als Betreiber einer Photovoltaikanlage Kleinunternehmer oder eher nicht?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Auch hier weise ich zu Anfang gern auf diesen wunderbaren Tip hin: http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Das mit dem Gewerbe vermag ich nicht zu beantworten. Soweit ich weiß, verzichtet Bayern darauf, Brandenburg nicht. Ein Gewerbe ist es aber.

Hat aber mit der Umsatzsteuer nichts zu tun.

Ob nun KU oder nicht, muss man ausrechnen. In den meisten Fällen wird es sich lohnen, zur Regelbesteuerung zu optieren, weil man aus der Anfangsinvestition die Vorsteuer ziehen kann. Nach 5 Jahren hat man zwei Fristen um:

  1. Die Bindung zur Regelbesteuerung läuft aus und man kann wieder zum KU wechseln.
  2. Die Vorsteuerkorrekturzeit ist um, so dass die Nutzungsänderung keine Auswirkung mehr hat auf den anfänglichen Vorsteuerabzug.

Der Wechsel zum KU geht aber üblicherweise in die Hose, wenn das Energieunternehmen Gutschriften ausstellt. Das tut der nämlich mit Umsatzsteuer, weil es zu aufwendig ist, tausende PVA-Treiber nach KU und RU zu sortieren.

In diesem Fall wäre die USt zu Unrecht ausgewiesen und aus diesem Grunde an das Finanzamt abzuführen - allerdings ohne Vorsteuerabzugsmöglichkeit. Da kann man dann doch besser RU bleiben und wenigstens die Vorsteuer ziehen.

KU bei PVA ist daher in aller Regel wirtschaftlich gesehen Kappes.

gut, dann frage ich mal in meinem Bundesland nach.

ich denke, nach der Erklärung macht RU Sinn. Was ich nicht wusste, dass ein Energieunternehmen Gutschriften ausstellen darf mit USt, auch wenn man KU ist. Und vor allem: dass man verpflichtet ist, diese abzuführen, wobei man doch eher den "Fehler" beim Energieunternehmen sehen könnte.

Die Antwort (vor allem der Tip :) ) ist perfekt. Damit kann ich was anfangen.

Besten Dank für die Mühe bei der ausführlichen Antwort!

Dh!

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@bankStat

Was ich nicht wusste, dass ein Energieunternehmen Gutschriften ausstellen darf mit USt, auch wenn man KU ist.

"Darf" ist nicht so ganz der treffende Ausdruck. Womöglich ist dein Versorger ja tatsächlich in der Lage, seine PVA-Kunden individuell zu bedienen. Das geschilderte Problem ergibt sich ja nur, wenn er Umsatzsteuer in der Gutschrift ausweist, obwohl du KU bist.

Zwar entfaltet eine Gutschrift nur dann die Wirkung einer Rechnung, wenn du ihr zustimmst, aber welche andere Wahl als zuzustimmen (und das Geld zu nehmen) hättest du?

Und vor allem: dass man verpflichtet ist, diese abzuführen, wobei man doch eher den "Fehler" beim Energieunternehmen sehen könnte.

Das ist ja kein wirtschaftliches Problem. Die Umsatzsteuer bekommst du ja oben auf den Preis drauf. Du zahlst an dieser Stelle also keinesfalls drauf.

Das Problem ist nur der Vorsteuerabzug. Du hast ihn nicht, weil du KU bist - und der Versorger hat ihn nicht, weil man unberechtigt ausgewiesene Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen kann. Das weiß der Versorger dann vermutlich nicht mal, aber die paar Kröten steckt er dem Betriebsprüfer dann irgendwann halt geplant zu. Der Controller des Unternehmens wird dies billigen.

Deshalb - wenn ich schon die Umsatzsteuer abführen soll, warum soll ich dann nicht die Vorsteuer auch noch nehmen?

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Als Betreiber einer PV-Anlage muss man kein Gewerbe anmelden. Das ist auch besser so, man erspart sich die Fernsehsteuer (GEZ-Gebühr) die für den Betrieb zu zahlen ist. Man übt kein Gewerbe aus. Man bietet ja nicht offen am Markt an, man hat keine freie Preisgestaltung und nur einen Kunden. Es hat keine Vorteile ein Gewerbe anzumelden nur Nachteile. Die Daten der Gewerbeanmeldung werden an x Stellen weitergeleitet. Auch kann die Daten jeder kaufen. Man kann auch ohne Gewerbeanmeldung eine UST-ID beantragen.

PS nicht vergessen einen Laptop bis 470€ incls. zu kaufen. Irgendwie mußt Du ja die online-USt Meldungen machen und die Einnahmen-Überschußrechnung machen.

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Als Betreiber einer PV-Anlage muss man kein Gewerbe anmelden

Das handhaben die Länder unterschiedlich. Fakt ist, dass es eine gewerbliche Tätigkeit ist. Man sollte sich daher in seinem Bundesland umsehen und gucken, wie es gemacht wird.

Hat aber mit der Umsatzsteuer nichts zu tun.

man erspart sich die Fernsehsteuer (GEZ-Gebühr) die für den Betrieb zu zahlen ist.

Nein. Der Gewerbebetrieb befindet sich ja im eigenen Haus. Hier greift ein Ausnahmetatbestand, so dass die Gebühr nicht (nochmals) anfällt.

Hat aber mit der Umsatzsteuer nichts zu tun.

Man übt kein Gewerbe aus.

Gewerberechtlich mag das in einigen Ländern so gemacht werden, siehe oben.

Steuerrechtlich ist es aber ganz klar gewerblich, und zwar deshalb, weil es weder freiberuflich noch landwirtschaftlich und schon gar nicht § 22 Nr. 3 ist. Da helfen auch die aufgezählten Kriterien nicht.

Hat aber mit der Umsatzsteuer nichts zu tun.

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