Arztrechnung von 2012 in Steuererklärung für 2013

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3 Antworten

Hallo Knut,

ich bin keine vom Fach Einkommenssteuer. Ich bin mir aber beinahe sicher, dass dieser Ansatz nicht mehr möglich ist !

Es sei denn, die OP war zwar 2012, die Rechnung wurde aber 2013 gezahlt ! K.

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Kommentar von Privatier59
17.03.2014, 20:06

Ich bin mir aber beinahe sicher,

Oh je, das sind die letzten Worte des Pilzsammlers bevor er das Omelett probierte.

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Ist die Steuerveranlagung für 2012 denn schon bestandskräftig? Wenn der Betrag in 2012 gezahlt wurde, hätte er auch nur da abgesetzt werden können. In voller Höhe hätte sich das aber ohnehin nicht ausgewirkt. Es gibt bei den außergewöhnlichen Belastungen ja den zumutbaren Eigenanteil:

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__33.html

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Kommentar von Mikkey
17.03.2014, 20:39

Dabei stellt sich auch die Frage, ob die Augen-OP tatsächlich außérgewöhnliche Belastung war. Warum hat die Krankenversicherung nicht gezahlt? Selbstbeteiligungen sind selten so hoch, dass der zumutbare Eigenanteil erreicht wird.

Wenn es eine nicht erstattungsfähige OP (Lasic?) war, wird sie auch nicht "zwangsläufig" gewesen sein.

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Kann man so eine OP von 2012 dann bei der Steuererklärung 2013 noch angeben

Wenn sie 2013 bezahlt wurde, gehört sie in die 2013er Steuererklärung. Es wird immer auf das Jahr des Geldflusses abgestellt.

oder ist das dann verjährt?

Nun vermute ich, dass die Rechnung auch 2012 gezahlt wurde. "Verjährt" ist kein Begriff, der hier anwendbar wäre. Die Aufwendungen gehören nach 2012 - und es muss geprüft werden, ob der 2012er Bescheid noch geändert werden kann. Dies geschieht mehrstufig, wobei jede Stufe weniger Aussicht auf Erfolg bedeutet.

  1. Der Bescheid ist noch nicht so alt und man befindet sich noch in der einmonatige Einspruchsfrist. In diesem Fall legt man Einspruch ein oder beantragt die schlichte Änderung und bringt die Aufwendungen zum Ansatz. Das geschieht formlos, aber schriftlich.
  2. Der Bescheid ist älter als ein Monat, es läuft aber wegen einer anderen Sache bereits ein Einspruch (schlichte Änderung reicht da nicht mehr). Dann einfach die entsprechenden Angaben hinterherschieben.
  3. Der Bescheid ist älter als ein Monat, ein Einspruch läuft nicht, aber der Bescheid steht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Dann Änderung nach § 164 AO beantragen, Angaben hintrherschieben.
  4. Der Vorbehalt der Nachprüfung besteht nicht, aber die entsprechenden Tatbestände sind vorläufig festgesetzt. Die Vorläufigkeitsvermerke stehen im Erläuterungsteil des Bescheides. Antrag auf Änderung nach § 165 AO stellen und dabei hoffen, dass dieser Umstand vom Vorläufigkeistvermerk erfasst ist.
  5. Nummer 4 schlägt fehl. Nun ist noch ein letzter Kunstgriff denkbar,nämlich die Änderung nach § 173 (1) Nr. 2 AO (neue Tatsache - wobei es sich eigentlich um eine alste tatsache handelt, die dem FA aber nicht bekannt war). Das funktioniert nur, wenn den Steurpflichtigen kein grobes Verschulden triftt. "Vergessen" oder "kein Steuerberater" reichen da nicht aus, da jeder die Option hat, sich von einem Steuerberater unterstützen zu lassen und auch im Formular nach diesen Angaben gefragt wird. Hier muss stärkeres Geschütz aufgefahren werden. Ohne Steuerberater ist die Chance ohne Mikroskop nicht zu sehen und mit Steuerberater ist sie doppelt so groß, aber eine Lupe braucht man auch.
  6. Pech. Schlägt auch das fehl, ist der Rechtsfrieden höher zu werten als ein persönliches Einzelschicksal.

Zwischen 4. und 5. gibt es noch etwas, was sich Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 110 AO) nennt. Dieses As zieht man, wenn man aus nicht vermeidbaren Gründen (Frau konnte gar nichts sehen und der Vorleser war Klingone) gehindert war, rechtzeitig Einspruch einzulegen. Dies dürfte in etlichen Fällen beispielsweise die Hochwasseropfer betreffen, die verhindert waren, sich um ihre Rechtsansprüche zu kümmern.

Nun kannst du einschätzen, wie hoch eure Chancen sind.

Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass die Wiedereinsetzung bei euch nicht greifen dürfte, da im Fall einer Zusammenveranlagung zwar die Einkünfte getrennt ermittel werden, aber ab da die Eheleute wie ein (1) Steuerpflichtiger behandelt werden. Wenn also auch die Frau nicht gucken konnte, so konntest du es.

Der letzte Trick, nämlich der dreiste Ansatz in 2013 und das Hoffen, dass das Finanzamt das durchwinkt, steht zwar nicht auf der Liste und ich würde sowas auch nie raten, aber ich hab schon gehört, dass sowas mal geklappt hat.

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Kommentar von Privatier59
17.03.2014, 20:52

Meine Güte. Bei Dir gabs heute Buchstabensuppe, nicht wahr?

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Kommentar von alfalfa
17.03.2014, 21:51

Respekt: Hoeneß hätte Dich beauftragen sollen! Also wirklich, eins mit Stern! (Vergebe ich aufgrund meiner Arroganz nur selten!) doch hier gehört er hin - fieses Brain! ;-) Imponiert mir!

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Kommentar von vulkanismus
17.03.2014, 21:58

Wären nur Lehrbücher so geschrieben !!

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