Arbeitgeber aus dem Nichts verschwunden?

2 Antworten

  • Meldung beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Zuständigskeitsbereich / am Standort der Adresse des Arbeitgebers.
  • Umgehende Meldung bei Deiner Krankenversicherung, denn die 4 Wochen Nachversicherungspflicht sind vorüber, Du bist mit ziemlicher Sicherheit aktuell nicht krankenversichert. Folge: ohne Anzeige/Strafverfolgung wird die Krankenkasse die Beiträge für April und Mai Dir selbst im Selbstzahler-Tarif plus Säumniszuschlägen in Rechnung stellen.
  • Anzeige bei Deiner örtlichen Polizeibehörde gegen die Firma wegen Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug (Schwarzarbeit, ohne es zu wissen = Betrug).

Allerdings sei die Bemerkung schon gestattet, dass Du vll schon von Anfang an geahnt hast, dass die Firma und auch der Arbeitsvertrag ein Fake sind. Heimarbeit? Kundenservice oder Kugelschreiber zusammenbauen ... oder sowas? Extrem unseriös, einen Arbeitsvertrag nur über die Ferne abzuschliessen, auch in Corona-Zeiten. Videokonferenzen und Abstandsgebot hin oder her ...

Das Gehalt wirst mit oder ohne Fachanwalt für Arbeitsrecht relativ sicher niemals bekommen. Es ist kein Geld da, was die Firma noch zu verteilen hätte. Den Anwalt kannst Du dir m. M. n. sparen.

Die Anzeige bei der Polizei und bei dem Arbeitgeberservice ist deswegen wichtig, weil sich mit Sicherheit noch andere Betroffene dort in derselben Angelegenheit melden werden. Dann erst werden die Behörden i. d. R. überhaupt aktiv.

Die Krankenkasse wird Dich bestimmt schon angeschrieben haben wg. eines ungeklärten Versicherungsverhältnisses und so. Deswegen kannst Du denen postwendend die Strafanzeige zusenden, damit Du immerhin versucht hast, aus dem zwangsweisen Tarif "Freiwillig Gesetzl. krankenversichert" herauszukommen.

Ich bin selbst mal in 2004 aus ähnlichen Gründen gegen eine Firma vorgegangen - mit großem Erfolg!

Der ganze Laden wurde von der Polizei etwa 6 Wochen nach der Anzeige dicht gemacht: Gründe => abgelaufene Gewerberkarte, massive Schulden bei Energieversorgern, Bankrott (verschleppte gewerbl. Zahlungsunfähigkeit = Betrug), gravierende Verstösse gegen Tierschutzgesetze, gravierende Verstösse gegen Auflagen zu Arbeitsvisa. Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug.

Das war echt ganz großes Kino! Der Zoll hat den Laden morgens um 5:00 Uhr mit einer Kette an Polizisten umstellt, so das niemand mehr weglaufen konnte. Das Ganze war damals in der hessischen Presse und in den Lokalnachrichten.

Ich hätte wissen müssen, das die kaputte "Firma" ein ein einziger Fake war. Hey, aber ich war 25 und gutgläubig ... Nach dem Desaster dann nicht mehr so ..... .

Viel Glück für Dich!

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Was für eine Art Homeoffice hast du denn für diese Firma gemacht?

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