Der Anlageberater empfiehlt TSI Methode in Form eines Fonds - ist der Patriarch Classic TSI LU0967738971 geeignet zum langfristigen Vermögensaufbau?

2 Antworten

Das ist ein schöner Fonds für diesen Berater. Hast Du ihn mal konkret gefragt, was er beim Fondskauf und danach jährlich an Provision verdient? Die Fondskosten betragen immerhin über 2 % p.a. Ein (großer?) Teil davon geht an den Berater.

In Deiner ersten Frage wurden Dir bereits einige Fonds und Überlegungen vorgestellt:

https://www.finanzfrage.net/frage/nach-boersenabsturz---jetzt-mit-einem-soliden-mischfonds-einsteigen?foundIn=user-profile-question-listing

Wenn Du nun Deine € 30.000 fast ausschließlich in diesen neuen Fonds steckst, dann zockst Du herum, weil Du fast alles auf eine Karte setzt. Zudem ist dieser Fonds noch in Luxemburg notiert und thesauriert. Das führt auf lange Sicht für Dich zu steuerlichen Erschwernissen, wenn Du mal den Fonds verkaufst. Diesen jungen Fonds würde ich nicht nehmen.

Der Fonds wäre mir auch viel zu nah am MSCI World Index, wenn man sich den Absturz um ca. 14 % gegen Ende August 2015 ansieht.

Der Patriarch Classic TSI (LU0967738971)

  1. hat bisher eine weit überdurchschnittliche Performance. Er wurde aber erst am 28.1.2014 aufgelegt. Da ist der Beobachtungszeitraum noch viel zu kurz um über die Qualität des Managements ein Urteil abgeben zu können.
  2. Das Fondsvolumen beträgt aktuell ca. 16 Mio EUR. Das ist für eine breite Verteilung der Fixkosten und eine gesicherte Zukunft immer noch viel zu wenig.
  3. Der Fonds wird mit einem Ausgabeaufschlag von bis zu 5% verkauft. Diese Geldverschwendung sollte man vermeiden.
  4. Die Verwaltungskosten (TER ) für das erste Geschäftsjahr (28.1.2014 bis 31.12.2014) lagen aufs Jahr gerechnet bei 1,97%. Der Fonds gönnt seinen Managern eine Gewinnbeteiligung ohne eine echte „High Water Mark“. Diese unfaire Abzocke hat im Geschäftsjahr 2014 die TER auf 2,33% erhöht.
  5. Im Geschäftsjahr 2014 betrugen die Transaktionskosten des Fonds 41.890,75 EUR. Bezogen auf das Fondsvermögen von 10,85 Mio zum Jahresende 2014 und hochgerechnet auf 12 Monate waren das 0,42%. Diese Kosten werden in der TER nicht ausgewiesen.
  6. Die laufenden Gesamtkosten des Fonds (TER + Transaktionskosten)erreichen damit 2,75%. Das ist viel zu viel, denn die absoluten Kosten von 234.251,56 EUR liegen um 129.110,10 EUR höher als die laufenden Erträge des Fonds aus Zinsen und Dividenden. Bei ausbleibenden Kursgewinnen zehren so hohe Kosten an der Fondssubstanz.
  7. Es handelt sich um einen thesaurierenden Fond mit luxemburgischer Zulassung. Diese Kombination ist steuerlich unpraktisch zu handhaben. Anders als bei deutschen thesaurierenden Fonds, muss der Anleger den Fonds zum Gegenstand seiner Steuererklärung machen.

Aus dem Fondsprospekt: Dieser Fonds richtet sich insbesondere an Anleger, die Erfahrung im Umgang mit Renten, Aktien oder aktienähnlichen Produkten aufweisen. Der Anleger muss in der Lage sein, zeitweilig erhebliche Verluste, bis hin zum Totalverlust hinzunehmen, so dass sich der Teilfonds eher als längerfristige Anlage eignet.

Mein Rat: Grundsätzlich sollte man einen Fonds erst kaufen, wenn dieser mindestens seit 5 Jahren auf dem Markt ist. Dann lässt sich nicht nur die Qualität und der Erfolg seiner Anlagepolitik besser beurteilen, auch die Fondskosten können dann mit gestiegenem Volumen auf niedrigeres Prozent-Niveau gesunken sein. Beraten lassen würde ich mich grundsätzlich nur von Vermittlern, die mir schriftlich versichern, dass sie keine Erträge aus Bestandsprovisionen oder Ausgabeaufschlägen erzielen.

Vollkommen richtig, das  Anlagevolumen ist lächerlich und knapp 2 Jahre ist auch ein NoNo.

Als Beimischung in ein gut sortiertes Depot - meinetwegen. Ansonsten Finger weg.

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