen wurde 8)
0

Mein Lieblingsthema :-)

Wenn Du die Daten nicht selbst heraussuchst und angibst, verschenkst Du unter Umständen Geld.

  • Zunächst mal bist Du verpflichtet, die ausschüttungsgleichen Erträge mit anzugeben. Das nicht zu tun wäre also effektiv eine Steuerhinterziehung. Allerdings erfolgt ja nochmals beim Verkauf später eine Besteuerung, so daß dies wohl von den Finanzämtern dann nicht als solche verfolgt wird.

  • Im Bundesanzeiger wird nicht nur die Höhe der ausschüttungsgleichen Erträge (zu versteuern) bescheinigt, sondern es wird auch ggf. anrechenbare Quellensteuer ausgewiesen (Buchstabe f). Diese würde Deine Kapitalertragsbesteuerung mindern. Gibst Du diese nicht an, verschenkst Du eine Steuerminderungsmöglichkeit.

  • Vielleicht ist Dein Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft, so daß die Angabe der ausschüttungsgleichen Erträge zu überhaupt keiner effektiven Mehrsteuer führen würde. Die thesaurierten Beträge wären also steuerfrei.

  • Beim Verkauf erfolgt eine Besteuerung aller ausschüttungsgleichen Erträge über die Haltezeit. Kannst Du keine lückenlose Versteuerung in den Vorjahren nachweisen, führt das zu einer Besteuerung auf Basis eines deutlich höheren Betrags als wenn dieser über die Vorjahre verteilt und in den Freistellungsaufträgen untergebracht worden wäre. Du zahlst also Steuern für etwas, das eigentlich hätte steuerfrei sein können. Anrechenbare Quellensteuern der Vorjahre werden verschenkt.

Mit anderen Worten: Du hast den wesentlichen Nachteil, daß durch die Besteuerung aller haltezeitlichen Erträge in einem Batzen im besten Fall gleich viel Steuer anfällt, im schlimmsten Fall deutlich mehr. Beispiel: hast Du jedes Jahr 1001 EUR ausschüttungsgleiche Erträge und 50 EUR anrechenbare Quellensteuer, so wären mit dem Freistellungsauftrag von 801 EUR nur 1001 - 801 - 50*4 EUR = 0 EUR zu versteuern. Hältst Du den Fonds 10 Jahre und verkaufst dann, werden die 1001 EUR * 10 = 10.010 EUR zu versteuern sein. Abzüglich Freistellungsauftrag und Quellensteuer im Jahr des Verkaufs wären das also 9.009 EUR zu versteuern, d.h. ca. 2.400 EUR Steuern im Jahr des Verkaufs. Das nenne ich einen Nachteil :-)

Danke für deine Antwort.

Mein Freistellungsauftrag ist sowie schon jedes Jahr ausgereizt. Was bedeutet in deiner Rechnung 50*4 EUR?

Habe z.B. den Fonds FR0010135103 - Betrag der ausschüttungsgleichen Erträge / 7,3593€

Und wo steht hier nun die richtige Quellensteuer?

  • Durch den Fonds gezahlte und als ausgeschüttet geltende Quellensteuer / 0€
  • die im Geschäftsjahr gezahlte Quellensteuer, vermindert um die erstattete Quellensteuer des Geschäftsjahres oder früherer Geschäftsjahre / 0,5048€
  • den Betrag der nach § 3 Absatz 3 Satz 2 Nummer 2 nichtabziehbaren Werbungskosten / 0,8431
0
@powerschwabe

Der Carmignac Patrimoine weist keine anrechenbare Quellensteuer aus.

Schaust Du Dir jedoch beispielsweise IE0031069168 an, so steht in der Publikation vom 30.07.2013:

  • ausschüttungsgleiche Erträge: 0,2220084 EUR/Anteil

  • anrechenbare Quellensteuer: 0,0293760 EUR/Anteil

Da die Abgeltungssteuer 25% beträgt, ist der vierfache Betrag der Quellensteuer vom zu versteuernden Betrag abzuziehen.

0
Mein Lieblingsthema :-)

Oh ja, meins auch. Ich sitze an meiner Steuererklärung und die Comdirect -die sich die Erträgnisaufstellung ja sogar bezahlen läßt- schreibt mir bei 2 von 30 Fonds, dass sie die Steuerdaten nicht vorliegen hat. Von Nachlieferung steht da nichts. Ich müßte eigentlich mal prüfen ob das ein Sachmangel ist und ich wenigstens mein Geld zurück bekomme wenn ich schon die Arbeit selber erledigen muß.

