Als Aushilfe kündigen, nie Arbeitsvertrag als Kopie bekommen?

3 Antworten

Der Arbeitsvertrag wäre / ist auch ohne schriftliche Vereinbarung durch konkludentes Verhalten zustande gekommen.

I.d.R. werden bei nicht tarifgebundenen Unternehmen bei Arbeitsverhältnissen die gesetzlichen Kündigungsfristen gemäß § 622 BGB zugrunde gelegt :

https://dejure.org/gesetze/BGB/622.html

(3) Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

Du kannst ( und solltest wohl eher auch ) Deine Kündigung einreichen und abklären, inwieweit dieser Arbeitgeber Dich während der Kündigungsfrist noch zum arbeiten einteilt oder aber ob man sich mit sofortiger Wirkung trennt.

Unabhängig davon, Deine Kündigung bedarf von Rechts wegen zwingend der Schriftform. Ich hoffe für Dich, dass Dir die bisherigen Arbeitsstunden problemlos entlohnt werden / wurden.

Bei einem regulären Arbeitsverhältnis beträgt die normale Kündigungsfrist in der Probzeit 14 Tage (Arbeitgeber oder Arbeitnehmer - das ist egal). Das muss muss nicht für einen Aushilfsjob gelten, dort könnte die Kündigungsfrist noch kürzer sein. Es sollte aber in dem Arbeitsvetrag vermerkt sein. Sie hätten den Arbeitsvertrag vor Abgabe sicherheitshalber selbst kopieren sollen. Mein Tipp: wenn Sie sich entschieden haben, den Aushilfsjob sowieso nicht weiter zu betreiben, brauchen Sie dort auch gar nicht mehr hinzugehen. Allerdings gehen Sie dann das Risiko ein, dass sie das Geld für die zwei Wochen Arbeit nicht bekommen. Sprechen Sie den Arbeitgeber direkt an, dass sie kündigen möchten. That´s it. Hier kann man den Fall sowieso nicht aufklären.

dann gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen wenn nichts erwähnt wurde.

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Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

§ 622 Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen

(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

(2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen 

1.

zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,

2.

fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,

3.

acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,

4.

zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,

5.

zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,

6.

15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,

7.

20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

(3) Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

(4) Von den Absätzen 1 bis 3 abweichende Regelungen können durch Tarifvertrag vereinbart werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrags gelten die abweichenden tarifvertraglichen Bestimmungen zwischen nicht tarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, wenn ihre Anwendung zwischen ihnen vereinbart ist.

(5) Einzelvertraglich kann eine kürzere als die in Absatz 1 genannte Kündigungsfrist nur vereinbart werden, 

1.

wenn ein Arbeitnehmer zur vorübergehenden Aushilfe eingestellt ist; dies gilt nicht, wenn das Arbeitsverhältnis über die Zeit von drei Monaten hinaus fortgesetzt wird;

2.

wenn der Arbeitgeber in der Regel nicht mehr als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt und die Kündigungsfrist vier Wochen nicht unterschreitet.

Bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen. Die einzelvertragliche Vereinbarung längerer als der in den Absätzen 1 bis 3 genannten Kündigungsfristen bleibt hiervon unberührt.

(6) Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Warum kopieren Sie hier für einen Aushilfsjob, der alles in Allem bis jetzt nur zwei Wochen andauert, die ganze Litanei des § 622 hierein? Das ist Quatsch!

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