Arbeitsnotebook weißt Defekt auf am Display. Jetzt noch versichern?

4 Antworten

Fakt ist - Du hast vom Arbeitgeber ein Notebook mit einem offensichtlichen Defekt bekommen.

Wieso sollte jetzt eine Versicherung (welcher Art auch immer) einen Schaden ausgleichen, der bereits vor der Übergabe vorhanden war? Da hat Deine Haftpflicht doch recht.

Das ist ausschliesslich eine Angelegenheit, die zwischen Dir und dem Arbeitgeber zu regeln ist.

Abgesehen davon kommt mir der Betrag von 200€ für eine Reparatur etwas hoch vor. Das ist ja schon die Hälfte, was ich für ein nagelneues Office-Einsteigermodell zahlen muss.

Nun, es ist ein Dell Precision 5520. Ich denke da sind 200€ ggf. angemessen, da alleine das Panel schon ca. 100€ kostet und der Tausch mit Verklebung nicht ganz einfach ist.
Der Fehler ist erst im Juli aufgetaucht, habe das Gerät seit Juni.
Aber ja: Ich muss meinem Arbeitgeber hier fordern, die Kosten zu übernehmen bzw. mit dahingehend beraten lassen. Ich hab das Gerät eigentlich sehr gut behandelt und es nicht überlassen bekommen.

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Hast Du Dir das Notebook von der Firma für Deinen privaten Gebrauch gekauft oder hat Dir die Firma das für Deine Arbeit zur Verfügung gestellt?

Fall 1:

Pech gehabt aber da die Firma sich nicht auf "Privatverkauf" beziehen kann steht sie für die Gewährleistung gerade. Mach eine neue Frage auf mit Kaufdatum usw. Titel etwa "Notebook von Arbeitgeber gekauft, welche Gewährleistung"

Fall 2:

Deine Firma muss Dir korrektes Arbeitsmaterial zur Verfügung stellen - ist nicht Dein Ding und Deine Verantwortung.

Sie kann nur bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch oder absichtlicher Beschädigung bzw. bei grober Fahrlässigkeit einen Anteil an den Reparaturkosten verlangen. Anders ist es wenn Du nicht angestellt bist sondern auf freiberuflicher Basis arbeitest - dann käme eher Fall 1 zum Tragen. Mach eine neue Frage mit aussagekräftigem Title wie "Notebook defekt, Arbeitgeber will Reparaturkosten von mir" auf.

Im übrigen

... es ist (jetzt nicht mehr für diesen Fall weil Kind schon im Brunnen) immer gut eine Rechtsschutzversicherung zu haben. Die würde in beiden Fällen Dich beraten und durch anwaltliche Hilfe unterstützen.

Eine nette Antwort, danke. Tatsächlich hätte ich den Titel besser formulieren können. Es gibt durchaus Versicherungen (z.B. Hausrat und Zahnersatz), die schon aktuelle Schäden übernehmen, aber eine Mindestvertragslaufzeit fordern bzw. den Beitragssatz gleich erhöhen. Nur für Notebooks im Speziellen habe ich nichts gefunden.
In der Tat: Ich bin Angestellter und es gilt Fall 2. Jedoch hat mein Arbeitgeber zu verstehen gegeben: "Solange Sie nicht zu 100% ausschließen können, dass Sie nicht irgendwie dafür verantwortlich sind - und sei es nur Staub in den Kontakten, weil Sie ihr Gerät nicht gewartet haben - müssen Sie die Reparatur zahlen oder damit leben". Nur Fälle, in denen sich z.B. der Akku aufbläht, wurden bisher übernommen. Alles andere müssen wir selbst bezahlen. Mir persönlich geht es gegen den Strich, dass man bei solchen Auflagen das Gerät nicht aussuchen darf und noch dazu 4 Jahre nutzen muss, aber das ist ein anderes Thema.
Ich glaube ich werde mal Rechtsberatung in Anspruch nehmen. So ganz koscher kommt mir das auch nicht vor. Danke nochmals

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@Trinidad17

Diese Rechtsauffassung Deines Arbeitgebers ist, um es Milde auszudrücken, diskussionswürdig.