0
@Privatier59

Die comdefect habe ich hinter mir gelassen, da sie bisher noch keine Steuerbescheinigung korrekt erstellt haben. In 2012 habe ich dann im Sommer die Depots alle gekündigt (auch die meiner Kinder) und wir sind zu ING-Diba und FFB umgezogen. Die FFB ist bisher die erste Bank, die tatsächlich korrekte Abrechnungen erstellt hat.

Comdirect hat sich dann noch geleistet, in 2012 keine Steuerbescheinigung zu erstellen, da nämlich irgendwann im Herbst (als meine Depots/Konten also schon geschlossen waren) auf "on demand" Steuerbescheinigungen umzustellen. Für die Erträgnisaufstellungen wollten sie ja immer schon Geld - auch etwas, das man bei ING-Diba und FFB kostenfrei bekommt.

Die comdirect hat die unangenehme Eigenheit, daß sie Thesaurierungen nach Erstellung der Jahressteuerbescheinigung überhaupt nicht mehr berichtet. Außerdem wird man bei der Korrektur von Schätzwerten bei Fondsverkäufen alleine gelassen.

In Folge hat man natürlich falsche Verlustvorträge und Inanspruchnahmen von Freistellungsaufträgen. Von Fehlern bei der Behandlung von Zwischengewinnen bei Fonds ohne Ertragsausgleichsverfahren spreche ich jetzt mal lieber nicht.

0

Freistellungsauftrag für Fondserträge in der Steuererklärung?

Hallo! Bei einem inländischen Fonds den ich im betreffenden Jahr nicht verkaufe werden ja, soweit ich das verstanden habe, laufende Erträge - d.h. keine Kursgewinne, aber Zinsen, Dividenden etc. jährlich automatisch versteuert. Habe ich einen Freistellungsauftrag von z.B. 801 EUR gestellt, wird dieser Betrag ebenfalls automatisch nicht versteuert. Wie ist es aber mit ausländischen thesaurierenden Fonds (hier konkret der ARERO)? Hier muss ich ja die laufenden Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben. Wie kann ich hier aber den Freistellungsauftrag ausnutzen? Kann ich in der Steuererklärung angeben, in welcher Höhe diese angewendet werden soll? Danke!

...zur Frage

Welche der vielen Angaben im Bundesanzeiger muss ich bei ausländischen thessaurierenden Fonds in die Steuererklärung übernehmen?

Die Steuerbescheinigung enthält nur den Hinweis, dass für bestimmte Fonds die Erträge noch nicht bekannt sind. Einige Monate später habe ich eine Ausschüttungsmitteilung erhalten. Dieser Betrag deckt sich aber nicht mit den Beträgen, die in der Erträgnisaufstellung genannt sind (dort sind in der Zeile für den ausländischen thessaurierenden Fonds neben einer Dividende auch Zinsen ?! genannt). Und keine der Zahlen ergibt sich aus der Multiplikation der zugewachsenen Anteile mit irgendeiner Angabe im Bundesanzeiger...bin ratlos!!

...zur Frage

Höhe der ausschüttungsgleichen Erträge von ausländischen thesaurierenden Fond?

Hallo,

Bitte um Hilfe bei folgendem Problem.

Man besitzt 2 ausländische thesaurierende Fonds. Im Jahre 2015 ergaben sich ausschüttungsgleiche Erträge von jeweils 500 EUR.

In Zeile 15 Anlage KAP muss jetzt der kumuliert Betrag von 1000 EUR angegeben werden für 2015.

Was passiert wenn ich 2016 einen dieser Fond verkaufe? Wie teile ich dem Finanzamt mit, dass 500 EUR bereits auf diesen Fond besteuert wurden?

Danke und Gruß Karl

...zur Frage

Für folgende Investmentvermögen waren Erträge nicht bekannt

Hallo, in der Steuerbescheinigung von Ebase für 2013 ist vermerkt: " ... Fondsbezeichnung • ISIN • Anzahl der Anteile Beispielsfonds 1 • LU……. Beispielsfonds 2 • CH……. Beispielsfonds 3 • US……. "

Nach dem, was ich bisher recherchiert habe müsste ich a) bis Ende Mai (Abgabe der Steuererklärung) die Erträge von jedem einzelnen, dieser ausl. thesaurierenden Fonds bei www.bundesanzeiger.de raus heraus suchen b) dann die Summe zu der Summe in Zeile 17 der Anlage KAP addieren ?

Ist das korrekt so? Für Antworten schon mal danke im Voraus !

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?