Angeblicher Verlust der Anschaffungsdaten von Wertpapieren - deshalb Pauschalbesteuerung

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Die Banken können hier gar nichts mehr tun, denn Verlusttöpfe über Banken hinweg gibt es nicht.

Die Veräußerung der Anleihe zu 100% und Belegung mit Pauschalsteuer ist meines Erachtens falsch, da die Anleihe niemals zum Kurs von 0% stand. Du solltest dem Finanzamt daher die Originalunterlagen beibringen und nachweisen, zu welchem Kurs gekauft und verkauft wurde. Die Banken sind übrigens (unabhängig vom Übermitteln der Anschaffungsdaten bei Depotüberträgen) verpflichtet, diese Daten selbst 10 Jahre aufzubewahren, d.h. sofern die Anleihe nicht vor 2001 gekauft wurde, kann die ursprüngliche Depotbank den Vorgang offiziell bestätigen.

Für das Zurückholen der Steuer (wenn Deine neue Bank auf der 30%-igen Pauschalbesteuerung besteht) gibt es dann nur die Einkommesteuererklärung in 2012.

So ist es. Dieser Fall ist sogar gar nicht mal so selten; habe ich schon öfter gehabt. Man muss dem Finanzamt nachweisen, welche AK angefallen sind.

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@EnnoBecker

Zum Glück wird der Anleger in der Steuerbescheinigung darauf hingewiesen!

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@Mandrake

Leider nicht immer. Manche Banken sind da auch etwas ratlos und stellen die Dinger schlichtweg falsch aus. Alles schon erlebt.

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Danke für die schnelle Antwort! Da die Anleihe wirklich zu keinem Zeitpunkt einen Kurs von 0% gehabt haben kann, ist die Gewinnannahme von 100% doch so offensichtlich falsch ... Zum Finanzamt mit den originalen Kauf- und Einlösepapieren kann ich wohl aber erst 2012 im Rahmen der Einkommensteuererklärung gehen - oder? Der Tipp mit der Pflicht zur Datenaufbewahrung ist gut - werde ich versuchen. Ich glaube nur nicht, dass meine ehemalige Bank diese Daten bestätigen möchte (muss sie auch nicht?), immerhin habe ich sie als Kunde 2008 ja verlassen.

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@armerteufel65

"Ehemalige Bank" ist kein Argument. Die Bank hat eine Nachweispflicht für Transaktionsunterlagen auf 10 Jahre, d.h. sie sind verpflichtet, Dir die Auskuft zu geben. Das kann natürlich eine Gebühr kosten, aber die dürfte deutlich unter dem zu erwartenden Rückzahlungsbetrag liegen :-)

Zur Vermeidung von Kosten würde ich daher empfehlen, erst mal dem Finanzamt in 2012 die Sache anhand von Belegen der früheren und jetzigen Bank darzulegen. Wird das nicht akzeptiert, kannst Du immer noch per Einspruch gegen den Bescheid einen Aufschub zur Beschaffung der Unterlagen der alten Bank erreichen. Normalerweise liefern die Banken diese Informationen über Alttransaktionen innerhalb von 1-2 Wochen.

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@gandalf94305

Klingt gut - so werde ich es machen. Ist zwar aufwendiger als ich hoffte, aber wohl nicht zu ändern. Danke noch einmal!

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