An welchen Merkmalen erkennt man einen guten Fonds?

3 Antworten

Die Wertentwicklung in verschiedenen Markt- auch Krisenphasen im Vergleich zu vergleichbaren Fonds ist schon mal ein Ansatz. Kontinuität im Management, Volumen in Relation zur Anlagestrategie, vor allem aber auch, warum der Fonds besser als andere gelaufen ist und ob sich das fortschreiben lässt, sind auch interessante Themen.

Gute Fonds finden sich eher leicht. Zu den eigenen Zielen passende zu finden ist dagegen schwerer.

Das ist wichtiger als das zueinander passen der Fonds. Bei einer Einmalanlage kommt es aber natürich darauf an, dass die Korrelation der Fonds möglichst gering ist. Wenn die Verläufe ähnlich sind, dann sollte das nicht die selben Ursachen haben. Man sollte auf geringe Überschneidung achten. Sonst bringt die Streuung nichts.

Anleger interessieren sich nicht dafür, daß ein besonderer Index von einem Fonds geschlagen wird, sondern sie wollen absolut gesehen eine nicht-negative Performance nach Inflation und Steuern erreichen. Die Fondsindustrie versucht uns klarzumachen, daß wir Fonds haben wollen, die besser als irgendein MSCI oder Stoxx Index laufen. Weit gefehlt. Diese Indices mögen eine Orientierung darstellen, aber wenn sie ins Minus schlagen, dann wollen wir diese Orientierung schnell als Leitlinie vergessen wissen.

Also sind Fonds interessant, die nach Inflation und Steuern positiv verlaufen. Das wären bei pessimistisch mal 2,5% Inflation und 30% Steuern so grob 3,6% Rendite als Ziel. Diese können sich als Kursgewinne darstellen oder als Ausschüttungen bei quasi gleichbleibendem Kurs separat betrachtet werden.

Man wird weiterhin nach Fonds Ausschau halten wollen, die nicht in Downturns gleich mit dem Markt oder sogar noch heftiger nach unten gehen, sondern rechtzeitig von Aktien in Kasse oder Anleihen umschichten, d.h. Abwärtsbewegungen puffern. Man muss also betrachten, wer sich weniger als andere in die Tiefe begibt, bzw. wer sich schnell wieder überproportional nach Downturns erholt. Die Sensitivität eines Fonds gegenüber negativen Nachrichten muss geringer als die des Marktes sein.

Man kann das nicht wissen oder einfach messen. Man muss dazu Vertrauen in ein Fondsmanagement haben und dieses Vertrauen durch Beobachtung des bisherigen Verhaltens bestätigt sehen.

Darum würde ich einen Templeton Global Total Return jederzeit einem Schroders-Fonds, der mir "feste Ausschüttungen" verspricht, vorziehen, da klar ist, daß in Krisenzeiten die Ausschüttungsverpflichtungen zu Lasten der Substanz gehen, während ein Templeton Global Total Return bisher ein gutes Händchen hatte, oben zu schwimmen.

Zum Thema der Diversifikation wirst Du viel Literatur unter dem Stichwort "Markowitz" finden. Diversifikation ist die Antwort auf "wir wissen nicht, wo der Markt hin laufen wird". Diversifikation ist zu berücksichtigen, wenn man mehrere Fonds kombiniert, damit nicht Klumpenrisiken bei Regionen, Branchen, Währungen, Unternehmensgrößen oder anderen Klassen von Anlageinstrumenten bestehen. Klumpenrisiken bestehen z.B. bei einer Investition in primär globale Aktienfonds, die aber eigentlich primär in die US-Aktienmärkte läuft, da diese mit 60-80% in solchen globalen Aktienfonds enthalten sind. "Global" ist für viele eben zunächst mal "USA". Und "Global" schließt vielleicht wie der MSCI World nur die Industrieländer ein, nicht aber Emerging Markets und schon gar keine Frontier Markets.

Man muss also verstehen, worin man investiert. Man sollte auch sehen, wo einzelne Klumpen entstehen. Das muss nicht schlecht sein - man sollte es nur wissen. Und wenn dann die Nachricht zu einer US-Rezession kommt, dann wäre der Moment, das "globale" (US) Engagement zu reduzieren, und vielleicht mehr in Europa zu investieren.

Eine Auswahl von Fonds muss also unter den Gesichtspunkten guten Fondsmanagements und gewisser Leistungskriterien pro Fonds erfolgen, sollte in Kombination dann aber auch eine gewisse, für den Anleger individuell zu bestimmende Allokation einzelner Investmentbereiche berücksichtigen, um Risikoprofil, Lebensziele, Lebenslage und finanzielle Leistungsfähigkeit zu honorieren.

Dazu passt vielleicht auch noch der folgende Tipp: http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-hilfreich-sind-fonds-rankings

In der Literatur ist der im o.g. Link vom Institut für Vermögensaufbau (Dr. Andreas Beck) angesprochene Rückschlags-Effekt auch bekannt als "Performance Chasing". Je stärker ein Fonds gelaufen ist, desto größer ist sein Rückschlagsrisiko. Denn eine Fonds-Performance konnte ja nur besonders gut sein, wenn besonders erfolgreiche Aktien drin waren. Aufgrund der "Regression zum Mittelwert" bei Aktien haben die "Überperformer" aber auch eine besonders hohe Neigung, wieder zurückzupendeln.

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