Anlage KAP - Zeile 7 - Diverse Steuerbescheinigungen aus Tages-/Festgeldanlagen beifügen?

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3 Antworten

Im Grunde bist Du nicht verpflichtet, diese ganzen Steuerbescheinigungen abzugeben, denn solange die Summe aller freigestellten Kapitalerträge, die vom Bundesamt für Steuern erfaßt wurden, unter Deinem Sparerpauschbetrag liegt, gibt es kein Problem.

Wenn es Bankwechsel gab, dann wurde jedoch sehr wahrscheinlich der Freistellungsauftrag dabei auch aufgeteilt und nicht exakt ausgenutzt. Zur bankübergreifenden Verrechnung von Verlusten und Gewinnen mit dem Sparerpauschbetrag und auch anrechenbarer Quellensteuer (z.B. von der Depotbank) ist die Veranlagung der einzige Weg.

Daher würde ich immer alle vorliegenden Steuerbescheinigungen einreichen und für ausländische Fonds genau prüfen, ob nicht Sonderfälle (Thesaurierungen, Schätzwerte, ...) vorliegen.

LittleArrow 13.08.2014, 10:57

Danke für die Zwischenantwort.

Ich muss noch ergänzen: Es geht nicht um die Fonds und Aktien, die im Depot liegen und deren Erträge bereits den dort gültigen Sparerpauschbetrag von € 801 absorbieren und noch übersteigen.

Es geht mir nur um die anderen Steuerbescheinigungen (Zinserträge, KapESt und Soli) von diversen Banken, bei denen durch Tages-/Festgeldanlagen ist eine größere Zahl an Steuerbescheinigungen durch "Zinshopping" entstanden ist. Deren Besteuerung ist auch nicht irgendwie zu korrigieren.

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gandalf94305 13.08.2014, 11:15
@LittleArrow

Es gibt zwei wesentliche Fragen:

  • Bist Du verpflichtet, die Steuerbescheinigungen einzureichen?

  • Nützt es Dir etwas, die Steuerbescheinigungen einzureichen?

Der erste Punkt ist zu verneinen, da Du ja sagst, daß die Abgeltungssteuer dort korrekt einbehalten wurde, da die 801 EUR bereits mit dem Aktien/Fonds-Depot ausgeschöpft sind, jedoch nicht überausgeschöpft wurden. Kirchensteuer wird auch nicht nachträglich zu berechnen sein. Durch die nachträgliche Angabe ausschüttungsgleicher Erträge thesaurierender ausländischer Fonds erhöht sich der Kapitalertrag ja sogar eher noch. Damit bist Du nicht verpflichtet, die Steuerbescheinigungen abzugeben.

Der zweite Punkt: eine Günstigerprüfung ist nicht zielführend und vom Sparerpauschbetrag ist auch nichts mehr übrig. Also könnte ich mir nur ein Szenario vorstellen, bei dem der Verkauf ausländischer thesaurierender Fonds im Depot zu einer Doppelbesteuerung führte, die - wenn sie korrigiert und um die zu versteuernden Thesaurierungen ergänzt wird - den Sparerpauschbetrag in Summe dann nicht voll ausschöpft. Dann wäre eine Verlustverrechnung übergreifend durchzuführen, d.h. es wäre sinnvoll, auch die anderen Steuerbescheinigungen einzureichen.

Sofern jedoch die korrigierten Zahlen des Depots weiter über 801 EUR liegen, wird sich an der erforderlichen Besteuerung der Kapitalerträge der anderen Banken nichts ändern und damit nützt es Dir auch nichts, diese Bescheinigungen mit einzureichen.

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Gründe könnten sein:

  • du hast keine Freistellungsaufträge gestellt
  • wenn du zu viele Freistellungsaufträge gestellt hast, kannst du ggf. über dem Freibetrag liegen bei den in Anspruch genommenen. Dann musst du das korrigieren
  • die Bank hat falsch gerechnet und du musst die Daten korrigieren

Ich gebe immer alles an, weil ich mir so oder so die Mühe mache, die Bankbescheinigungen zu prüfen. In den meisten Fällen müsste ich es nicht.

Genau diese Frage habe ich mir in der Vergangenheit schon gestellt und ich habe immer alle Belege beigefügt, wobei meine Überlegungen in dieser Hinsicht eigentlich eher allgemeiner Natur waren:

Zum einen liegen mir die Steuerbescheinigungen ohnehin vor. Was soll ich sie dann in den Akten verschwinden lassen.

Desweiteren will ich angesichts der immer mehr um sich greifenden totalen Kontenkontrolle mein Finanzamt nicht dadurch irritieren dass ich einzelne Belege zurück halte. Das erspart mir eventuelle Nachfragen.

Schließlich würden sich ja auch beim Zurückhalten einzelner Belege möglicherweise erhebliche Differenzen in der Gesamthöhe der Kapitalerträge über die Jahre hinweg ergeben. Auch das könnte Nachfragen zur Mittelherkunft provozieren.

LittleArrow 13.08.2014, 14:46
Nachfragen zur Mittelherkunft provozieren.

Dies ist für mich ein nachvollziehbarer Grund, wenn man eines Tages ein Mehrfamilienhaus kauft und der Finanzbeamte die Finanzierung abklopft.

Allerdings muss man die Steuerbescheinigungen ja nicht unbedingt vernichten und aus den dokumentierten Zinserträgen läßt sich allein weder die Kapitalhöhe noch die jeweilige Verzinsungsdauer rekonstruieren.

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