Arztgehalt fair?

2 Antworten

Es gibt nicht "das Arztgehalt". Nicht nur gibt es wesentliche Unterschiede zwischen an öffentlichen bzw. privaten Krankenhäusern angestellten Ärzten, niedergelassenen Allgemein- und Fachärzten, sowie den einzelnen Regionen in Deutschland - auch die Patientenstruktur (gesetzliche vs. private Krankenversicherung) spielt eine Rolle für das effektive Gehalt von Ärzten.

Man findet sicher andere Branchen, in denen es hohe Gehälter gibt, aber auch dort gibt es deutliche Bandbreiten von Gehältern.

Eine Assistenzärztin an einem Krankenhaus in öffentlicher Hand kann im Vergleich zu ähnlichen Tätigkeiten an einer Privatklinik deutlich schlechter bezahlt sein. Das ist aber auch der Fall bei vielen anderen Jobs im Vergleich zwischen öffentlichen und privaten Arbeitgebern.

Aus meiner Erfahrung sind Gehälter ein Kompromiss zwischen wie man sich selbst verkauft, wie viel Bequemlichkeit man aufweist und den Marktgegebenheiten.

Ein Wechsel des Arbeitgebers oder ein Schritt in die Selbständigkeit könnten eine deutliche Gehaltserhöhung mit sich bringen - aber ist die eigene Qualifikation ausreichend, gibt es genügend Stellen dieser Art, will man an den Ort umziehen, wo diese Stelle existiert, ist man bereit, das Risiko einzugehen?

"Faire" Gehälter sind aus meiner Sicht generell eine Illusion - für Angestellte wie auch für Selbständige. Und was Deine Bekannte anbelangt: Du sagst nicht, wie hoch ihr Gehalt ist. Sie sollte selbst mal vergleichen und aktiv prüfen, wie ihre Perspektiven bei anderen Arbeitgebern liegen.

Ich glaube nicht, dass man das so pauschal beantworten kann. Arzt ist nicht gleich Arzt, eine Assistenzärztin ist kein Oberarzt, ein Bankkaufmann der Sparkasse ist kein Investmentbanker, und in der IT gibt es x verschiedene Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche.

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