Andere Bank bietet mehr Zinsen: Tagesgeldkonto umziehen oder zusätzliches Eröffnen?

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In der Vergangenheit hat die Bank of Scotland bei den Zinsen immer ganz gut mitgezogen, so dass du dort sicherlich nicht falsch bist und auch nicht ständig umziehen musst. Bezüglich des Tagesgeld-Hoppings habe ich mal in einem anderen Forum etwas dazu geschrieben. Hier der Text:


Nur mal als Beispiel: du hast 5.000 EUR auf deinem Tagesgeldkonto. Die Bank of Scotland bietet dir derzeit 2,7% Zinsen. Nun kommt die SuperAttraktivBank daher und bietet dir 2,9%. Die Zinsdifferenz für ein Jahr ist dann folgende:

5.000 EUR x (2,9-2,7)/100 = 10 EUR

Das ist erst einmal ok aber du verlierst im Normalfall etwa 5-6 Tage für Hin-und Herüberweisen. Fünf Tage Zinsen bei der BoS sind also futsch ( ca. 1,80 EUR). Dann musst du zusätzlich noch zur Post fahren (vielleicht noch mit dem Auto) und wendest Zeit auf für Formular ausfüllen, Dokumente checken usw. Zudem kann es gut sein (ist sogar eher die Regel), dass die Bank of Scotland (BoS) nach 6 Monaten nachzieht und ebenfalls auf 2,9% geht. Dann schwindet dein Zinsvorteil auf 5 EUR, du hast verlorene Zinsen von immer noch 1,80 EUR und zusätzlich den Aufwand von Kontoeröffnung, Hin- und Herüberweisung etc. Ob man den Aufwand für 3,20 EUR dann wirklich noch betreiben will, darf jeder für sich entscheiden. Noch etwas schlechter sieht die Rechnung aus, wenn dein Freibetrag für die Abgeltungssteuer bereits ausgeschöpft ist und nochmal ca. 25% runter gehen. Starguthaben dagegen verbessern die Bilanz, was letztlich auch der Grund ist, warum die Banken das anbieten, da der Anreiz zu wechseln für die meisten sonst minimal wäre.

Warum muss mann denn mehrere Tagesgeldkonten unterhalten. Ein neues Konto ist recht schnell eröffnet und man überweist den Betrag vom alten auf die neue Bank. Schwupp, nutzt man die höheren Zinsen! Warum Geld bei der alten Bank halten, wenn die neue doch attraktiver verzinst? Das alte Konto behalten ist also Nonsense.

Allerdings sollte man auch bedenken, daß bei 0,1% Zinsunterschied und einem moderaten Anlagebetrag von 10.000 EUR das gerade mal 10 EUR im Jahr vor Steuern ausmacht. Also lohnt es sich nicht wirklich, die kleinsten Zinsunterschiede schon für einen Wechsel herzunehmen.

Es reicht IMHO also, den Wechsel höchstens quartalsweise oder halbjährlich zu bedenken, und nur durchzuführen, wenn die neuen Zinsen einen deutlichen Gewinn nach Steuern bedeuten.

Dein Gedankengang ist nicht schlecht. Man sollte aber nur bei so vielen Banken Kunde sein, so dass man noch den Überblick behalten kann. Desweiteren ist zu beachten, dass du auch bei jeder einzelnen Bank, bei der du ein Tagesgeldkonto eröffnest, einen eigenen Freistellungsauftrag einrichten musst.

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