Altes Sparbuch aus Nachlass - Bank sagt es gibt keine Unterlagen mehr - was tun?

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7 Antworten

Letzte Eintragung 1981? Das sind ja erst 31 Jahre! Es gab schon mal ein Sparbuch, dass nach 52 Jahren erstmals wieder vorgelegt wurde und die Bank mußte trotzdem zahlen:

www.sueddeutsche.de/geld/das-vergessene-sparbuch-prozent-rendite-fuer-jahre-1.1068711

Wenn Deine Bank nicht zahlen will? Der Bankenombutsmann wird wahrscheinlich nicht helfen können da vermutlich eine Beweisaufnahme erforderlich wird über die Echtheit des Sparbuchs und für so etwas ist im dortigen Verfahren kein Raum. Da hilft nur der Gang zum Anwalt!

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Kommentar von EnnoBecker
13.09.2012, 09:00

Sehr schön.

In meiner Zeit bei der Spaßkasse so um 1992 herum kam eine alte Dame mit einem in Sütterlin und Fraktur gehaltenen Sparbuch aus dem Jahr 1912 vorbei. Die ersten Einträge waren noch in RM gehalten.

Die Währungsreform 1948 zu MDN und später zu M waren eingetragen. Die Währungsunion 1990 allerdings noch nicht.

Wir haben halt von Hand nachgetragen.

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Ein Sparbuch zeichnet alle Transaktionen auf und insbesondere sind Abhebungen nur gegen Vorlage möglich. Einzige Ausnahme: wenn das Sparbuch als verloren gemeldet wird, kann das Guthaben ausbezahlt werden, ohne daß das physische Sparbuch vorliegt.

Wenn also ein Sparbuch 30 Jahre lang nicht vorgelegt wird (und nicht als verloren gemeldet wurde), dann gibt es jedes Jahr einen Rechnungsabschluss, der auf dem jeweils vorigen aufbaut. Die Bank muss darüber Unterlagen haben. Bei Vorlage des Sparbuchs werden die letzten Rechnungsabschlüsse nachgetragen.

Die wesentliche Frage ist nun, ob die Kontonummer des Sparbuchs bei der Bank noch als aktiv verzeichnet ist oder nicht. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich wohl um den Fall des "verlorenen" Sparbuchs mit außerordentlicher Auszahlung. Ist dies noch der Fall, gibt es auch einen Saldo, der per Rechnungsabschluss Jahr um Jahr vorgetragen wird. Dann kannst Du auf Auszahlung des Guthabens bestehen.

Ich befürchte jedoch, daß es sich um den ersteren Fall handelt.

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Nein, musst Du nicht. Ich gehe davon aus, dass in dem Sparbuch steht, dass ein Guthaben vorhanden ist. Die Bank muss beweisen, dass der Inhalt des Sparbuches nicht richtig ist, sie also bereits ausgezahlt hat.

Kann sie das nicht, muss sie das im Buch ausgewiesene Guthaben (im Zweifel noch einmal) auszahlen. Das ist glasklar. Lass Dich von der Bank nicht verwirren.

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Ich denke: Nein !

Denn Ihr habt ja eine Unterlage und wenn die Bank nicht beweisen kann, dass sie ohne Buch aufgelöst hat (dazu wäre ein öffentlicher Aushang und eine Kraftloserklärung erforderlich gewesen), habt Ihr gute Chancen. Wenn die Bank nicht aufhebt, ist das ihr Pech.

Selbst wenn keine Unterlagen mehr da sind: 1981 gabs schon EDV. Normalerweise müßten die Daten von damals noch vorhanden sein.

Und ich würde schon den Ombudsmann einschalten , bevor ich Geld in einen Anwalt investiere. Wenn der der Bank seine Meinung dazu sagt, kann das schon viel bewirken.

Viel Glück

Barmer

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Ein Sparbuch ist eine Urkunde. Auf Sicht, also bei Vorlage muss die bank das Guthaben auszahlen. Ich kenne solche Spielchen, bei uns war es auch so, da verlangte die Bank die Zusendung, danach hörten wir nichts mehr. War klar, wir hatten den Beweis aus der Hand gegeben. Knallhart bleiben, das Sparbuch nicht aus der Hand geben, wenn die Bank nicht spurt, die BAFIN einschalten!

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Wenn Sparbücher viele Jahre umsatzlos sind, werden sie von Bankseite aufgelöst und auf ein Sammelkonto gestellt - bis sich der Sparbuchinhaber meldet und den Saldo ausgezahlt bekommt.

Wurde das Sparbuch damals aufgelöst, aber offensichtlich nicht entwertet liegt es nahe (wie bereits von den Mitschreibern erwähnt), dass damals eine Verlustmeldung erstellt wurde.

Die Frage ist um welchen DM-Betrag es sich handelt und ob es sich lohnt, dafür einen eventuellen Rechtsstreit einzugehen. Die Bank sitzt am längeren Hebel und die Sache war halt nicht vor 10 oder 20 Jahren, sondern vor über 30 Jahren!

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