An unsere Juristen

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3 Antworten

Meandor: Ich habe mit dem Thema nun schon lange zu tun und es ist faszinierend, dass es immer noch Fragen gibt, über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe und ich vermute deswegen nicht, weil man als Nutzer von Gesetzestexten üblicherweise nicht an der Quelle zapft, sprich im Gesetzblatt nachschaut, sondern die durch einen Verlag bearbeitete Fassung vorliegen hat und da werden oftmals nichtamtliche Inhaltsverzeichnisse eingefügt.

Ich bin bei Deiner Frage auf Mutmaßungen angewiesen und behaupte kühn, der Unterschied ist ausschließlich durch die Eigenarten und Vorlieben der Verfasser der Gesetzestexte bestimmt. Dann gehen die so ins Parlament und was dann passiert, wissen wir: Auf Befehl der Fraktionsspitze heben alle die Hand und das oftmals ohne auch nur einen Buchstaben des Gesetzes gelesen geschweige denn verstanden zu haben.

Wäre es nicht nett, wenn man mal Petitionen an Bundestag und Landtage schicken würde mit dem Antrag, zur Arbeitserleichterung ALLE Gesetze -auch nachträglich- noch mit Überschriften zu versehen? Vielleicht könnte man auch ein Volksbegehren starten. Sämtliche Auslagen wird gerne der C.H.Beck-Verlag übernehmen. Insider wissen, wieso.

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Dafür gibt es meines Wissens keine Regel. Normalerweise werden Gesetze in Bücher, Teile/Kapitel, Abschnitte, Paragraphen/Artikel, Absätze, Ziffern/Nummern und Sätze unterteilt, wobei die ersten drei der genannten Ebenen typischerweise Titel tragen. Ein spontan von mir befragter Jurist wußte auch keine Antwort.

Normalerweise tragen die Strukturelemente bis zu Paragraphen/Artikeln Titel. Allerdings gibt es auch genügend Ausnahmen, z.B. das Grundgesetz. Ich fürchte, die tatsächliche Struktur hängt von dem jeweiligen Schreiberling ab :-)

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Kommentar von alfalfa
18.04.2013, 19:09

...doch gibt es. Siehe Wiki Link. ;-)

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Kommentar von EnnoBecker
18.04.2013, 19:26

die tatsächliche Struktur hängt von dem jeweiligen Schreiberling ab :-)

Das ist in der Tat so. Und normalerweise schreiben im Laufe der Jahrzehnte Haarscheren...äh, Heerscharen von leuten daran herum. Wenn man sich ein wenig in die Diktion der einzelnen Abschnitte hineinfühlt, kann man manchmal erkennen, dass da jemand anders geschrieben hat.

In vielen Ländern werden gar keine Parasit^^^graphen zur Einteilung verwendet, sondern nur Artikel. Polen beispielsweise.

Eine besondere Hervorhebung hat hier eindeutig der § 22 EStG verdient. Den kann man ja kaum noch zitieren.

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Juristen sind ein überwiegend minderbegabter und fauler Haufen. Mit Organisationsfragen und Rationalisierung haben sie nichts am Hut, weil die einen mit nicht leistungsbezogenen Bezügen im Staatsdienst stehen und die anderen sich nicht nach Erfolg, sondern meist nach Stunden bezahlen lassen.

Unter diesen Umständen besteht wenig Anreiz, durch eine bessere Übersichtlichkeit der Gesetze Zeit zu sparen.

Es soll aber auch Juristen geben, die sich das Inhaltsverzeichnis von StPO und anderen Gesetzen selbst mit "Überschriften" versehen haben.

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