Auf Betrug reingefallene. Brauche dringend Hilfe!?

5 Antworten

Parallel zum Anwaltsbesuch (Beratungshilfe beim Gericht beantragen) würde ich trotzdem schon einen Termin bei einer Schuldnerberatungsstelle (bei einer offiziellen, kostenlosen) machen und das Konto in ein P-Konto mit erhöhtem Pfändungsfreibetrag umwandeln lassen (wegen des unterhaltenen Kindes).

Hallo,

Google mal nach dem Begriff

* Prozeßkostenhilfe *

oder lies zuvor auch hier:

https://www.google.com/amp/s/amp.n-tv.de/ratgeber/So-zahlt-der-Staat-den-Anwalt-article19564971.html

Vielen vielen Dank. Das wusste ich gar nicht. Und würde ich bei der Polizei auch nicht darauf hingewiesen dass es sowas gibt

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@Vivko1990

" ....Ich weiß selber im Nachhinein dass es sehr dumm und naiv war. "

...... somit wird das Leben ungewollt zum Lehrmeister !

Viel Glück !

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@Vivko1990

Es ist nicht Aufgaben der Polizei, Schuldnerberatungen durchzuführen oder auf Möglichkeiten der sozialen Hilfeleistungen hinzuweisen.

Dafür gibt es z.B. die sozialen Ansprechpartner der Städte und Gemeinden (im Rathaus bzw. Gemeindeamt nachfragen) oder kirchliche Institutionen (im Pfarramt nachfragen).

Gerade in Deine Situation solltest Du Dich hier etwas genauer erkundigen und bei diesen Stellen persönlich angepasst beraten lassen.

Hier im Forum kannst Du nur allgemeine Hinweise bekommen.

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Du bist leider auf eine gängige und an sich schon seit vielen Jahren bekannte Betrugsmasche herein gefallen:

Dein sogenannter Chef hat auf Deinen Namen Waren bestellt in der vorgefaßten Absicht darauf niemals Zahlungen zu leisten.

Dieser sogenannte Chef hat jetzt die Waren von Dir zugesandt bekommen und kann die zu Geld machen. Du wiederum sitzt auf einem Schuldenberg und siehst Dich auch noch dem Vorwurf des Betrugs ausgesetzt.

Wenn Dir hier Beratungshilfe in Anspruch zu nehmen empfohlen wird, dann gilt das für den auf Dich zukommenden Zivilprozess oder die Zivilprozesse. Da bekommst Du dann im Klageverfahren auch Prozeßkostenhilfe.

In einem Strafverfahren aber gibt es keine Prozeßkostenhilfe. Unter gewissen Umständen, die bei der hier bestehenden Schadenshöhe aber vorliegen werden, wird man Dir einen Pflichtverteidiger zuordnen.

Hinsichtlich der Privatinsolvenz habe ich zudem eine ganz schlechte Nachricht für Dich: Forderungen aus unerlaubter Handlung, hier Betrug, sind Insolvenzfest. Da hilft Dir die Privatinsolvenz nicht die Schulden abzubauen.

Mein dringender Rat ist deshalb, eine seriöse Schuldnerberatung aufzusuchen. Möglicherweise kann die durch Verhandlungen mit den Gläubigern noch etwas erreichen.

Das mit der PI könnte m.E. doch klappen, da sie selbst ja keine vorsätzliche betrügerische Absicht hatte. Sie hat sich auch nicht bereichert. Und strafrechtlich wurde sie nicht belangt, schreibt sie jedenfalls.

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@Andri123

Ich habe keinen Kommentar zur InsolvenzO zur Hand und kann daher nur feststellen, daß § 302 Insolvenzordnung von Forderungen aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen spricht und nicht von solchen die der Gemeinschuldner vorsätzlich begangen hat. Insofern wäre in rechtlicher Hinsicht Abklärungsbedarf.

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@Andri123

"Forderungen aus unerlaubter Handlung, hier Betrug, sind Insolvenzfest."

stimmt nicht ganz, wenn der Insolvenzplan eingehalten wird, wird auch in solchen Fällen Restschuldbefreiung gewährt. Schließlich setzt Betrug Vorsatz voraus, der hier ja nicht gegeben ist. Sie hat die Waren ja nicht bestellt, ist also nicht Täter sondern nur Beihilfe zum Betrug. Das ganze muss auch gerichtlich festgestellt werden. Sie wurde ja nicht verurteilt. Deshalb sind die Chancen gut Restschuldbefeiung zu erhalten.

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@Privatier59

Es ist also entscheidend wie der Gläubiger die Forderungen anmeldet und ob das bereits gerichtlich geklärt wurde und das der Schuldner widerspricht und Feststellungsklage erhebt. Nachträglich kann man so etwas nicht geltend machen.

Das wäre aber eine Möglichkeit. Wenn man schnell Insolvenz anmeldet, haben die Gläubiger ja kaum die Möglichkeit Zivilprozesse zu führen und Titel zu erwirken. Wenn sie die Forderungen nur einfach anmelden ohne Titel wird der Insolvenzverwalter sie ablehnen. Wenn Sie die Forderungen aus unerlaubten Handlungen ohne Titel anmelden, erhebt man Feststellungsklage.

Das gleiche mit Zinsen und Kosten, die ja Inkanssounternehmen ja geltend machen.

Das ist die einzige Möglichkeit da irgendwie raus zu kommen.

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user2358 vor 2 Jahren

Das siehst Du falsch.

Sie hat den Betrug zwar nicht bewusst, sondern aus Dummheit und Naivität begangen, aber das schützt sie nicht vor der Tatsache, dass sie ihn begangen hat.

zitatende

es heißt:"Nichtwissen schützt vor Strafe nicht"

Man kann Dir nur zu einer Rechtsberatung raten und zum Insolvenzverfahren.

Ob Insolvenzverfahren hängt davon ab wie hoch der Schaden ist der entstanden ist.

Klar die Inkassofirmen versuchen dann den Schuldner noch einmal abzuschöpfen. Das ist deren Geschäft.

Es bestehen gewisse Chancen auch eine Restschuldbefreiung nach 5-6 Jahren zu erhalten, da nur Beihilfe zum Betrug geleistet wurde und es stellt sich die Frage ob Vorsatz nachgeweisen werden kann.

Solche unerlaubten Handlungen müssen gerichtlich festgestellt werden. Das erfolgt entweder beim Insolvenzverfahren durch eine Feststellungsklage des Schuldners oder in Zivil-Verfahren durch Antrag des Gläubigers und einfachen Beweis. Hier sind die Richter meist auf Seite der Gläubiger, auch wenn es keine 2 voneinander unabhängigen Beweise gibt. Heist der Gläubiger kommt häufig mit einer Behauptung durch, wenn die nicht widerlegt werden kann.

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