Als Freiberufler Rechnung für asiatisches Unternehmen stellen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
  1. Die Rechnung kannst Du auf englisch archivieren. Sollte das Finanzamt die jemals sehen wollen, kannst Du sie noch immer übersetzen. Ausserdem können die meisten Finanzbeamten englisch.
  2. Die Leistung für das Ausland sind ohnehin umsatzsteuerfrei. warum nutzt Du die Kleinunternehmerregelung und verzichtest auf den Liquiditätsvorteil des Vorsteuerabzugs?
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Danke für die Antwort, das hilft mir schon sehr weiter! Und um ehrlich zu sein, habe ich mich für die Kleinunternehmerregelung entschieden, weil mir dazu geraten worden ist und es für mich auch logisch erschien, besonders, wenn ich dann doch einen Kunden aus Deutschland haben sollte.
Also muss ich nichts großartig bei Rechnungstellung beachten?

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@Mononoke123

Auch bei einem Kunden aus Deutschland wäre die Kleinunternehmerregelung nur von Vorteil, wenn es eine Privatperson wäre.

Welche Privatleute kaufen 3D Kunst?

Für die Rechnungsstellung nochmal: Kein Problem, es geht auch englisch.

Übrigens, man darf sogar die ganze Buchhaltung auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch usw. machen. Nur auf Latein, oder altgriechisch nicht.

Es muss nur einen "lebende Sprache" sein.

Wir machen z. B. eine Buchhaltung komplett auf Spanisch, weil die Muttergesellschaft in Lateinamerika sitzt.

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@wfwbinder

Das wusste ich nicht, vielen lieben Dank für die Erklärung! Also muss ich auch nichts mit Reverse-Charge-Verfahren vermerken oder sonstiges? Die Rechnung ist die gleiche, die ich beispielsweise einem Kunden in Deutschland stellen würde (abgesehen von der Sprache)?

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@Mononoke123

ja, aber wie schon gesagt, ich würde mir das mit der Kleinunternehmereigenschaft noch überlegen. Wenn in diesem Jahr sowieso nicht anderes anliegt würde ich mir die Vorsteuer zurück holen.

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@wfwbinder

Tut mir leid, dass ich da nochmal nachhaken/fragen muss. Aber komme ich nicht sowieso bei Null wieder raus? Da der Betrag so gering ist, dass ich bei so allen Steuern unter dem Freibetrag liege, müsste ich doch sowieso keine Abgaben haben und dementsprechend auch nichts 'zurück holen'. Oder verstehe ich da etwas falsch?

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@Mononoke123

Das ist bei der Einkommensteuer so.

Bei der Umsatzsteuer ist es doch so, dass wenn ich für den Betrieb etwas kaufe, egal ob meine Gebühren für Internet, die Telefongebühren, Druckerpapier, usw. usw. usw. in den Rechnungen/Quittungen Umsatzsteuer ausgewiesen ist.

Bestes Beispiel, ich habe im Januar für 2.750,- ein neues MacBook gekauft. Da waren in den 2,750,- Euro 439,08 Umsatzsteuer enthalten.

Meinen Mandanten (alles Unternehmer) ist es egal, ob ich denen für einen Beratungstag 1.000,- Euro berechne (als Kleinunternehmer), oder 1.190,- Euro als Regelbesteuerer.

Also ziehe ich von der Umsatzsteuer Januar, die ich dem Finanzamt schulde auf meine Umsätze, nehmen wir an es wären 950,- Euro (die ich ich ja auf meine Rechnungen aufgeschlagen habe), die 439,08 Euro Vorsteuer ab. ich überweise dem Finanzamt also nur 510,92 Euro.

Die 950,- habe ich vorher von meinen Mandanten zusätzlich bekommen. das wäre ein durchlaufender Posten. Also sind die 439,08 Euro "Cash in de Täsch" für mich. Mein Notebook kostet somit nur 2.310,92.

Hätte ich nur ausländische Mandanten beraten, wäre meine Umsatzsteuer 0,- Euro, also würde ich von den 0,- Euro die 439,08 Euro abziehen und das Finanzamt würde mir die 439,08 überweisen. Also wieder 439,08 "Cash in de Täsch."

Nur wenn ich Umsätze mit Privatleuten mache habe ich eventuell einen Vorteil als Kleinunternehmer, weil ich dann billiger sein kann, als ein Regelbesteuerer.

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@wfwbinder

Alles klar, vielen Dank! Wenn ich allerdings keinerlei Anschaffungen habe, müsste ich ja nichts 'abtreten' und auch nicht zurückbekommen, oder? Da das wahrscheinlich mein einziger Auftrag ist, möchte ich es lediglich so unkompliziert wie möglich halten.

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@Mononoke123

Na ja, eine Frage wie man es sieht. alleine die Vorsteuer aus den halben Internetgebühren und ein paar anderen Auzsgaben würde ich mir holen.ich wette, dass ich 50 Euro zusammen bekommen würde als Mindestbetrag. das wäre es mir wert.

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Die Kleinunternehmerregelung endet an Deutschlands Außengrenzen.

Da die Rechnung nach China ohnehin ohne Umsatzsteuer gestellt wird[1], ist allerdings unerklärlich, warum du da Kleinunternehmer sein möchtest.

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[1] Die Leistung ist nicht umsatzsteuerfrei, wie wfwbinder schreibt. Sondern sie findet qua Gesetz in China statt und unterliegt somit nicht dem deutschen Umsatzsteuerrecht. Ob es dem chinesischen unterliegt und in welcher Weise, weiß ich nicht.

Aber wenn die das deutsche Umsatzsteuergesetz abgeschrieben haben, dann ist der chinesische Leistungsempfänger Steuerschuldner und du hast damit gar nichts zu tun.

Danke für die Antwort! Wie ich wfwbinder schon erklärt habe, erschien es mir als logisch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Zudem habe ich auch damit gerechnet Privatpersonen innerhalb Deutschlands als Kunden zu haben und kein Unternehmen in Asien.
Damit ich das richtig verstanden haben; Beim Stellen der Rechnung muss ich neben den Pflichtangaben, die auf eine Rechnung müssen, lediglich den zu bezahlenden Betrag ohne Umsatzsteuer ausweisen. Und das war's? Alles würde also so gehandhabt werden wie bei einem Kunden innerhalb Deutschlands?

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@Mononoke123
Pflichtangaben, die auf eine Rechnung müssen

Nochmal:

Die Leistung unterliegt nicht dem deutschen Umsatzsteuerrecht, also können da auch keine Pflichtangaben greifen. Du kannst also deine Rechnung auch mit Lippenstift auf eine Unterhose kritzeln oder sie ganz weglassen - es macht keinen Unterschied.

Einzig wenn der Chinese meint, er zahlt nur, wenn du einen Panda auf die Rechnung malst. Dann malst du eben einen drauf.

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