Hier ein Link zu meiner Rechtsmeinung

http://www.arbeitsratgeber.com/arbeitnehmerhaftung/

Wenn Du einen Betriebsrat hast dann würde ich zu dem als ersten Ansprechpartner gehen. Bei einer Kleinfirma spielen sich oftmals Chefs auf als hätten sie eigenes Recht und natürlich muss man immer den Betriebsfrieden und die eigenen Gehalts- und Beförderungsaussichten bei einem Streit abwägen.

Aber ich denke neue Informationen können auch diesen Leuten nichts schaden. Also wäre z.B. der Hinweis: "Ich habe Ihre Aussage mal versucht zu verifizieren und nach meinen Recherchen hafte ich nicht".

Denn hier steht auf jeden Fall eindeutig:

"Der Schaden wurde durch leichte/einfache Fahrlässigkeit verursacht, z.B. wenn Arbeitserzeugnisse auf den Boden fallen und dadurch beschädigt werden oder die PC-Tastatur durch ein verschüttetes Getränk zerstört wird. Eine Arbeitnehmerhaftung ist in diesem Fall ausgeschlossen. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall für den Schaden aufkommen"

Der nächste Schritt wäre dann der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung und/oder der Beitritt in eine Gewerkschaft denn bei solchen Einstellungen ist zukünftiger Streit vorprogrammiert.

Der Arbeitgeber kann auch nicht einfach irgendwelche Kosten vom Gehalt abziehen aber auch hier muss mann im Zweifelsfall dann einen Rechtsanwalt einschalten.

Meine Empfehlung also:

  1. Den Arbeitgeber auf die Rechtslage hinweisen
  2. Sofort eine Rechtsschutzversicherung mit Arbeitsrecht abschließen, die hat zwar eine Wartezeit von 3 Monaten aber Du kannst davon ausgehen dass auch in Zukunft Du nicht völlig ohne Rechtsbeistand da stehen willst.
  3. Mit anderen Mitarbeitern reden und deren Meinung und Erfahrungen einholen - Gemeinschaft macht stärker.
  4. Wenn alles nichts hilft die Vorteile des Jobs gegenüber einem Stellenwechsel abwägen.
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Ist das eine Scherzfrage?

Genauso wenig wie man für Verstorbene eine Lebensversicherung oder für ein abgebranntes Haus eine Gebäudeversicherung abschließen kann ist es möglich ein altes und defektes Notebook separat zu versichern.

Im übrigen dürfte doch im Rahmen der Hausratversicherung ohnehin eine Absicherung bestehen, allerdings natürlich nur im Rahmen der dort allgemeinen abgesicherten Risiken.

Ach ja: Der letzte Absatz gilt natürlich nur, wenn Du das Gerät vom Arbeitgeber übernommen hast.

Ansonsten gilt: Keinerlei Absicherung möglich.

Nur frage ich mich, wieso Du für Reparaturen an Arbeitsmaterialien aufzukommen hast. Frage den Arbeitgeber nach der Rechtsgrundlage.

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@Privatier59

Wieso soll eigentlich jetzt der Arbeitnehmer den Schaden an dem überlassenen Arbeitsgerät bezahlen? Dass private Versicherungen nachträglich nicht zahlen, ist ja unbestritten.

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@Andri123

Das ist mir auch ein Rätsel. Entweder gibt es besondere Vereinbarungen oder aber, einen besonders rechtsfernen Arbeitgeber.

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@Privatier59

Danke für deine Antwort. Leider handelt es sich um keinen Scherz. Es gibt ja Versicherungen, die aktuelle Schäden bereits übernehmen, aber dann den Beitrag erhöhen und/oder eine Mindestvertragslaufzeit ansetzen.
Kleine Anmerkung: Bitte schließe nicht von dir auf Andere. Was für dich wie ein Witz klingen mag, kann für andere tatsächlich ein Problem darstellen. Wenn ich schon alles wüsste, würde ich ja nicht fragen, oder? ;)
Ich habe jedoch auch meine Frage nicht ausreichend gut formuliert. Entschuldigung dafür.
Tatsächlich muss ich der Haftungsfrage gegenüber meinem Arbeitgeber gesondert nachkommen, da es nicht nicht um ein überlassenes Gerät handelt, sondern ein Arbeitsgerät. Ich bin Angestellter.

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