Altersrückstellung bei Wechsel der Versicherungsgesellschaft "mitnehmen"?

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4 Antworten

Bleibst Du bei Deiner bisherigen Versicherung, der Allianz, wird bei einem Tarifwechsel die Alterungsrückstellung angerechnet. Das ist in § 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) geregelt.

Da Du vor dem 01.01.2009 bereits privat krankenversichert warst, kannst Du Deine Alterungsrückstellung nicht zur Axa mitnehmen. Du würdest dort also mit einem höheren Eintrittsalter wieder von vorne anfangen. Ob sich das nach fast 9 Jahren bei der Allianz noch lohnt, musst Du sehen.

Der Grund, warum die Alterungsrückstellung nicht mitgenommen werden darf, ist dass im Beitrag ein Storno eingerechnet ist. Die Versicherung geht also davon aus, dass jedes Jahr ein bestimmter Prozentsatz von Versicherten den Vertrag storniert; dadurch wird die für diese Verträge gebildete Alterungsrückstellung nicht mehr benötigt und auf die verbleibenden Versicherten verteilt. Das macht den Beitrag günstiger, aber daher kann die Alterungsrückstellung dem Kündigenden auch nicht mitgegben werden. Und daher gibt es in der PKV auch keinen Rückkaufswert wie in der Lebensversicherung.

Was mit der Beitragsentlastung ist, kann ich nicht sagen. Möglicherweise ist auch die beim Wechsel zur Axa weg. Das hängt auch wieder damit zusammen, wie damals kalkuliert wurde. Am besten fragst Du bei der Allianz nach.

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Kommentar von alfalfa
01.01.2013, 14:13

Kleine Korrektur: Erst bei Tarifen ab 2009 (Gesundheitsreform) ist ein Portables Teil der AR in die Tarife eingepreist worden. Nur dieser Teil der AR kann portiert werden. Auch ist der portierbare Teil gedeckelt auf die Höhe von AR im Basistarif. Das hat keinen Zusammenhang zu der Abgangsordnung (geplantes Storno) oder Zillmerung der Vertriebs- bzw. Abschlusskosten. Es ist korrekt, dass die AR dem Kollektiv gehören und bei Abgängen aus dem Kollektiv AR vererbt werden. Der Effekt der AR - die ja als Direktgutschrift wirken - lässt sich im vorgezeichneten Fall recht einfach errechnen. Der Fragesteller soll mal mit seinem aktuellen Alter in einem Vergleichsrechner den Betrag errechnen lassen, den er bei dem aktuellen Allianz Tarif als Neueintritt bezahlen würde. Diesen Betrag mit dem aktuellen Zahlbetrag vergleichen. Die Differenz ist der Effekt der AR, der sofort und monatlich wirkt. Diese Differenz wäre auf Dauer bei einem Wechsel zur AXA "flöten".

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Hallo, bei einerm Wechsel zur AXA wird nichts mitgenommen. Daher wahrscheinlich kein guter Rat.

Ein Wechsel innerhalb der Allianz erhält alle Rechte und auch die zusätzliche Rückstellung. alfalfa hat auch schon auf den Standardtarif hingewiesen. Also unbedingt dabei bleiben.

Leider wurde nicht verraten, weshalb der Wechsel erfolgen soll ? Zu teuer ? Zu schlecht ? Vermittler braucht Geld ?

Viel Glück

Barmer

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Kommentar von alfalfa
01.01.2013, 18:54

D.H. Ich tippe auf den Vermittler ;-)

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Kommentar von theodorakis70
01.01.2013, 19:11

Es handelt sich beim alten Tarif um einen Einsteigertarif mit GKV-Niveau, dieser ist zum 01.01.13 erhöht worden, dieses mal erheblich... Es gibt einfach andere bessere Tarife zum gleichen Preis. Ein echtes Problem mit dem Versicherer gibt es eignetlich nicht...!

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Das hängt davon ab, seit wann die in der PKV der Allianz bist. Wenn Du bereits von 2009 versichert warst, kannst Du Deine Altersrückstellungen nicht mitnehmen. Das hört sich allerdings gefährlicher an, als es tatsächlich ist.

