Anlage AUS

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2 Antworten

Füge der Steuerklärung den belgischen Steuerbescheid bei, Deutschland und Belgien haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, d. h. die Einnahmen werden nur einmal besteuert.

In der Tat müssen wir zunächst ins Doppelbesteuerungsabkommen gucken, und zwar in den Artikel 14.

Dort heißt es (ich kürze auf den wesentlichen Teil und übersetze in Verständlich, soweit das möglich ist):

"Einkünfte, die eine in [Deutschland] ansässige Person aus einem freien Beruf ... bezieht, können nur in [Deutschland] besteuert werden, es sei denn, daß die Person für die Ausübung ihrer Tätigkeit in [Belgien] regelmäßig über eine feste Einrichtung verfügt. Verfügt sie über eine solche feste Einrichtung, so können die Einkünfte [auch] in [Belgien] besteuert werden, jedoch nur insoweit, als sie der Tätigkeit, die über diese feste Einrichtung ausgeübt wird, zugerechnet werden können."

Es gilt also das Betriebsstättenprinzip. Hast du also "nur mal dort" musiziert, wovon ich ausgehe, so hat Belgien kein Besteuerungsrecht. Zu Belgien unten mehr.

In diesem Falle gehören die Einkünfte in die Anlage AUS und in die Anlagen EÜR und S. Sie werden dann in Deutschland besteuert.

Nun zu Belgien:
Wenn Belgien das deutsche Steuergesetz abgeschrieben hat, so behält Belgien von deiner Tätigkeit 15% als pauschale Steuern ein, § 50a (2) EStG-DE. Ich vermute aber, dass eine ähnliche Regelung existiert, womöglich mit einem anderen Steuersatz. In Frankreich sind es beispielsweise 10%.

Du musst, um diese 10...15% einbehaltene Steuer von Belgien wiederzubekommen, das Kontrollmeldeverfahren durchlaufen ( § 50a (5) EStG-DE unter der Annahme, dass Belgien ein ähnliches Recht hat). Hierzu benötigst du eine Ansässigkeitsbescheinigung deines Finanzamtes (formloser Antrag) und dann spezifisch belgische Zettelwirtschaft. Hier musst du den Veranstalter oder Leistungsempfänger befragen. Der muss die Freistellung bei seinem belgischen Finanzamt beantragen und kann dann nach entsprechendem Bescheid die einbehaltene Steuer an dich auszahlen.

Das klingt alles kompliziert, aber jeder, der ausländische Künstler, Journalisten, Sportler usw. engagiert , kennt das Prozedere.

Soweit dazu.

Die Umsatzsteuer, die in Belgien entsteht, schuldet der Leistungsempfänger. Du musst nur darauf achten, dass die Umsätze an der richtigen Stelle in der Umsatzsteuererklärung stehen.

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