Frage von AnnAmelie, 43

Anschaffungsnebenkosten bei unentgeltlichem Erwerb eines Gebäudes, welcher AfA Satz?

Hallo. Ich bin gerade auf einen Fall gestoßen, bei dem ein Haus unentgeltlich erworben wurde, und nun zu EInkünften aus Vermietung und Verpachtung führt. Das Haus selbst wurde nach § 7 (4) Nr. 2b) mit 2,5 % abgeschrieben, da es vor 1927 fertiggestellt wurde. Jetzt sind der Erwerberin in diesem Zusammenhang Grundbuch und Notarkosten entstanden. Lt. BFH Urteil vom 09.07.2013 sind diese auch abzuschreiben. Jetzt ist die Frage, ob sie mit dem AfA Satz der Gebäudeabschreibung, oder mit 2% nach § 7 (4) Nr. 2a) abgeschrieben werden müssen, da sie ja weit nach 1927 angefallen sind. Kann mir da jemand zufällig helfen? :)

Antwort
von Ernsterwin, 5

Gemäß EStG § 7 Abs. 4 gilt die AfA von 2,5 % für Wohngebäude, soweit sie "vor dem 1. Januar 1925 fertiggestellt worden sind". Von 1927 ist nirgendwo die Rede. - Nur mal so nebenbei.

Antwort
von blackleather, 33

Der AfA-Satz bestimmt sich nach § 11d EStDV:

"...nach den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Rechtsvorgängers oder dem Wert, der beim Rechtsvorgänger an deren Stelle getreten ist oder treten würde, wenn dieser noch Eigentümer wäre, zuzüglich der vom Rechtsnachfolger aufgewendeten Herstellungskosten und nach dem Prozentsatz, der für den Rechtsvorgänger maßgebend sein würde, wenn er noch Eigentümer des Wirtschaftsguts wäre."



Kommentar von wfwbinder ,

Absolut top. DH.

Kommentar von AnnAmelie ,

Aber es gibt doch einen Unterschied zwischen nachträglich aufgewendeten Herstellungskosten (welche z.B. für neue Teilbauten des Gebäudes anfallen) und Anschaffungsnebenkosten (Notar etc.) ? Außerdem trennt der BFH in dem o.g. Urteil ganz klar zwischen der Anschaffungskosten Fortführung nach § 11d und den neuen ANK, soweit ich das richtig verstanden habe.

Würdest du denn nach deinem Zitat dann 2,5% ansetzen, oder 2%?

Kommentar von blackleather ,

Stimmt, da hast du Recht und der BFH spricht ja auch: "§ 11d Abs. 1 EStDV orientiert sich an den Werten des Rechtsvorgängers, erfasst daher nicht die beim Rechtsnachfolger angefallenen Anschaffungs- und Herstellungskosten."

Und er sagt weiter: "Vielmehr begründet oder erhöht sich die insoweit eigenständige Bemessungsgrundlage (hier § 7 Abs. 1, Abs. 4 EStG) für das erworbene Objekt." (Rn. 19 des von dir zitierten Urteils).

Will heißen: Neuer Prozentsatz.

Achtung: Nicht vergessen, den auf den Grund und Boden entfallenden Anteil aus den neuen ANK herauszurechnen!


Kommentar von AnnAmelie ,

Erstmal vielen Dank für deine Antwort!

Heißt das denn dann, dass ich mich bei der Bestimmung des neuen Prozetsatzes dennoch auf das Jahr der Fertigstellung des Gebäudes beziehen kann? Also, da die ANK im Zusammenhang mit einem Gebäude das vor 1927 gebaut wurde entstanden sind, mit 2,5% abschreiben?

Kommentar von blackleather ,

So hätte ich jedenfalls § 11d Abs. 1 EStDV verstanden, wovon der BFH aber nur sagt, es sei eine neue Bemessungsgrundlage anzuwenden, sich zum Prozentsatz aber ausschweigt.

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