Anspruch auf Hälfte des Erbes ?

3 Antworten

Unterstellt, daß es keinen überlebenden Ehegatten gibt, keine weiteren Kinder und kein anderslautendes Testament, ist Dein Bruder nach gesetzlicher Erbfolge Erbe zu 1/2; er ist es und braucht es nicht erst zu beanspruchen.

Wenn Gründe für eine Erbunwürdigkeit vorliegen würden, hättest Du das bestimmt geschrieben. Schau her, welche Gründe das sind:

https://dejure.org/gesetze/BGB/2339.html

Natürlich kennen wir die familiären Verhältnisse nicht. Ich unterstelle aber mal, daß die Mutter nie Kost und Logis vom Bruder verlangt hat und es sich wohl auch leisten konnte, es nicht zu verlangen.

Was fair und was unfair ist, ist eine Sache der Perspektive. Ich habe vor vielen Jahren einen Fall anwaltlich betreut, der ähnlich war. Da hatte sich die Tochter gleich nach der Volljährigkeit in die USA verabschiedet und der Sohn war es, der sich um die Eltern gekümmert hat. Nach dem Tode des letztversterbenden Elternteils machte die Tochter dann Pflichtteilsansprüche geltend. Sie war nämlich von ihren Eltern enterbt worden und zwar gerade deswegen weil sie ausgezogen war und sich kaum gemeldet hatte. Es folgte ein jahrelanger und mit einem für alle Beteiligten unbefriedigendem Vergleich endender Prozeß.

Du siehst: Aus der Warte Deines Bruders könnte das alles anders aussehen. Der könnte es als fair empfinden überproportional bedacht zu werden für sein lebenslanges Bemühen um Deine Mutter , und sei es auch nur als Gesellschaft um die elendige Langeweile zu vertreiben.

Und was man tun kann? Die bestehende Gesetzeslage zu akzeptieren statt zu versuchen, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen.


lebenslanges Bemühen um Deine Mutter , und sei es auch nur als Gesellschaft um die elendige Langeweile zu vertreiben.

Das ist wirklich sehr einfühlsam geäußert.

Der Dornenvogel ist ja schon früh ausgeflogen und damals gab es vermutlich ordentlich, unvergessenen Zoff mit den Eltern. Aber an der gesetzlichen Erbfolge ändert das alleine nichts;-)

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Wenn es keine anderen Erben erster Kategorie gibt (Vater, Geschwister), steht ihm genau so viel zu wie dir. 

Wie kommst du darauf, dass das unfair sein sollte?

Aus dem Sachverhalt geht nicht hervor, warum deine Mutter sein Leben finanziert hat. Die Lebenserfahrung sagt nur, dass sie dazu nicht gezwungen wurde. Wahrscheinlich hat er mehr Zeit mit ihr verbracht als du.

Vermutlich hat sie ziemlich bewusst kein Testament gemacht, in dem du oder er auf Pflichtteil gesetzt worden wäre.

Jeder die Hälfte ist auch dann gerecht, wenn ein Kind aus irgendeinem Grund nicht für sein Leben aufgekommen ist.

Er hat halt schom immer verstanden die Gutmütigkeit der Mutter auszunutzen und jetzt steht ihm auch tatsächlich auch noch die Hälfte des Erbes zu, wenn die Mutter nur 2 Kinder hatte. Du kannst nur darauf drängen, daß er ab dem Tag nach dem Tod alleine für die Kosten der Mietwohnung aufkommt, so Du bereits ausgezogen bist.

ICH BIN SCHON MIT 18 JAHREN AUSGEZOGEN. ICH BIN 53Jahre und mein Bruder 57.Ich finde das unfair. 

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@Angelsiep

Das Leben ist oft unfair.

Hättest Du diese Ungleichheit verhindern wollen, dann hättest Du Deine Mutter zu Lebzeiten dazu drängen müssen, ein Testament abzufassen, in dem dies berücksichtigt wird.

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Schenkung eines Grundstückes (mit Nießbrauch!) an zwei Geschwister - Streit

Hallo erst mal! Ich hoffe sehr, dass mir jemand mit einer fundierten Antwort helfen kann. Zwei Geschwister bekommen vor 12 Jahren ein Grundstück mit Haus von der verwitweten Mutter geschenkt. Beide stehen im Grundbuch, die Mutter hat Nießbrauch. Eine Schwester (A) steckt in einer schweren Scheidung, hat kaum Geld zum Leben (nur Trennungsunterhalt), ist alleinerziehend und hat eine Depression. Diese Krankheit wird von der Schwester (B) und der Mutter ignoriert. Keine Hilfe, keine Unterstützung. Nun will die kranke Schwester A das Grundstück verkaufen (Haus hat keinen Wert und steht seit vier Jahren leer, da die Mutter gut versorgt in einer Seniorenresidenz lebt), um ihren minderjährigen Sohn und sie zu versorgen, Arztrechnungen zahlen zu können und eine Rentenversicherung zu sichern. Die andere Schwester B hat vor 13 Jahren eine Hypothek auf das Grundstück genommen, sich eine Eigentumswohnung gekauft und zahlt noch ab. Sie ist berufstätig und abgesichert. Sie und die Mutter reagieren völlig verständnislos und ablehnend auf die Bitte der zweiten Schwester A. Es kommt zum Streit. Auf der einen Seite wollen Schwester B und Mutter das Grundstück auf jeden Fall behalten, der Wert steigt schließlich immens (Großstadt). Auf der anderen Seite kämpft die andere Schwester A ums Überleben. Wie kann die zweite Schwester A trotz der familiären Differenzen an Geld kommen? Schließlich ist sie Eigentümerin einer Grundstückshälfte , wenn auch mit Nießbrauch belastet. Eine Hypothek auf zu nehmen geht leider auch nicht, da sie keinen Beruf ausübt, und im Sinne der Banken nicht kreditwürdig ist. Ich würde meiner Freundin so gern helfen, weiß mir aber leider auch keinen Rat. Deswegen hier meine Bitte um hilfreiche Unterstützung. Vielen Dank im Voraus!

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