Wechselst Du nun z. B. zur AXA, profitierst Du von dort in diesen Tarif eingezahlten Altersrückstellungen, sofern diese mindestens das Niveau der Altersrückstellungen der Allianz in diesem Tarif haben. Es könnte durchaus möglich sein, dass die Summe der Altersrückstellungen bei der AXA größer ist als die bei der Allianz. Dann wirkt sich das natürlich positiv auf die spätere Beitragsentwicklung aus. Bei der AXA würden Dein Beitrag zur Altersrückstellung dann in den bereits vorhandenen Topf fließen.

Wechselst Du noch einmal, kannst dann allerdings die Altersrückstellungen zu einem neuen Versicherer mitnehmen,natürlich nur den Anteil, den Du bis dahin bezahlt hast.

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Kommentar von alfalfa
01.01.2013, 13:52

Pardon, AR werden nur in Höhe der AR des Basistarifes portiert und auch erst für Tarife nach 2009, wenn die Gesellschaft gewechselt wird. Also die Überlegungen wie hoch die AR bei der Allianz versus AXA sind, sind damit vollkommen obsolet.

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Also: Du bist seit 2004 in der Allianz. Wenn Du in einen anderen Tarif der Allianz wechselst, werden dir die AR angerechnet. Bei einem Wechsel zur AXA nicht.

Mutmaßlich hast Du bei der Allianz einen Beitragsentlastungstarif abgeschlossen. Das dort investierte Geld wäre bei einem Wechsel zur AXA ebenfalls weg.

Bitte was ist der Grund von der Allianz in die AXA wechseln zu wollen? Also wenn Du seit 2004 in der Allianz bist, wäre ein Wechsel zur AXA reine Geldvernichtung.

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Kommentar von theodorakis70
01.01.2013, 16:57

Genau die von dir beschriebene Geldvernichtung möchte ich vermeiden! Es ist richtig, dass es sich um einen Beitragsentlastungstarif (100,- EUR) handelt. Mein Tarif war damals ein reiner Einsteigertarif mit Leistungsniveau wie GKV und ist inzwischen auch geschlossen. Insofern kann ich nicht, wie von dir vorgeschlagen, meinen alten Tarif mit meinem aktuellen Alter neu rechnen/anbieten lassen... Da ich zum 01.01.13 wieder eine Beitragserhöhung bekommen habe, diesmal fast 50,- EUR (!), lohnt sich dieser Tarif nun nicht mehr. Leistungsstärkere Tarife für ca. 360,- EUR Monatsbeitrag sind nicht mehr teurer und bieten eine wesentlich bessere Absicherung. Einen echten Grund von Allianz zu Axa zu wechseln gibt es eigentlich nicht. Die große Allianz ist wohl bei Anfragen etwas behäbig und nicht unbedingt zufriedenstellend. Fraglich ist natürlich auch, ob der "nette" Versicherungsmakler bei zukünftigen Problemen mit einer neuen Gesellschaft wie der Axa, eine echte Hilfe sein kann. Aus den vorangegangenen Kommentaren geht hervor, dass meine AR dem Kollektiv des alten Allianz-Tarifes vererbt wird. Somit würde ich bei Wechsel in ein Axa-Kollektiv wohl auch wiederum AR erben können. Mein Makler meinte, dass ich "AR-Anteile" (ab 2009) mitnehmen könnte und sprach von ca. 80%. Die übrigen 20% sollen wohl Bearbeitungsgebühren sein. In einem anderen Artikel wurde wiederum behauptet, dass man wenigstens 10 Jahre bei einer Gesellschaft versichert sein müsse, um die AR "mitnehmen" zu können. Für mich stellt sich außerdem immer noch die Frage, ob man unbedingt zwischen der 10%igen gesetzlichen AR und der separaten AR gem. abgeschlossenen Tarif unterscheiden muss?! Ansonsten habe ich auch gelesen, dass ich bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer die Möglichkeit verlieren würde, mal später in einen Grundtarif oder Standarttarif (?) wechseln zu können... Die Sorge ist halt immer wieder die gleiche: Kann ich als Rentner noch den PKV-Beitrag stemmen...?

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