Arbeitsjacke auf eigene Kosten größer Nähen lassen? Darf der Arbeitgeber die Jacke jetzt wieder zurück fordern?


02.04.2021, 01:22

Sorry, Schreibfehler durch Autokorrektur in der Überschrift. Es soll Arbeitsjacke heißen, nicht.... kameraden.

2 Antworten

Als selbstständig Tätige würde ich dem Auftraggeber die Schneiderkosten in voller Höhe auf die nächste Rechnung schreiben, wenn du die Jacke jetzt wieder zurückgeben musst und der Auftraggeber dich dazu "verpflichtet" hat (auch wenn er das gar nicht darf). Dann würde ich die Jacke zurückgeben mit dem Hinweis, dass du die Jacke anpassen musstest, weil sie zu klein war.

Wenn der Auftraggeber unbedingt seine Corporate Identity haben will, dann soll er die Größe richtig bestellen und abwarten, solange trägst du dann deine eigenen Klamotten. Was für ein Vertrag besteht denn? Ein Honorarvertrag? Was steht dort drin? Der Auftraggeber ist in der Regel nicht weisungsbefugt und hat dir auch nicht zu sagen, welche Klamotten du anziehst, sofern es nicht irgendwie vertraglich geregelt ist. Im Vertrag müsste wirklich explizit drin stehen, dass du diese Kleidung tragen musst und dass es zu deinem Auftrag dazu gehört.

Wenn dir die Jacke nicht explizit geschenkt wurde, dürfte sie nach wie vor im Eigentum des Arbeitgebers stehen.

Habe ich Anspruch auf die Erstattung der Kosten?

Ziemlich sicher nicht. Oder hat der Arbeitgeber irgendwann mal zugesagt, diese Kosten zu übernehmen? Genau genommen hättest du die Jacke ohne Zustimmung des AG gar nicht umnähen lassen dürfen. Pass also auf, dass der Arbeitgeber nicht auf die Idee kommt, dir gegenüber Schadensersatzforderungen geltend zu machen.

Das Sinnvollste dürfte sein, dass du dem AG die Jacke zum Restwert (auf den ihr euch noch einigen müsst) abkaufst. Der bisherige gebrauchsübliche Verschleiß und Wertverlust dürfte zu Lasten des AG gehen. Eigenmächtige Änderungen gehen hingegen voll zu deinen Lasten.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

Lesen müsste man lernen. Dort steht Auftraggeber und nicht Arbeitgeber. Sich als "Hobbyjurist" ausgeben und dann nicht dazu in der Lage sein etwas richtig zu lesen. Wohl eher "Grundwissen, garniert mit Fehlern"

0
@importexportAG

Da habe ich mich tatsächlich verlesen, danke für den Hinweis. Inhaltlich ändert sich aber effektiv nicht allzu viel.

Ohne explizite Vereinbarung dürfte eine Übergabe der Jacke lediglich zweckgebunden leihweise erfolgt sein, eine eigenmächtige Umänderung halte ich für juristisch recht problematisch. Eine Erstattungspflicht ohne explizite Vereinbarung (schriftlich oder mündlich) sehe ich nach wie vor nicht gegeben. Eine fehlende oder eingeschränkte Weisungsbefugnis (mangels Vereinbarung) dürfte derartigem auch nicht gerade zuträglich sein.

0

Was möchtest Du wissen?