Anlage KAP - Zeile 7 - Wie die Steuerbescheinigung verstehen?

2 Antworten

Die Höhe der Kapitalerträge ist die bescheinigte Höhe der Kapitalerträge für das Veranlagungsjahr laut Jahressteuerbescheinigungen der ausstellenden Banken.

Da gibt es jedoch noch drei Punkte, die zu korrigieren sind:

  • Wenn Du Anteile an ausländischen thesaurierenden Fonds hältst, dann sind die im Veranlagungsjahr angefallenen, thesaurierten Erträge (lt. Bundesanzeiger oder Erträgnisaufstellung der Bank) als Korrekturbetrag zusätzlich auszuweisen, d.h. diese sind zu versteuern.

  • Wenn Du Anteile an ausländischen thesaurierenden Fonds im Veranlagungszeitraum verkauft hast, dann werden zum Verkaufszeitpunkt die gesamten akkumulierten thesaurierten Erträge der Haltezeit mit besteuert. Da jedoch die ausschüttungsgleichen Erträge der Vorjahre bereits von Dir in den Vorjahren angegeben (wurden sie doch, oder?) und damit versteuert wurden, müssen die akkumulierten ausschüttungsgleichen Erträge der Vorjahre wieder herausgerechnet, d.h. von den lt. Bank zu versteuernden Kapitalerträgen abgezogen werden. Darauf bezieht sich die von Dir zitierte Information.

  • Wenn Du Anteile an ausländischen Fonds zwischen Ende des Geschäftsjahres und Publikation der Ertragsdaten verkaufst, dann werden für das abgeschlossene Geschäftsjahr Schätzwerte zugrundegelegt. Diese sind im Rahmen der Veranlagung wieder zu korrigieren. Die korrekten Daten findest Du im Bundesanzeiger.

Daher: trage die bescheinigte Höhe der Kapitalerträge ein und den korrigierten Wert als bescheinigten Wert plus Erträge aus Thesaurierungen im Veranlagungsjahr minus diese akkumulierten Erträge aus den Vorjahren.

In Deinem Fall also sehr wahrscheinlich Alternative 2 plus die Thesaurierungen der verbleibenden Fonds im Jahr.

Danke für Deine Antwort, die mir etwas zu schnell ging.

Zwischen den Zeilen las ich, dass ich über diese Zahlen der Steuerbescheinigung 2013 hinaus auch noch jene aus den Vor- und Vorvorjahren brauche. Das geht über mein momentanes Verständnis hinaus.

Kennst Du bitte eine anschauliche Erklärung zu dieser Fragestellung als Link, die von der Banksteuerbescheinigung ausgeht?

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Oder ist dies gar ein sprachlicher Unglücksfall, weil er eine Arbeitsanweisung für das Kreditinstitut und nicht eine Handlungsanweisung für den Steuerpflichtigen ist?

Das ist schon mal auszuschließen. Steht bei mir nämlich auch drauf.

Ich habe immer die Alternative 2 gewählt, m.a.W.: Sowohl den bescheinigten Wert wie den in Folge der Anmerkung zu korrigierenden Wert eingetragen. Scheint wohl zu stimmen da das FA den korrigierten Wert dann übernommen hat.

Stimmt. Aber das FA sollte das nur anerkennen, wenn Du auch die thesaurierten Erträge der Vorjahre in diesen Vorjahren angegeben hast. Leider haben die Leute in den FA zu diesem Themenkomplex nicht unbedingt die beste Ahnung, so daß einiges einfach so durchgeht ;-)

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Wie versteuert man Kapitalerträge richtig?

Situation 1: Eine erwerbstätige Person der Steuerklasse 5 verfügt über ein monatliches Grundeinkommen von knapp 100 Euro, das Jahreseinkommen beläuft sich demzufolge auf etwa 1.200 Euro. Zusätzlich verfügt die Person über Kapitaleinkünfte aus dem Handel mit Devisen. Da die Person keine Einkommensteuererklärung abgeben muss, aber die Kapitalerträge über diese versteuert werden, fällt nun eine an.

  1. Wie sind die Kapitalerträge dem Finanzamt zu melden? Reicht die Auskunft über die Anlage KAP der jährlichen Einkommensteuererklärung oder muss das Finanzamt auf einem anderen Weg zusätzlich „vor”-informiert werden?
  2. Wie lautet die First für die Steuererklärung, wenn der Handel mit Devisen am Anfang des Jahres begonnen wurde?
  3. Muss zusätzlich zur Anlage KAP die eigentliche Steuererklärung zum Einkommen ausgefüllt werden? Falls ja, wie beeinflusst sich beides?
  4. Welche Bescheinigungen und Dokumente müssen der Anlage KAP beigefügt werden, wenn es sich um Kapitalerträge handelt, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben (Zeile 14 bis 19 Anlage KAP), um diese hinreichend belegen und erklären zu können?
  5. Wenn man aus der Kirche austritt, wann erlischt die Pflicht, eine Kirchensteuer zu zahlen? Erfährt das Finanzamt diesen Austritt automatisch und benutzt diese Information für künftige Rechnungen?

Situation 2: Im Devisenhandel werden durchschnittlich mehrere Postionen am Tag gehandelt. Dabei erzielt man neben Gewinnen natürlich auch Verluste. Wenn man einen Gewinn von z. B. 20 Euro erwirtschaftet, würde ein Steuerbetrag i. H. v. 25% inkl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer anfallen (die beiden letzteren Steuern lasse ich aus Einfachheit weg). Konkret wären das ein Gewinn von knapp 15 Euro mit einer Steuerlast von ca. fünf Euro. Hinzu kommt ein Verlust von sieben Euro und ein weiter Gewinn von 18 Euro am selben Tag.

  1. Wie sieht nun eine Gegenüberstellung von Gewinnen und Verlusten aus? Wie verhält sich der Verlust bezogen auf die erzielten Gewinne und welche Auswirkungen hat dieser darauf?
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